ValueTech.de Logo ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Panasonic Lumix S1 und S1R - 10 Jahre Lumix und der Aufbruch ins Vollformat

|

Die Gerüchteküche hat es bereits seit einigen Wochen postuliert, nun herrscht Gewissheit: Am ersten „Pressetag“ der Photokina 2018 lässt Panasonic die Bombe platzen und präsentiert ein komplett neues Kamerasystem auf Vollformat-Basis – und ist damit bereits der dritte Hersteller im Jahr 2018.

Ein Wehrmutstropfen direkt vorweg: Die heutige Ankündigung ist „nur“ ein sogenanntes Development-Announcement, die eigentliche Ankündigung der Kamera mit allen Spezifikationen soll Anfang 2019 erfolgen.

Panasonic Lumix S1R [Biladmaterial: Panasonic]

Der Zeitpunkt könnte dabei kaum passender sein, präsentierte man doch vor genau 10 Jahren die weltweit erste DSLM-Kamera. Zum Start gibt es zwei Kameras: Die Lumix S1 und S1R. Wie von Sony und Nikon mittlerweile gewohnt, nutzen beide Modelle ein baugleiches Gehäuse und unterscheiden sich primär durch den eingesetzten Bildsensor. Die S1R kommt mit einem 47-Megapixel-Sensor daher und richtet sich primär an Fotografen (vergleichbar mit der Lumix G9), die S1 kommt auf „nur“ 24 Megapixel und wird als Foto-Video-Hybrid eingestuft – vergleichbar mit der GH5.

Der Rest vom Prospekt liest sich wie eine Ansammlung von Funktionen, die bei der Vollformat-DSLM-Konkurrenz in der Kombination bisher vermisst wurden: Ein flexibles Display (ähnlich der Nikon D850) zuzüglich Schulterdisplay, Autofokus-Joystick, 2 Speicherkarten-Slots (XQD + SD), Sensor-Stabilisierung, eine integrierte 4K-Video-Aufzeichnung mit bis zu 60 Bilder/s und das alles in einem wetterfesten Gehäuse, das bei bis zu -40 °C seinen Dienst verrichten soll.

Darüber hinaus will man sich noch einige Highlights für die eigentliche Präsentation Anfang 2019 aufsparen. Auf der (langen) Liste möglicher Funktionen stehen 6K-Foto/Video, HDR-Video (HLG) oder ein High-Resolution-Shot-Modus. Auch zum Autofokussystem gibt es bisher kaum Details.

Warum Vollformat?

Doch warum überhaupt der Schritt zum Vollformat? Panasonic sieht die neue S-Serie als „Abrundung des Sortiments nach oben“. Preisbrecher wie die Sony Alpha 7, die in der ersten Generation für unter 1.000 Euro zu haben ist, sind folglich nicht zu erwarten. Auch die MFT-Linie (Lumix G) bleibt erhalten und wird mit neuen Produkten versorgt.

[[YT:GG853Ks677k]]

Neben dem offensichtlichen Vorteil, ein deutlich besseres Rauschverhalten, spielt auch das Zukunftsthema 8K-Video mit in die Entscheidung hinein. Um 8K-Video im MFT-Format zu realisieren, hätte Panasonic 44,2 Megapixel (7.680 x 5.760 Pixel) auf den kleinen Sensor quetschen müssen – mehr als doppelt so viel wie bisher. Im Vollformat-Segment sind entsprechende Auflösungen seit einigen Jahren erhältlich und mit moderatem Rauschverhalten zu realisieren.

Das Lumix-S-System – in Kooperation mit Leica

Um auf Objektivseite nicht bei null beginnen zu müssen, holt Panasonic den langjährigen Partner Leica mit ins Boot. Oder genauer formuliert: Leica startet die L-Mount Alliance und ermöglicht anderen Herstellern auf Lizenz-Basis Kameras und Objektive für das System zu entwickeln. Für Panasonic bedeutet das vor allem bereits acht Leica-Objektive im System, zusätlich zu den drei eigenen Objektiven.

Leica L-Mount Alliance mit Panasonic und Sigma [Bildmaterial: Leica Camera AG]

Zum Start wird es ein 50 mm f/1.4, 24-105 mm und 70-200 mm von Panasonic geben, „mehr als 10“ eigene Objektive sollen bis Ende 2020 erscheinen. Werden Lumix-S-Kameras und Lumix-S-Objektive kombiniert, steht auch der bekannte Dual-I.S. zur Verfügung.

Auf der Photokina wurde zudem Sigma als weiterer Partner für die L-Mount Alliance bekanntgegeben.

Hinweis in eigener Sache

Die Vorab-Präsentation der Lumix-S-Serie erfolgt in München, Deutschland auf Einladung von Panasonic. Die Reisekosten wurden von Panasonic Deutschland übernommen.


Kommentare