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Canon, Nikon, Sony oder vielleicht doch Panasonic? Worauf es bei DSLR- und Systemkameras wirklich ankommt!

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Immer wieder erhalten wir Anfragen, insbesondere über unseren YouTube-Kanal, welche DSLR- oder kompakte Systemkamera denn nun die besten Bilder macht oder einfach nur zu empfehlen ist? Grund genug dieser Frage einmal einen eigenen Artikel zu widmen.

Besonders in diversen (Fotografie-)Foren wird das Thema immer wieder heiß und energisch von, nennen wir sie freundlich, begeisterten Nutzern und Anhängern spezieller Kameramarken diskutiert. Dabei erhitzt die Frage: "Canon oder Nikon" die Gemüter so stark wie "Apple oder Samsung" respektive "AMD oder Intel" zu den Glanzzeiten der PC-Bastler-Generation.

Die Antwort ist...

..., dass es darauf keine Antwort gibt, zumindest keine allgemein gültige - geschweige denn dass die Antwort eine längere Halbwertszeit hätte als viele Lanthanoide. Deshalb wollen wir uns nicht auf aktuelle Kameramodell konzentrieren, sondern einen auch in Zukunft nützlichen 'Ratgeber' formulieren.

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Ein allzu oft verkanntes Problem ist die, insbesondere unter Einsteigern, verbreitete Meinung, dass die Kamera selbst essentiell für die eigentliche Bildqualität ist. Eine Vorstellung, die zu 'analogen Zeiten' wohl niemand gehabt hätte. Dort war der Fall klar: Das Objektiv "macht das Bild", der Film fängt es ein. Daran hat sich in der digitalisierten Fotowelt nicht viel geändert, nur dass der Film jetzt ein Bildsensor ist und fest zur Kamera gehört.

Am Anfang der digitalen Fotografie war die Annahme noch durchaus korrekt. Die Sensoren lösten teilweise mit, heute absurd klingenden, zwei Megapixeln oder weniger auf und kamen von der Lichtempfindlichkeit in etwa an professionelle Filme heran. Seitdem hat sich jedoch viel getan: Mittlerweile bieten selbst Einsteiger-DSLR-Kameras wie die Nikon D3200 bis zu 24 Megapixel Auflösung und Lichtempfindlichkeiten, von denen man bei Filmen nicht einmal zu träumen wagte.

Das Objektiv

Nikon D3200; OOC JPEG; 50 mm; f/5.6; ISO 100Die Entwicklung ging derart rasant vonstatten, dass sich der Flaschenhals in Sachen Bildqualität heute zu geschätzten 90 Prozent beim Objektiv und nicht mehr in der Kamera befindet. Diese 90 Prozent sind der normale Fotoalltag. Vom Foto im strahlenden Sonnenlicht mit hohen Kontrasten bis zum Foto im Restaurant im Abendlicht. Hier bieten günstige DSLR- und mittlerweile auch Systemkameras ein hohes Maß an Bildqualität.

Die beiden Bilder wurden mit der Nikon D3200 aufgenommen. Das Obere mit dem 18-55mm VR Kit-Objektiv, das Untere mit der Einsteiger-Festbrennweite [[ASIN:B004Y1AYAC|Nikkor AF-S 50mm f/1.8 G]] für etwa 150 Euro. Es handelt sich hier also keineswegs um ein Objektiv in einer ganz anderen Preisklasse, jedoch um eine konstruktionsbedingt einfachere und damit optisch höher optimierte Festbrennweite.

Der Unterschied in der Bildschärfe und Detailauflösung ist jedoch beachtlich. Eine weitere Aufnahme mit der Nikon D5100 (16 Megapixel), Canon EOS 650D (18 Megapixel) mit äquivalenten Objektiv oder jeder anderen aktuellen DSLR-Kamera würde hingegen kaum einen Unterschied aufweisen.

Die restlichen 10 Prozent

Natürlich hat jede Regel auch seine Ausnahmen. Es gibt Situationen, in dem die Kamera (inklusive dem Bildsensor) einen gewichtigen Einfluss hat. Beispielsweise Aufnahmen bei sehr wenig Licht, wie sie beispielsweise bei Konzerten oder Theateraufführungen vorkommen. Das Bildrauschen ist hier je nach Kamera unterschiedlich stark, (Semi-)Profimodelle wie beispielsweise die [[ASIN:B007KKKJYK|Canon EOS 5D Mark III]] arbeiten teilweise bei Lichtempfindlichkeiten bis ISO 25.600 relativ rauscharm - in etwa auf dem Niveau welches moderne Einsteiger-DSLR-Kameras bei ISO 1.600 bis 3.200 erreichen.Canon EOS 6D mit EF 24-105 mm f/4L IS USM auf der photokina 2012 Auch die Serienbildgeschwindigkeit sowie die Geschwindigkeit und Einstellbarkeit des Autofokus-Systems sind für spezielle Fälle, beispielsweise bei der Sport- und Wildlife-Fotografie, von immens hoher Bedeutung. Ein aktuelles Beispiel sind hier die Canon EOS 6D sowie die Nikon D600. Beide Modelle sind als Einsteiger-Vollformatkamera gedacht, setzen jedoch ganz andere Schwerpunkte bei der Ausstattung.

Der Fotograf

Am Ende erkauft sich jeder allerdings "nur" Möglichkeiten, kreativen Freiraum. Die Kamera ist das Werkzeug, der (Hobby-)Fotograf muss mit selbigem umzugehen wissen. Egal wie viel die eigene DSLR-Ausrüstung gekostet hat: Wer sich nie von den gewohnten Automatik-Modi trennt, die Nachbearbeitung am PC mittels RAW-Konverter (auch gerne als 'digitale Dunkelkammer' bezeichnet) fürchtet oder nur Anleitungen liest und kaum selbst fotografiert - Die Bilder werden durch die bessere Kamera nicht zwingend besser oder gar schöner.


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