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12 Tipps und Tricks zur Food-Photography

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In Zeiten von Facebook, Instagram und Co. werden wir tagtäglich mit immer mehr Bildern überflutet, viele davon drehen sich einfach um unseren Alltag. Egal ob im Urlaub, im Restaurant, dem Szene-Burger-Laden beim Berlin-Besuch oder selbstgekocht: Wir essen jeden Tag und dementsprechend viele Bilder von (leckerem) Essen finden sich im Netz. Grund genug einmal 12 Tipps und Tricks für schöne Essensbilder aufzulisten.Bereits beim Warenkorb fängt es an: Wer selbst kocht, sollte auf schönes Obst, Gemüse, Fleisch und Co achtgeben Auf Einladung von Samsung haben wir an einem kurzen Workshop zum Thema Food-Photography mit Klaus Einwanger, Food-Fotograf des Jahres 2013, teilgenommen. Im Folgenden finden Sie Tipps und Tricks zur Food-Photography, aufgeteilt in den Bereich Fotografie sowie das Anrichten vom Essen selbst, was sich also demzufolge vor allem, aber nicht ausschließlich, auf Selbstgekochtes beschränkt.

Kochen & Anrichten - Tipps vom Food-Stylisten

Wer selbst kocht, sollte sich vorab vor allem eine grundsätzliche Frage stellen: Will ich das Essen später (direkt) essen können, oder geht es mir primär um das Foto? Dabei geht es ausdrücklich nicht darum zu tricksen, etwa mit Lebensmittelfarbe, Kunstgemüse oder mit Papier ausgestopftem Essen für mehr Fülle. Aber: Nicht alles was gut schmeckt, sieht auch gut aus! Ganz wichtig: Saucen immer zum Schluss auf den Teller geben und bereits vor Beginn ein grobes Konzept entwickeln

  1. Ohne Planung geht nichts: Weißer Käse auf einem weißen Teller? Eher nicht! Farbe ist ein enorm wichtiges Element beim Thema Essen, nichts ist also wichtiger als für schöne Kontraste und Akzente zu sorgen. Doch Vorsicht: Nicht der Teller, die Schüssel oder das Brett sollen der Eye-Catcher sein, sondern das Essen. Eher schlichte Gerichte werden besser nicht mit pompösem Geschirr kombiniert.
  2. Links, rechts, oben, unten: Bereits vor dem Anrichten sollte die Frage beantwortet werden, aus welchem Winkel man das Essen fotografieren will. Die schönen und interessanten Seiten sollten immer zur Kamera schauen und nicht verdeckt werden.
  3. Reduktion oder 'weniger ist mehr': Wie immer in der Fotografie sorgen viele Elemente im Bild für Unruhe und lenken den Betrachter schnell ab. Deswegen gilt bereits beim Anrichten: Kleine Portionen wirken meist besser als ein opulentes Mahl.
  4. Frisch, nicht durch: Insbesondere Gemüse verliert beim Kochen oder Backen schnell seine knackige Farbe. Wem es primär ums Bild geht, sollte sein Essen also nach Möglichkeit nicht komplett durchkochen, Gemüse kann fürs Foto auch separat blanchiert und angerichtet werden. Wer nach dem Foto Hunger bekommt, kann es immer noch einmal aufkochen. Besonderheiten: Fleisch, insbesondere Geflügel, sollte auf den Punkt gegart werden - allein aus gesundheitlichen Gründen. Fisch sollte für ein gutes Foto nur kurz auf der Haut angebraten werden, andernfalls gerinnen Eiweiße und sorgen für einen weniger schönen Anblick.
  5. Kalt serviert: Essen kalt oder zumindest lauwarm anzurichten hat viele Vorteile. Saucen neigen nicht dazu eine Haut zu bilden, die Handhabung ist einfacher und alles sieht länger frisch aus. Für das Bild ist die Temperatur sowieso egal: Eine schön heiße, dampfende Suppe ist visuell kaum auszumachen. Entsprechende "Effekte" werden meist in der Nachbearbeitung oder ganz klassisch mit Rauch/sehr viel Wasserdampf und passendem Licht ins Bild gebracht.
  6. Erst fest, dann flüssig: Zuerst sollten feste Zutaten angerichtet werden, erst ganz am Ende kommen Saucen und Co. ins Spiel. Wer mit zu dünnen Flüssigkeiten Probleme hat, kann selbige auch leicht andicken (z.B. mit Kartoffelstärke), hier ist jedoch Augenmaß gefragt!
  7. Experimentieren: Es kann auch einmal nicht gut aussehen. Anstatt verkrampft alles zu versuchen ist ein neuer Teller meist schneller angerichtet.

Das Fotografieren

Wer sein Essen nun auf dem Teller platziert hat oder einfach auswärtig Essen ist, kann zum fotografischen Teil übergehen. Strikt sollte man beide Teile jedoch nicht trennen, wenn selbst gekocht wird: "Testfotos" im Entstehungsprozess geben einen guten Eindruck davon ob das erdachte Konzept überhaupt funktioniert. Bevor die Sauce auf den Teller kommt, sollten auch bereits die groben Kameraeinstellungen, möglichen Perspektiven und der Hintergrund bestimmt sein.

Probieren geht über Studieren: Essen lässt sich aus unendlich vielen Perspektiven und vor verschiedenen Hintergründen aufnehmen.

  1. Die Kombi machts: Ein Foto besteht immer aus mehreren Teilen, mindestens dem Motiv und dem Hintergrund. Dabei gibt es prinzipiell auch kein besser oder schlechter, Grundregel sollte aber auch hier sein: Weniger ist mehr. Der Teller mit dem Essen auf einem schlichten Tisch, vielleicht noch ein wenig Besteck dazu und fertig. Auch nur das Essen auf dem Teller kann gut aussehen.
  2. Eine Lichtquelle: Möglichst weiches Licht und auch nur aus einer Richtung passen gut zu Essen. Mehrere (harte) Lichtquellen sorgen für Mehrfachschatten und sehen eher nach "Stadionbeleuchtung" aus. Egal ob Smartphone, Kompakt- oder Systemkamera: Der eingebaute Blitz bleibt besser aus.
  3. Licht, Licht, Licht: Fotografie heißt schon im Wortsinn nichts mehr als "Licht zeichnen", ohne "gutes" Licht werden die Bilder also auch nicht ansprechend aussehen. Bereits einfache Hausmittel wie ein weißes Blatt Papier kann man als kleinen Aufheller (Diffusor) nutzen um auf der "Schattenseite" im Bild für etwas Licht zu sorgen (siehe Collage weiter oben).
  4. Reduktion: Wer verschiedene Objektive an seine Systemkamera anbringen oder zumindest einen optischen Zoom nutzen kann, sollte eher längere Brennweiten benutzen (etwa 50 - 150 mm entsprechend KB) oder in das Bild hineinzoomen. Bei Kameras mit großem Bildsensor (DSLR, DSLM) ist zudem auch eine nicht zu stark geschlossene Blende ratsam um den Blick vom Betrachter auf das Essen zu lenken.
  5. Experimentieren: Wie jedes Motiv sieht auch Essen von jeder Seite anders aus (siehe 3-fach-Bild oben). Mit verschiedenen Perspektiven zu spielen lohnt sich immer und ist in der digitalen Fotografie auch nicht mit teurem Farbfilm verbunden.

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