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gfu Insights & Trends: SmartTV - Das Ziel ist klar, nur nicht der Weg

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Mit der Veranstaltung gfu Insights & Trends startet die Gesellschaft für Unterhaltungselektronik (gfu) ein neues Format, in dem sehr konzentriert und punktuell über ein Thema aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik diskutiert und referiert werden soll. Den Start macht, wie könnte es anders sein, das avisierte Top-Thema der IFA 2012: SmartTV.

Dr. Andreas Bereczky (Produktionsdirektor des ZDF) über neue Streitthemen beim Thema SmartTV

Was ist eigentlich ein "SmartTV"?

Bild von der gfu Insights und Trends im Rahmen des IFA Innovations Media Briefings (IMB) - Dr. Andreas Bereczyk (ZDF)Eine Frage die Dr. Andreas Bereczky (Produktionsdirektor des ZDF) erst als vorletzter Redner in dem Raum brachte. In Anlehnung an die Wikipedia-Definition von Smartphones schlägt er, für einen Wikipedia Eintrag über SmartTVs, den einleitenden Satz vor:

Ein SmartTV ist ein Fernsehempfänger, der mehr Computerfunktionalität und -konnektivität als ein herkömmlicher fortschrittlicher Fernsehempfänger zur Verfügung stellt.

Allgemein wies er auf die hohe Anzahl an neuen Abkürzungen und Funktionen hin und rief in gewisser Weise auch zur Besinnung auf das Wesentliche und zur Übersichtlichkeit auf. Auch war er der erste Redner, der die Kernfrage des Abends auf den Punkt brachte - Wem gehört der Bildschirm und wem gehört der Kunde?

Dr. Andreas Bereczky (Produktionsdirektor des ZDF) über neue Streitthemen beim Thema SmartTVAls Anbieter mit linearem Fernsehen als Kerngeschäft will man eben jenes Kerngeschäft für sich: "Wenn der Kunde ZDF schaut, wollen wir den Bildschirm für uns und bestimmen ob/was noch eingeblendet wird". So könnte man das Statement grob zusammenfassen. Die Auffassung der HDTV-Industrie und Portalbetreiber sieht hier naturgemäß anders aus, stellt es doch eine neue (TV-Produzenten) oder gar die einzige (Portalbetreiber) Einnahmequelle dar. Auch der in Mode kommende "Second Screen" zur Fernsehsendung steht vor dem gleichen Problem.

Standards?

Würden die Fernsehsender die Oberhand behalten wollen, stünden sie jedoch direkt vor einem Problem: Wie lässt sich dies realisieren? Ist der neue Dienst für Zusatzinformationen und quasi Nachfolger vom Videotext HbbTV (Red Button-Funktion) gut normiert und wird in Deutschland bereits breit unterstützt, sieht es bei den von den Fernsehherstellern integrierten Portalen wesentlich schlechter aus. Von an HbbTV angelehnten Lösungen (Philips, Toshiba), über Java (Panasonic), einem Ableger des Google Betriebssystems Android (Sony) und modernem HTML5 (Samsung) ist so ziemlich alles vertreten.Jürgen Sewczyk referiert über das Thema HbbTV

Wen interessiert's?

Bild von der gfu Insights und Trends im Rahmen des IFA Innovations Media Briefings (IMB) - Georg R. Rötzer (Samsung)Auf den Punkt brachte es dann aber der letzte Redner, Georg R. Rötzer von Samsung: "Der Mensch steht im Mittelpunkt" und daran angelehnt, eine "Einfache Bedienbarkeit ist ein zentrales Bedürfnis". Und genau diese Herangehensweise ist es, die die Hersteller auch wirklich in die Tat umsetzten sollten. Am Ende ist es dem Kunden egal ob es HbbTV, SmartTV, InternetTV oder irgend eine andere neue Abkürzung ist, der reale Nutzen muss vorhanden sein und die Funktionen müssen sich einfach bedienen lassen.

Und hier liegt viel Nachholbedarf. Die Bedienung mit der Fernbedienung mag zur Ansteuerung von Apps noch funktionieren, doch Dinge wie ein Facebook-Chat parallel zum Fernsehen sind mit einer Fernbedienung nicht bequem möglich. Auch wenn Möglichkeiten wie die der Sprachsteuerung genannt wurden, sind wir hier doch noch weit entfernt von einer wirklichen Verbreitung und Nutzbarkeit solcher Funktionen.Georg R. Rötzer (Samsung) über SmartTVs Es liegt an den Herstellern der Geräte für die technischen Möglichkeiten zu sorgen und an den Produzenten der Inhalte diese auch sinnvoll einsetzten zu können. Nachdem das Ziel geklärt wurde, sollte man sich nun dringend auf das "Wie?" verständigen.


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