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IFA 2015 - Die größten Trends aus TV und Smart Home im Überblick

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Groß, größer, UHDTV: Wer hätte das gedacht? Auch 2015 sind Fernseher mit immer größeren Bildschirmdiagonalen in Ultra HD der größte Treiber der Unterhaltungselektroniksbranche - und damit auch die der aktuellen IFA. Welche weiteren Trends wir auf dem IFA Innovation Media Briefing (IFA IMB) in Erfahrung bringen konnten, erfahren Sie im folgenden Artikel.SUHDTVs sind der TV-Trend, zumindest bei Samsung. Im Bild: Der Samsung JS9590 [Bildmaterial: Samsung Deutschland]

Da Ultra HD langsam selbst bei gehobenen Einsteigsgeräten angekommen ist, suchen die Hersteller nach neuen Differenzierungsmerkmalen: Schöne Pixel versucht Samsung nun in den Mittelpunkt zu stellen, Konkurrent Panasonic war dieser Terminologie nicht abgeneigt und auch LG stößt in die gleiche Richtung. Dabei geht es hier tatsächlich um mehr als nur (notwendiges) Marketing, um sich von den diversen Billiggeräten aus China, aber auch von den eigenen Einsteigsgeräten abzugrenzen. Changhong, Hisense, LG, Samsung, TCL/Thomson... Alle bieten sie Ultra-HD-Fernseher für unter 600 Euro an. Echte Freude kommt jedoch eher selten auf, da verwaschene Bilder aufgrund mangelnder Kontraste und simpler Hintergrundbeleuchtung sowie billige Panele mit unnatürlichen Farben dominieren. Während LG sein Glück weiter in teuren aber technisch praktisch unschlagbaren OLED-Fernsehern sucht, setzen Panasonic und Samsung auf Quantum-Dot-Displays. Letztere liefern ebenfalls eine weitaus größere Farbraumabdeckung und bessere Kontrastwerte als klassische LCD-Fernseher, mit einer UVP ab 1.549 Euro (50"-Modell: [[ASIN:B0117IJKB8|Samsung UE50JU6850]]) liegen diese Preislich jedoch in weitaus attraktiveren Regionen.

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Von einer Konsolidierung kann beim Medienkonsum keine Rede sein: Immer mehr Endgeräte sind in der Lage vom Musik- und Videostreaming bis hin zu Textinhalten alles wiederzugeben was die moderne Medienindustrie zu bieten hat. Demzufolge überrascht es nicht, dass laut einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu, der Veranstalter der IFA) nicht nur immer mehr SmartTVs in unseren Wohnzimmern stehen, sondern selbige nun auch von immer mehr Konsumenten tatsächlich genutzt werden. Größter Treiber dabei sind Video-on-Demand-Dienste - Netflix, Amazon Instant Video, YouTube, Mediatheken von TV-Sendern und Co.

Smart Home 

Ebenfalls kein Weg vorbei führt am Thema vernetzten Zuhause, dem Smart Home. Von besonders großem Interesse stoßen bei vielen Kunden hier wohl die Themen Sicherheit, Energieeffizienz und Komfort. Vom sich automatisch oder auch aus der Ferne steuerbaren Thermostat, Überwachungskameras oder via Smartphone-App anpassbarer (LED-)Beleuchtung ist alles auf dem Wunschzettel vertreten. Dem Thema "Sicherheit" kommt dabei eine Mehrfache Bedeutung zu: Denn so sehr viele Nutzer gerne wissen wollen was in ihren 4 Wänden vorgeht, so wenig wollen die meisten, dass Dritte den gleichen Einblick haben. Auch für die Industrie keine leichte Aufgabe, insbesondere da viele Anbieter gerne auf die Cloud zur zentralen Steuerung setzen (wollen) und damit das intelligente Zuhause mit dem WWW vernetzen.

Podiumsdiskussion auf dem IFA IMB 2015: Dr. Steffen Krotsch, Georg Rötzer, Christopher Schläffer, Jürgen Boyny, Hans-Joachim Kamp und Judith Rakers (v.l.n.r.)Eine echte, bahnbrechende Lösung ist jedoch bisher nicht in Sicht. Zudem buhlen weiterhin viele proprietäre Herstellerstandards um die Gunst des Kunden. Ohne einheitliche Schnittstellen sehen aber mittlerweile auch die meisten Hersteller keine Chance dem Kunden ein vernetztes Zuhause schmackhaft zu machen. Verständlich: Wer will schon vom Kühlschrank bis zum TV an eine Marke gebunden sein?

Aber auch Differenzen in der Mediennutzung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen bleiben offensichtlich: Der "alten Garde" von gfu und GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) ist ein gewisses Unverständnis über die medialen Konsumgewohnheiten im Netz anzumerken. Wenn Online-Video-Plattformen wie YouTube konsequent auf Katzenvideos, "GoPro-Filmchen" und das Motto "Hauptsache Upload" reduziert werden, scheint zumindest unserer Ansicht nach hier massiver Nachholbedarf zu bestehen.


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