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Startupnight - Ein Besuch in Köln auf der "Road to Berlin"

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Deutschland braucht sich im internationalen Vergleich nicht zu verstecken, schon gar nicht wenn man über die Anzahl und Ideenvielfalt von Start-Ups spricht. Auch wenn es regulatorisch oft deutlich höhere Hürden als in den USA gibt, lassen sich viele schlaue Köpfe davon nicht beschränken. Einen kleinen Überblick gab es vergangene Woche auf der Startupnight "Road to Berlin" in Köln.

Die Startupnight gehört zu den größten Start-Up-Treffen im deutschen Sprachraum und bringt, wie die meisten ähnlichen Veranstaltungen, Kapital (Investoren) und Ideen (Start-Ups) auf engen Raum zusammen. In Aachen, Köln und München haben junge Start-Ups die Chance eine Freikarte zum großen Finale, Anfang September in Berlin, zu gewinnen.

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Zum Gewinner der "Road to Berlin" in Köln wurde Sense Glove gewählt. Wer die Themen VR und AR (Virtual Reality und Augmented Reality) nur mit Pokémon GO oder 360-Grad-Videos assoziiert, muss seinen Blick auf industrielle Anwendungen erweitern um den Nutzen zu verstehen. Sense Glove ist ein „Handschuh“ für die virtuelle und erweiterte Realität. Benutzt werden ähnliche Technologien beispielsweise bereits viele Jahre im Produktdesign.

Sense Glove erweitert die „Steuerung“ der virtuellen Welt jedoch um ein haptisches Feedback für jeden einzelnen Finger und ermöglicht es so die virtuellen Gegenstände wirklich zu spüren. Sei es eine Steinwand oder ein Schaumstoffball. Dies ermöglicht spannende Anwendungen vom Design bis zur Mitarbeiterschulungen. Die Programmierschnittstelle ist zudem in gängige VR/AR-Umgebungen integrierbar.

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Ebenfalls im Bereich VR angesiedelt und weit vorn in der Abstimmung war Holocafé. Das Start-Up versteht sich als Franchise für Multiplayer-VR-Spiele – von der Spieleentwicklung bis zur Spielhalle. Und Multiplayer meint in diesem Kontext das Spielen mit Freunden im gleichen Raum. Noch beschränkt man sich auf vier Spieler, je nach Fortschritt der technischen Entwicklung würde man aber auch gerne ganze Hallen in ein AR-Spielfeld mit vielen Spielern verwandeln.

Deutlich konkreter erschienen im persönliche Gespräch bereits die Überlegung mehrere Standorte in VR-Spielen gegeneinander antreten zu lassen. So könnte dann das „Team Köln“ gegen „Team Düsseldorf“ im kompetitiven Wettkampf antreten.

Steereon: Die 'Konsole' zeigt die Basisinformationen wie zurückgelegte Distanz, Geschwindigkeit und Akkuladestand an.

Aber es geht auch ganz ohne AR und VR: Irgendwo zwischen E-Bike und Roller liegt Steereon, das Erstlingswerk von PLEV Technologies, gegründet von drei ehemaligen Studenten der TH Köln. Das derzeit noch im Prototypen-Status befindliche Fortbewegungsmittel soll 2019 in den Verkauf gehen und zwischen 2.000 und 2.500 Euro kosten.

Die Besonderheit(en)? Über einen Mechanismus werden Lenkbewegungen auf beide Räder übertragen und erlauben eine hohe Wendigkeit. Zudem fällt das Gewicht mit nur 18 kg, inklusive Motor und Li-Ion-Akku, vergleichsweise gering aus. Mit 25 km/h Höchstgeschwindigkeit und bis zu 50 km Reichweite ist man zudem für den üblichen Stadtverkehr gerüstet.

Aber auch in der Industrie sieht man Anwendungsmöglichkeiten: Vor allem auf sehr großen Werksgeländen, wie beispielsweise in der Chemieindustrie üblich, großen Hallen (z.B. ICE-Wartung) oder auch auf Flughäfen sind oft ganze Fahrzeugflotten – vom Fahrrad bis zum Auto – notwendig, damit sich die Mitarbeiter intern schnell von A nach B bewegen können.

Hinweis in eigener Sache

Der Autor wurde vom Veranstalter der Startupnight, der on the rock Veranstaltungskonzepte GmbH, als Juror zur "Startupnight - Road To Berlin" nach Köln eingeladen. Die Berichterstattung auf ValueTech.de erfolgt redaktionell zu 100 Prozent unabhängig.


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