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Olympus OM-D E-M1X – Die teuerste MFT-DSLM aller Zeiten vorgestellt

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Olympus wird 2019 100 Jahre alt und macht sich, in gewisser Weise, selbst ein Geburtstagsgeschenk: Die Rede ist vom neuen Systemkamera-Flaggschiff OM-D E-M1X. Die Kamera ist kein Nachfolger der aktuellen OM-D E-M1 Mark II, sondern eine Erweiterung „nach oben“, die sich vor allem äußerlich fundamental unterscheidet, technisch hingegen vor allem im Detail.

Olympus OM-D E-M1X

Grundlegend lässt sich die OM-D E-M1X als „OM-D E-M1 II mit integriertem Batteriegriff auf Steroiden“ umschreiben. Das Gehäuse ist vor allem in der Höhe deutlich gewachsen, beherbergt zwei Akkus (baugleich zur OM-D E-M1 II) und bietet auch im Horizontalbetrieb einen Joystick sowie allgemein diverse Einstellräder und frei belegbare Knöpfe. Leider nicht gewachsen ist die tiefe des Handgriffs, wodurch große Hände ein wenig Probleme haben können festen Halt zu finden.

Doch die Olympus OM-D E-M1X ist weit mehr als einfach nur größer. Olympus hat an diversen Stellen Feinschliff betrieben. So ist das Magnesiumgehäuse nun IPx7 zertifiziert und hält so selbst dem stärksten Platzregen stand. Das robuste und leichte Metall wird ferner zur Kühlung verwendet: Die OM-D E-M1X ist, nach unseren Recherchen Stand Januar 2019, die erste Systemkamera, die von einer Heatpipe Gebrauch macht, um die Wärme von Bildsensor und Bildprozessor(en) abzuführen.

Dual TruePic VIII

Letztere sind nun doppelt vorhanden und sorgen folglich auch für die doppelte Rechenleistung. Olympus nutzt dies unter anderem für einen verbesserten Tracking-Autofokus (AF-C), der via Deep Learning nun auch auf Motorsport, Flugzeuge und Züge trainiert wurde – Plane- und Trainspotter werden sich freuen. Weitere Szenarien sollen folgen.

Olympus OM-D E-M1X: Erstmals in einer DSLM sorgt eine Heatpipe für den Wärmetransport.

Die viele Rechenleistung lässt sich aber auch anderweitig verwenden: Der High-Resolution-Modus funktioniert nun auch ohne Stativ frei aus der Hand, nimmt bis zu 16 Bilder auf und verrechnet diese anschließend zu einem 50-Megapixel-Foto. Die Ergebnisse im ersten Praxistest waren durchaus vielversprechend, auch wenn sich die Technik weiterhin primär für Stillleben oder Landschaftsaufnahmen (bei wenig Wind und/oder Blattwerk) eignet. Bei zu viel Bewegung im Bild bricht die OM-D E-M1X nun auch direkt ab, anstatt mit Artefakten behaftete Ergebnisse zu produzieren.

Ebenfalls via Software lässt sich nun ein ND-Filter für Fotos simulieren, in dem mehrere Bilder miteinander verrechnet werden. Wie bei jeder Langzeitbelichtung gilt auch hier: Bewegungen während der Aufnahme verschwimmen. Das gilt für fließendes Wasser genauso wie für ungewünschte Bewegungen (Äste im Wind o.ä.). Auch hier waren erste Resultate im Praxistest durchaus vielversprechend.

Olympus OM-D E-M1X: Auf der Rückseite finden sich viele neue Bedienelemente. Einige auch doppelt für den Hochkantbetrieb.

Weitere kleine, aber feine Verbesserungen: Das Menü enthält nun auch bei Olympus endlich eine „Mein Menü“-Funktion, der zweite SD-Slot ist ebenfalls UHS-II-tauglich, ein GPS-Modul mit Kompass wandert in das Gehäuse und der USB-C-Anschluss unterstützt nun auch Power Delivery 3.0 zum Laden der Akkus.

Klingt nach einer gelungenen Geburtstagsüberraschung? Durchaus! Wäre da nur nicht der Preis von happigen 2.999 Euro (UVP, nur Gehäuse). Interessenten sollen die Olympus OM-D E-M1X ab Ende Februar im Handel erwerben können.

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Passende Objektive

Als kleine Randnotiz gab es noch zwei sogenannte Development Announcement: Im Sommer soll ein 2,0x-Telekonverter erscheinen, 2020 ein 150-400 mm f/4.5 IS PRO mit eingebautem 1,25x-Telekonverter. Weitere Details folgen zu gegebener Zeit.

Prototyp des Olympus ED 150-400 mm f/4.5 TC1.25x IS PRO

Hinweis in eigener Sache

Die Reise nach Hamburg (Deutschland) erfolgte auf Einladung und unter Leitung von Olympus Deutschland. Die Kosten für Abreise und Verpflegung wurden vom einladenden Unternehmen übernommen.

Spezifikationen

 Olympus OM-D E-M1XOlympus OM-D E-M1 Mark IIPanasonic Lumix G9
Bildsensor MFT CMOS (17,3 x 13,0 mm)
Auflösung 20,2 MP (5.184 x 3.888)
80 MP (High-Res-Shot)
Bildstabilisator IBIS (7 EV)
IBIS + Objektiv (7,5 EV)
IBIS (5,5 EV) IBIS + Objektiv (6,5 EV)
Bildprozessor 2x TruePic VIII TruePic VIII  
Autofokus 121-Punkt-AF 225-Punkt-AF
ISO-Bereich 160 - 25.600 100 - 25.600
Sucher Elektronisch (EVF)
Auflösung: 2,4 Mio. Pixel
Abdeckung: 100 %
Elektronisch (EVF)
Auflösung: 3,7 Mio. Pixel
Abdeckung: 100 %
Display 3,0" Touch-LCD
1,04 Mio. Pixel
kippbar
3,0" Touch-LCD
1,04 Mio. Pixel
dreh- und schwenkbar
Blitz N/V
Serienbilder MS: Max. 15 Bilder/s (103 RAW)
ES: Max. 60 Bilder/s (49 RAW)
MS: Max. 15 Bilder/s (84 RAW)
ES: Max. 60 Bilder/s (48 RAW)
MS: Max. 12 Bilder/s (60+ RAW)
ES: Max. 60 Bilder/s (50+ RAW)
Video 4K UHD (2160p30/25/24)
Full HD (1080p60/50/30/25/24)
4K UHD (2160p60/50/30/25/24)
Full HD (1080p180/150/60/50/30/25/24)
Video-AF Kontrast-AF Kontrast-AF (DFD)
Anschlüsse USB-C (Power Delivery 3.0), micro-HDMI (Typ D), Mikrofon (3,5 mm), Kopfhörer (3,5 mm) USB-C, micro-HDMI (Typ D), Mikrofon (3,5 mm), Kopfhörer (3,5 mm) micro-USB, HDMI (Typ A), Mikrofon (3,5 mm), Kopfhörer (3,5 mm)
Speicherung SD/SDHC/SDXC (UHS-II)
SD/SDHC/SDXC (UHS-II)
SD/SDHC/SDXC (UHS-II)
SD/SDHC/SDXC (UHS-I)
SD/SDHC/SDXC (UHS-II)
SD/SDHC/SDXC (UHS-II)
WIFI / GPS Ja / Ja (+Kompass)
Bluetooth
Ja / - Ja / Ja (+Kompass)
Bluetooth 4.2 LE
Akku / Akkugriff BLH-1 DMW-BLF19E
Abmaße 144 x 147 x 75 mm 134 x 91 x 69 mm 136 x 97 x 92 mm
Gewicht 997 g 574 g 658 g
UVP 2.999 EUR 1.999 EUR 1.699 EUR

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