Bitte Hilfe bei Neuanschaffung: Canon RP vs Sony 6400

  • Hallo liebe Valuetech-Community,

    ich bitte um eine Hilfe. Ich möchte meine alte Canon 6D (inkl. 27-105mm f4) in den Ruhestand schicken und mir etwas neues anschaffen.
    Warum: Ich möchte ein leichteres und kleineres System das man leichter auf Reisen, Wanderungen, Bergsteigen und Städtetrips mitnehmen kann.
    Außerdem möchte ich meine Neffen und Nichten fotografieren, die eher selten stillstehen ;).

    Vorteile die ich sehe:
    RP: Vollformat; mit Adapter schöne Auswahl an Linsen/ggf Übernahme alter Linsen; Haptik (Sorge: Lowlight und Akku)
    Sony: Geschwindigkeit; Gewicht/Größe; Und nette Sigma/Tamronlinsen (Sorge: Umstieg zurück auf APSC)

    Ich habe mir einige Vergleiche hier und auf anderen Seiten durchgelesen, Videos ohne Ende zum Vergleich angeschaut. (Ich vlogge nicht, aber Videos klingt gerade für reisen nach einem spannenden Thema). Denke es würde 90% Fotografie und 10% Video werden.

    Daher eine Bitte an euch: Einfach mal eure Meinung sagen. Reicht auch Kurz und Knapp. Welches System & vielleicht welche Linse drauf. Gerne auch einfach aus dem Bauch raus.

    Danke
    und einen schönen warmen Sommerabend euch.
    Cheers.

    Canon EOS 6D | Canon EF 50mm 1:1.8 STM | Samyang AF 14mm F2.8 | Canon Objektiv EF 24-105mm 1:4L


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  • Die EOS RP wäre ca. 285g leichter als die 6D, was schon nicht zu verachten wäre. Ich würde aber sagen, dass in der Hinsicht die Objektive den Löwenanteil ausmachen und Vollformat Objektive da bis auf ein paar Ausnahmen generell nicht so leicht sind. Mit Adapter würde der Unterschied noch kleiner ausfallen. Wenn du nur die drei Objektive in deiner Signatur hast und das 24-105mm schon mit der 6D abtreten willst, würde ich vermutlich komplett auf native Objektive wechseln und mir den Adapter sparen. Die RF Objektive sind nicht unbedingt leichter als die EF Vorgänger, aber definitiv kompakter.


    Das Samyang AF 14mm f/2.8 gäbe es auch für den RF Mount, sofern du damit zufrieden bist, ansonsten fände ich als Alternative das kommende RF 14-35mm f/4L IS USM (soll wohl zeitnah vorgestellt werden) äußerst interessant, weil das nochmal ein gutes Stück kompakter ist als das RF 15-35mm f/2.8L IS USM und erst recht verglichen mit adaptierten EF Objektiven. Dazu noch ein RF 70-200mm oder eine lichtstarke Festbrennweite und du wärst vermutlich schon ganz gut aufgestellt für deine Zwecke.


    Bezüglich der Akku Kapazität: Da ist der CIPA Standard (laut dem du 250 Bilder pro Akkuladung bei der RP schaffen würdest) kein besonders guter Anhaltspunkt, weil die Kamera bei dem Prozess nur alle 30 Sekunden ein Bild aufnimmt und alle 10 Bilder neu gestartet wird. So fotografiert aber niemand. Je nach Nutzung kannst du da in der Praxis wahrscheinlich eher 400-500 Bilder pro Akkuladung aufnehmen. Davon abgesehen hat der LP-E17 Akku aber leider schon eine geringere Kapazität als der LP-E6 der 6D, was du merken wirst. Mit 1-2 Ersatz Akkus fällt das weniger ins Gewicht, aber bei der Sony wird das auch nicht großartig anders sein.


    Da könntest mit der a6400 sicherlich mehr Gewicht bei den Objektiven sparen und sie wären auch kleiner, aber hättest dann auch nicht mehr die selben Möglichkeiten was beispielsweise das Spiel mit der Schärfentiefe angeht, aber vielleicht brauchst du das ja gar nicht? Sowas wie die a6400 + Samyang 12mm f/2 (hätte nur manuellen Fokus, bei der Brennweite aber kein Beinbruch), wäre gerade beim Bergsteigen vielleicht unkomplizierter, aber da fehlen mir Erfahrungswerte für eine Empfehlung.


    Klingt ansonsten aber nicht so, als bräuchtest du z.B. den schnelleren Serienbildmodus. Die a6400 hätte aber einen besseren Dynamikumfang, wobei ich den bei der EOS 6D schon nie als sonderlich problematisch empfunden hätte (6D 11.5, RP 11.9, a6400 13.6 Blendenstufen).


    Hast du schon mal eine Sony Kamera in der Hand gehabt? Ich finde die Haptik im Vergleich zu Canon schlecht und könnte mich nicht damit anfreunden, aber vielleicht empfindest du in der Hinsicht anders. Ich würde auch nicht von Vollformat auf APS-C zurückgehen wollen, nutze es mit der M5 im Moment aber noch als Zweitsystem (jedoch immer weniger). Bei dir würde ich beides sehen, je nachdem wo du die Prioritäten legst. Dazu würde mich deine Meinung interessieren. Wo stehst du bei der Entscheidungsfindung? Wie würdest du selbst die beiden Optionen in Bezug auf deine Anwendungsfälle gegeneinander abwägen? Was hat dich damals an APS-C gestört, weshalb du gewechselt bist? Das ist mir anhand der kurzen Liste angenommener Vorteile nicht klar geworden, von daher ist das hier viel "ins Blaue" geschrieben, aber ich hoffe es hilft.

    Canon EOS R6, EOS M5
    RF: 35/1.8 IS STM, 85/2 IS STM

    EF: 16-35/4L IS USM, 24-70/4L IS USM, 70-200/4L IS II USM, 50/1.8 STM

    EF-M: 11-22/4-5.6 IS STM, 15-45/3.5-6.3 IS STM, 22/2 STM

  • Guten Morgen und vielen Dank für deine Antwort und die damit verbundene Zeit.
    viele Fragen und Anregungen, ich versuche einmal Schrittweise darauf einzugehen.

    Gewicht: Ich dachte mir eben, dass ein Wechsel auf die RP durch sowohl body als auch neuere Objektive Gewicht und Größe einzusparen wären. Auch die Sony Alpha überzeugt hier natürlich. Hier Sigma 16 oder 30mm oder 17-70 tamron und man hat schon ein echtes Leichtgewicht für unterwegs.

    Akku hatte ich nur viele Tests gelesen und gehört, wie sich das in echt verhält kann ich nicht sagen, wenn diese Aussagen alle auf den reinen Labortests bestehen, ist es logisch, dass Sie in die gleiche Richtung stoßen. Dass eine 6D länger hält ist mir klar, aber dafür ist Sie auch mit dem 27-105 ein echter Brummer.

    Thema Sony: ich hatte vor 2 Jahren die 6000 zum testen auf einer Reise dabei. Kit und 30mm. Und ich muss sagen ich war überrascht wie gut diese günstige (hatte es in ebay kleinanzeigen geschossen) sie doch ist. JA ich stimme zu die Haptik einer großen Canon ist ein weitreichender Unterschied, aber das ist eben der Sprung zwischen möglichst kompakt, zu "auch was für große Hände". Ich weiß noch nicht wie diese mit einem 18-135mm Glas drauf in der Hand liegt, aber bin jetzt schon sicher, dass hier die RP die Nase vorne hat.

    Serienbild und Geschwindigkeit: Brauchen nicht. Haben Schön. Ich habe einfach mittlerweile das Gefühl, dass die Canon 6D doch etwas betagter ist. Dh viele Bilder sitzen nicht so perfekt wie ich es gerne hätte. Ich mache keine Shootings mit Models, die brav ihre Posen durcharbeiten, bei mir sind es wenn es drauf ankommt Kinder die wild rumrennen und daher wäre ein Sitzender Autofokus und eben etwas mehr Bildgeschwindigkeit ganz nett.

    Sony in der Hand: Ja, sie ist definitiv kleiner als die RP und die Haptik gewinnt RP aber dafür gewinnt die Sony was "mal im Rucksack mitnehmen" eben gewinnt. Darf man nicht vergessen wenn man mal 2-3 Tage am Stück irgendwohin Wandern geht usw.

    Ich sag ja, ich hänge gerade genau zwischen Zwei Stühlen die beide sehr viel für sich haben.
    Danke für deine Mühen, vllcht flippe ich einfach eine Münze ;)


    PS: Ich habe überlegt mir eines dieser Kit Versionen oder Body + ExtraObjektiv zu kaufen
    - SONY Alpha 6400 Kit (ILCE-6400M) Systemkamera mit Objektiv 18-135 mm
    Alternativ:
    - SONY Alpha 6400 ++ Tamron 17-70mm f2,8
    oder
    - CANON EOS RP Kit Systemkamera mit Objektiv 24-105 mm
    - CANON EOS RP ++ adapter ++ Hier noch unentschlossen.

    Was sehr für die Sony spricht sind die kleinen linsen wie Sigma 16mm, die sehr preisgünstig sind.


    PSS: Sorry @ Admin, bin in den Falschen Bereich des Forums gerutscht. Würdet ihr mich bitte zu
    DSLR- & DSLM-Kameras verschieben? danke


    Canon EOS 6D | Canon EF 50mm 1:1.8 STM | Samyang AF 14mm F2.8 | Canon Objektiv EF 24-105mm 1:4L

    2 Mal editiert, zuletzt von Wumpus ()

  • Serienbild und Geschwindigkeit: Brauchen nicht. Haben Schön. Ich habe einfach mittlerweile das Gefühl, dass die Canon 6D doch etwas betagter ist

    Ja, das ist definitiv so, kenne ich ja aus eigener Erfahrung. Habe bei der EOS 6D praktisch nur den mittleren Fokuspunkt genutzt und Focus&Recompose. Für Landschaftsfotos ist das meist unproblematisch, aber ansonsten schon nicht mehr so angenehm. Aber da wäre die EOS RP auch schon wesentlich angenehmer, wenn auch nicht ganz so schnell wie die a6400.

    Sony in der Hand: Ja, sie ist definitiv kleiner als die RP und die Haptik gewinnt RP aber dafür gewinnt die Sony was "mal im Rucksack mitnehmen" eben gewinnt

    Ich glaube das ist leider gar nicht mal so. In der Hand unbequemer und im Rucksack nicht wirklich viel gespart.


    Also mit den Informationen könnte man an der Stelle bezüglich Gewicht und Kompaktheit eine konkrete Gegenüberstellung machen: Je nachdem für welches 24-105 Kit du dich entscheiden würdest, wäre die EOS RP sogar leichter oder etwa 300g schwerer als die a6400 mit dem lichtstarken Tamron. Hier mal ein Größenvergleich dieser drei Optionen:



    17-70mm f/2.8 (≙ 25,5-105mm f/4.2) an APS-C und 24-105mm f/4 an VF wären auch ungefähr gleichwertig. Das leichtere 24-105 könnte ein guter Kompromiss sein.


    EOS RP 485g + RF 24-105 mm 4L IS USM 700g = 1185g

    EOS RP + RF 24-105mm F4-7.1 IS STM 395g = 880g

    Sony Alpha 6400 403g + Tamron 17-70 mm F2. 8 Di III-A VC RXD 525g= 928g


    Bezüglich des Sigma 16mm f/1.4 (808g mit Kamera) wäre ein Canon EF 24mm f/2.8 IS USM (875g mit Kamera und Adapter) adaptiert ähnlich groß, nicht ganz so lichtstark aber mit Bildstabilisator. Für den RF Mount wird es früher oder später auch noch interessantere Festbrennweiten im Weitwinkelbereich geben.


    Zu dem Samyang 14mm hast du bislang gar nichts gesagt, nutzt du das gerne? Ich denke gerade im Ultraweitwinkel sieht es eher schlecht aus für APS-C. Ob es da bei Sony etwas interessantes gäbe, weiß ich nicht. Bei mir war das mit ein Grund, weshalb ich zu Vollformat gewechselt bin.


    Hier btw der Grund, weshalb ich das EF-M System in der Hinsicht so toll finde:

    Canon EOS R6, EOS M5
    RF: 35/1.8 IS STM, 85/2 IS STM

    EF: 16-35/4L IS USM, 24-70/4L IS USM, 70-200/4L IS II USM, 50/1.8 STM

    EF-M: 11-22/4-5.6 IS STM, 15-45/3.5-6.3 IS STM, 22/2 STM

  • Kommt für mich drauf an, was du langfristig vor hast. In welches System würdest du eher investieren wollen?

    Wo ist das Gesamtpaket an Zusatzobjektiven für dich preiswerter? Coole Bilder und Videos kannst du sicherlich mit beiden Kameras machen.


    Beim RF-System ist mMn zu bedenken, dass da in naher Zukunft viele Objektive von Sigma und Co. dazukommen werden. Und zur Not kann man problemlos ein altes EF-Objektiv nutzen, die funktionieren mit Adapter tadellos. Man kann ja auch ein gebrauchtes EF-Objektiv kaufen.


    Ich würde jedoch beide Kameras vorher mal in die Hand nehmen und sowohl die Handhabung als auch das Menüsystem testen. In vielen Geschäften ist das kein Problem. Für mich persönlich ist der Wohlfühlfaktor bei einer Kamera nämlich sehr sehr wichtig. Das würde ich nicht unterschätzen.


    Wenn es klein und handlich sein soll, kann man auch MFT-Kameras in Erwägung ziehen, etwa von Olympus oder Panasonic. Die machen trotzdem ziemlich gute Bilder und die Objektiv sind kompakter und billiger. Fürs Videos kann man einige davon auch super nutzen. Ich habe in den bisherigen 11 Jahren die 7D, 6D und jetzt die Canon R6 genutzt - oft reicht mir meine kleine Olympus M10 II aber vollkommen und das Ding ist super leicht und einige Objektive sind echt kompakt und relativ preiswert (neuere Kameras haben auch 4K).

  • Das angesprochene Canon RF 14-35mm f/4L IS USM wurde übrigens jetzt vorgestellt und es finden sich auf YouTube erste Hands-on Reviews. Hier ist ein Vorstellungsvideo von Canon USA:

    Introducing the Canon RF14-35mm F4 L IS USM Lens - YouTube


    Wird hierzulande 1819€ kosten und Ende August verfügbar sein.

    Canon EOS R6, EOS M5
    RF: 35/1.8 IS STM, 85/2 IS STM

    EF: 16-35/4L IS USM, 24-70/4L IS USM, 70-200/4L IS II USM, 50/1.8 STM

    EF-M: 11-22/4-5.6 IS STM, 15-45/3.5-6.3 IS STM, 22/2 STM

  • Wird hierzulande 1819€ kosten und Ende August verfügbar sein.


    Heiland! Ich muss gestehen, dass ich die Preispolitik von Canon beim R-System absolut nicht nachvollziehen kann. Die Kameras sind schon teuer, aber für ein 14-35 f4 fast 2.000€... das Nikon-Pendant (Z 14-30 f4) kostet die Hälfte. Und das Ding ist nicht herausragend, aber zumindest sehr gut.

    Nikon Z6

    Nikkor Z 14-30 f4

    Nikkor Z 24-70 f4

    Tamron 35-150 f2.8-f4

  • Rhowarion Ja, das ist schon ein stattlicher Einführungspreis. Hätte ich so nicht erwartet, aber die RF L-Objektive sind ja leider generell ungewöhnlich teuer. Wollte aber dennoch darauf hinweisen, weil ich es in einem vorherigen Post erwähnt hatte.


    Würde mich ansonsten persönlich schon reizen, aber bei dem Preis bleibe ich fürs Erste beim EF 16-35mm f/4L IS USM. Hoffe, dass es sich mit der Zeit der 1000€ Marke annähern wird.

    Canon EOS R6, EOS M5
    RF: 35/1.8 IS STM, 85/2 IS STM

    EF: 16-35/4L IS USM, 24-70/4L IS USM, 70-200/4L IS II USM, 50/1.8 STM

    EF-M: 11-22/4-5.6 IS STM, 15-45/3.5-6.3 IS STM, 22/2 STM