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Panasonic Lumix GH5 - Alle Details zur Kamera bekanntgegeben [CES 2017]

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Im Rahmen der Photokina 2016 stellte Panasonic die Lumix GH5 und damit den Traum vieler Filmer vor. Jedoch war die Vorstellung eher ein „wir arbeiten da an etwas“, kombiniert mit einem Stück Plastik, auf dem GH5 stand, garniert mit handverlesenen Details wie Informationshappen zum Videomodus. Nun gibt Panasonic alle Spezifikationen zur Lumix GH5 frei.

Panasonic Lumix GH5 [Bildmaterial: Panasonic]

Neues Menü, neue Anschlüsse

Wir hatten vor ziemlich genau einem Monat die Gelegenheit einen, erstaunlich final wirkenden, Prototypen der Lumix GH5 kurz zu testen. Zwar waren einige Menüpunkte noch ausgegraut, aber soweit immerhin schon übersetzt. Dabei sei erwähnt, dass Panasonic das Menü optisch komplett überarbeitet hat. Acht statt vormals fünf Punkte sind nun je Seite sichtbar und reduzieren damit die Seitenanzahl, die Reihenfolge wurde stellenweise optimiert, das C-Menü deutlich übersichtlicher gestaltet und die wichtigsten Einstellungen lassen sich im neuen „Mein Menü“ zusammenfassen. Die grafische Oberfläche ist zudem zeitgemäß mit flachen Symbolen und Elementen ausgestattet worden.

Panasonic Lumix GH5: Das Menü wurde kräftig überarbeitet [Bildmaterial: Panasonic]

Doch nicht nur bei der Software hat Panasonic Hand ans Design gelegt. Auf der Rückseite zieht so endlich ein Joy-Stick ein und vereinfach vor allem die AF-Feld.Wahl. Der Startknopf zur Videoaufnahme wandert auf die Oberseite und fällt genauso groß aus wie der Foto-Auslöser – in Kombination mit dem neuen Frostschutz (bis -10 °C) macht die Kamera so auch an kalten Tagen mit Handschuhen eine gute Figur. Der elektronische Sucher (EVF) wächst sowohl physikalisch (0,76x entsprechend Vollformat) als auch in Sachen Auflösung (3,7 Mio. Pixel) kräftig an.

Panasonic Lumix GH5: Die Anschlüsse und Bedienelemente [Bildmaterial: Panasonic]

3,5-mm-Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon bleiben erhalten, der HDMI-Ausgang ist nun robust als Typ-A ausgeführt und beim USB-Anschluss ist Panasonic, nach Olympus‘ OM-D E-M1 II, der zweite Hersteller mit USB-C – hier sogar mit USB-3.0-Geschwindigkeit.

Neuer Sensor, neuer Bildprozessor, schnellerer Autofokus

Das Herz der Panasonic Lumix GH5 bildet ein neu entwickelter 20-Megapixel-Bildsensor, ohne Tiefpassfilter, im bekannten Four-Thirds-Format. Trotz höherer Auflösung lässt sich der Sensor 66 Prozent schneller auslesen (Foto: 24 ms; 4K-Video: 15 ms) und reduziert damit auch den Rolling-Shutter-Effekt.

Panasonic Lumix GH5: Die neue 'Venus Engine' ermöglicht natürlichere Bilder [Bildmaterial: Panasonic]

Der neue Bildprozessor (New Venus Engine) bietet deutlich mehr Rechenleistung als sein Vorgänger, was Panasonic unter anderem für eine verbesserte Nachbearbeitung nutzt. So werden 36 statt vormals 4 Pixel zum Demosaicing herangezogen. Dies ermöglicht eine höhere Schärfe sowie mehr Details in komplexen Strukturen zu erhalten und reduziert zugleich unerwünschte Halo-Effekte deutlich.

Natürlich kann auch der Autofokus von mehr Rechenleistung nur profitieren. In nur 50 ms soll eine Scharfstellung zusammen mit dem 12-60 mm Kit-Objektiv möglich sein, dafür werden bis zu 480-mal pro Sekunde Befehle an das Objektiv geschickt. Ferner soll der Bildprozessor sich bewegende Objekte präziser verfolgen und auf abrupte Änderungen der Bewegung schneller reagieren können.

4K-Video – Die Konkurrenz kann sich warm anziehen

Beinahe 150 Zeilen umfasst die Tabelle zu den technischen Spezifikationen der Panasonic Lumix GH5 allein zum Thema Video. Auf alle Modi einzugehen sprengt den Rahmen einer News, die nicht wenigen Highlights wollen wir trotzdem kurz vorstellen.

Panasonic Lumix GH5: Videofunktionen im Vergleich zur GH4 [Bildmaterial: Panasonic]

4K-Videoaufnahmen lassen sich nun wahlweise mit doppelt so hoher Bildrate (bis zu 60 Bilder/s) oder in höherer Qualität (4:2:2 10 bit) mit den bekannten bis zu 30 Bilder/s aufzeichnen. Die Crop-Zeiten sind ebenfalls vorbei: Der Sensor wird nun in kompletter Breite ausgelesen und alle Pixel verarbeitet (Full Sensor Readout). Zeitlupenaufnahmen lassen sich in Full-HD-Auflösung mit bis zu 180 Bilder/s aufzeichnen, gespeichert wird direkt in der gewünschten Zielbildrate (24 bis 60 Bilder/s).

Panasonic DMW-XLR1 [Bildmaterial: Panasonic]

Der Ton kann über den neuen XLR-Adapter DMW-XLR1 in HD-Qualität (96 kHz, 24 bit) aufgezeichnet werden, ohne Adapter immerhin unkomprimiert (LPCM, 48 kHz, 16 bit). Wer im Notfall nur das kamerainterne Mikrofon verwenden kann, muss sich um Störgeräusche vom Bildstabilisator keine Sorgen machen: Diese werden über ein Mikrofon im Innenraum der Kamera erfasst und herausgerechnet.

6K-Video – Nun also doch!

Und hier macht Panasonic noch lange nicht halt. Denn zusammen mit der „echten Vorstellung“ der GH5 gibt es auch einen Ausblick auf alles, was 2017 via Firmware-Update erst noch nachgereicht wird. Ist es im April lediglich ein Mini-Update, das die Aufzeichnung mit 4:2:2 10 bit auf Full HD erweitert, dreht Panasonic die Daumenschrauben für die Konkurrenz in der zweiten Jahreshälfte noch einmal fest an:

  1. All-Intra-Codierung (All-I): 4K 4:2:2 10 bit (400 Mbit/s) und Full HD 4:2:2 10 bit (200 Mbit/s)
  2. Hybrid Log Gamma: 4K HDR-Video
  3. Anamorph-Video: 4:3 (1:1,33) in 4K (3.328 x 2.496 Pixel) und 6K

Während die Aufnahme von anamorphem Videomaterial wohl eher im professionellen Segment vereinzelt zum Einsatz kommen wird, wird HDR-Video auch im semiprofessionellen Segment immer wichtiger und lässt sich dank 10 bit Farbtiefe nun auch sinnvoll verwenden.

Preis und Verfügbarkeit

Ab März 2017 soll die Panasonic zum Preis ab 1.999 Euro (nur Gehäuse) im Handel verfügbar sein.

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