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SSD-Hersteller OCZ wird von Toshiba übernommen

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Dem ein oder anderen PC-Bastler (älteren Jahrgangs) dürfte der Name OCZ vor allem im Bezug auf Arbeitsspeicher ein Begriff sein - ein schon seit Jahren äußerst wechselhaftes Geschäft zwischen hohen Margen und Verkäufen mit Verlusten um Überproduktionen einer ganzen Industrie zu kompensieren. Anfang 2011 stieg das Unternehmen entgültig aus und fokussierte sich fortan auf die damals förmlich explodierende Solid State Drive-Era - und ist nun insolvent.ADATA Premier Pro SP900 und XPG SX910 SSD (256 GByte) Doch auch wenn OCZ weder Speicherbausteine noch Controller selbst fertigt sondern "nur" die Endfertigung übernimmt, so hat man doch sehr viel Know-How und entsprechende Patente auf Lager, die eine Übernahme durchaus schmackhaft für die Großen der Branche erscheinen lassen. Dazu gehört der ebenfalls Anfang 2011 einverleibte Controller-Hersteller Indilinx (Stichwort: Barefoot-Controller) genauso wie jede Menge Technologie im Enterprise-Bereich, sprich Produkte für Unternehmen und Server.

Die einst so rentablen SSDs erleben derzeit einen enormen Preisverfall und kratzen beziehungsweise unterschreiten gerade die 50 Cent je Gigabyte-Marke und sind damit gut um den Faktor 2 innerhalb von rund 2,5 Jahren gefallen und zugleich etwa doppelt so schnell geworden.

Nach den bereits bestehenden Plänen den unrentablen Consumer-Bereich abzustoßen und sich auf den Geschäftsbereich zu konzentrieren, folgte vor wenigen Wochen der Insolvenzantrag und am Montag nun die Meldung (Pressemitteilung), dass Toshiba OCZ für gut 35 Millionen US-Dollar übernehmen will.

Wie geht es weiter? 

Bis zum Abschluss aller Formalitäten in wenigen Monaten will Toshiba OCZ derweil mit NAND-Flash-Bausteinen beliefern und damit direkt ein großen Problem lösen - denn aufgrund der (nahenden) Insolvenz konnte OCZ in den vergangen Monaten schlichtweg nicht mehr genung Flash-Speicher einkaufen um die Nachfrage an den Produkten zu decken.

Wie genau die Integration ablaufen wird ist derweil noch nicht abzusehen. Toshiba hat es besonders im Endkundenbereich schwer seine SSDs zu vertreiben - den SSD-Produkten mangelt es insbesondere bei jüngeren Kunden (wie Spielern) an einem "dynmischen Image" aber auch generell an Bekanntheit. Wir rechnen deshalb mit einer Fortführung von OCZ als Markenname im Endkundensegment sowie eine Eingliederung bei Enterprise-Produkten.


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