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Android L: Project Volta, neues Material Design und ART Compiler

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Wie im Vorfeld erwartet hat Google am gestrigen Abend zum Beginn der Google I/O Entwicklerkonferenz erste Details zur nächsten großen Android-Version bekanntgegeben. Diese dürfte wieder nach einer Süßspeise benannt werden, vor einiger Zeit war schon Lemon Pie im Gespräch, mangels eines Namens spricht man aber sogar bei Google nur von Android "L". Unter anderem plant man Änderungen am Design, eine höhere Energieeffizienz und endlich den kompletten Umstieg auf den ART Compiler.

Am auffälligsten dürften die neuen On-Screen-Buttons am unteren Bildschirmrand sein [Bildmaterial: Google]

Project Volta

Bei Smartphones ist die Laufzeit inzwischen zu einem der entscheidendsten Kaufargumente geworden, obwohl sich die meisten User darauf eingestellt haben dürften ihr Gerät jede Nacht zu laden. Project Volta soll Entwicklern dienen, um die Ressourcen des Smartphones besser zu nutzen und damit Energie zu sparen. Unter anderem spricht man von neuen Möglichkeiten um festzulegen, in welcher Form der Prozessor genutzt wird oder wann das Tablet oder Smartphone aufgeweckt wird und bestimmte Aktionen ausführt. Ob man auch Nutzern neue Optionen geben oder Energiesparmodi hinzufügen möchte bleibt hingegen offen.

Optisch setzt Android L auf das Material Design, welches in Layern aufgebaut ist [Bildmaterial: Google]

Material Design

Die oberflächlich offensichtlichste Änderung dürfte der Wechsel von der Holo-Benutzeoberfläche zum Material Design werden, die man künftig in allen Bereichen mit Android - also Smartphone, Tablet, Smartwatch, Chrome OS, Auto oder Fernseher - antreffen wird. Durch das vereinheitlichte Design soll der Wechse zwischen den Geräten einfacher werden, sodass man sich nicht großartig umgewöhnen muss.

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Dabei setzt man auf große einfarbige Flächen mit kräftigen Farben mitsamt neuen Symbolen und weichen Animationen, auch die neuen Onscreen-Buttons dürften eingefleischten Nutzern auffallen. Somit geht nun auch Google den von Microsoft mit Windows Phone/Windows 8 eingeschlagenen weg hinzu flacheren und klareren Nutzeroberflächen, den zuletzt auch Apple mit iOS 7 folgte.

Benachrichtigungen

Eingehende Benachrichtigungen können bei Android zukünftig nicht nur in der Statusleiste angezeigt, sondern auch auf dem Lockscreen oder einer über anderen Apps schwebenden Kachel auf dem Bildschirm dargestellt werden. Ein Anruf kann so beispielsweise angenommen oder weggewischt werden. Die Art der Benachrichtigung hängt dabei ganz vom Entwickler ab. Beim Darstellen auf dem Lockscreen soll dabei entschieden werden, ob man sich in vertrauter Umgebung - also im heimischen WLAN - oder unterwegs befindet und deshalb erst eine Pin eingegeben werden muss, damit niemand Unbefugtes Zugang zu den Informationen erhält. 

ART Compiler

Während bisher der Dalvik-Compiler das Maß der Dinge war und bei Android 4.4 nur über Entwickleroptionen auf ART zurückgegriffen werden konnte wird die Android Runtime zukünftig zum Standard. Diese übersetzt Apps bereits bei der Installation, nicht erst beim Start, in Maschinencode, was mehr Platz kostet, dafür aber den Start deutlich beschleunigen soll. Weiterhin ist der neue Compiler auch 64 Bit-fähig, um neue SoCs wie den Snapdragon 810 ausnutzen zu können.

Im Verlauf des Tages können Interessierte sich die Developer Preview von Android L als Factory Image auf ihr Nexus 5 oder Nexus 7 (2013) herunterladen und installieren. Die finale Version wird für den Herbst erwartet und selbst dann müsen die Hersteller das Betriebssystem jeweils auf ihre Geräte anpassen. HTC gab bereits bekannt, dass man definitiv Updates für das One (M8) und One (M7) bringen wird, wie bei KitKat soll dies innerhalb von 90 Tagen geschehen.


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