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SteelSeries Siberia Elite - On/Over-Ear Kopfhörer für Spieler im Test

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Nach unserem ersten Ausflug in die Welt der Gaming-Headsets mit dem Logitech G930 gehen wir diesen Weg erneut. Heute liegt jedoch ein kabelgebundenes Headset vor uns, welches in große Fußstapfen treten will. Das SteelSeries Siberia Elite wird es nicht leicht haben, schließlich handelte es sich bei dem Siberia v2 lange Zeit um das beliebteste Gamer-Headset – zumindest im skandinavischen Raum.Steelseries Siberia Elite Gaming Over-Ear-Kopfhörer mit Mikrofon Auf den ersten Blick erkennt man ein paar Eigenheiten des Designs wieder, insgesamt hat man beim Siberia Elite aber wohl eher den Spruch „Nicht kleckern, klotzen!“ befolgt und es mit zahlreichen Features vollgestopft, darunter eine USB-Soundkarte und bunte Beleuchtung. Das hat jedoch auch die Folge, dass der Preis für ein kabelgebundenes Headset sehr hoch ausfällt. Deswegen stellt sich heute eine zweite Frage: Wie schlägt sich das Siberia Elite im Vergleich mit waschechten HiFi-Kopfhörern?

Klangqualität

Die "Basisaufgabe" eines Kopfhörers ist es natürlich Töne auszugeben, dementsprechend liegt auch hier der Fokus dieses Testberichts. Erstaunlich ist das recht neutrale Klangbild für einen Gaming-Kopfhörer, die doch normalerweise eher für einen kräftigen Bass bekannt sind, um Explosionen und Gewehrschüssen den notwendigen "Wumms" zu verleihen.

Jedoch müssen sich beide Welten (Klangneutralität und ein kräftiger Bass) nicht zwingend ausschließen: HiFi-Kopfhörer bieten meist durchaus sehr trockene und druckvolle Bässe, die aber auch nur dann zupacken wenn das Musikstück dies erfordern würde. Das Siberia Elite schafft diesen Brückenschlag leider nicht und neigt eher zu wummernden Bässen.

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Dolby Prologic IIx als "Raumklang-Emulator" ist zwar prinzipiell eine gute Erfindung und funktioniert bei entsprechenden Mehrkanal-Audiosystemen auch gut - da das Signal hier aber schlussendlich wieder auf einen Stereo-Kopfhörer heruntergebrochen wird ist die Implementierung im konkreten Fall eher Marketing als ein echter Mehrwert für den Käufer.

Wer primär auf HiFi aus ist, ist mit den Siberia Elite dementsprechend nicht optimal beraten, wer jedoch einen guten Mittelweg zwischen Gaming und Musik sucht, dürfte glücklich werden.

Verarbeitung und Funktionsumfang

Wenn man den Vorgänger kennt, so wird beim Auspacken des Headsets doch sofort klar, dass es sich um ein Siberia handelt. Die beiden Stege am Kopfbügel, große Ohrmuscheln und ein weißes Kabel haben doch etwas Eigenes. Gleichzeitig wurden diese Elemente aber auch so stark abgewandelt, dass klar ersichtlich ist, dass das Ganze noch moderner und edler gestaltet wurde.

Dementsprechend fällt die Verarbeitung wirklich gut aus. Der Kopfbügel aus mattem Metall und die Ohrmuschel-Polsterung, die mit Memory Foam („Gedächtnis-Schaum“) gefüllt und mit weichem Kunstleder überzogen sind machen doch einiges her. Gleichzeitig fällt es durch diese Konstruktion enorm stabil und verwindungssteif aus, nichts knarzt oder wackelt – angemessen für den hohen Preis.Steelseries Siberia Elite: Ohrpolsterung zwischen On- und Over-Ear-KopfhörerDurch die stufenlose, gefederte Einstellung des Kopfbandes drückt dieses jedoch leider umso stärker auf den Kopf je größer dieser ist. Entwarnung gibt es für Brillenträger, außerdem spricht der perfekte Sitz für das Siberia Elite, welches selbst kopfüber noch perfekt sitzt. Leider passen jedoch nur (sehr) kleine Ohren komplett unter die Polsterung, andernfalls ist das Siberia Elite eine etwas eigenwillige Mischung aus On- und Over-Ear-Kopfhörer.

Im Bereich Ausstattung kann man hingegen voll überzeugen: Lautstärke und Mikrofon-Stummschaltung können über zwei Drehregler an den Ohrhörern bedient werden, die bei Nutzung der USB-Soundkarte auch beleuchtet sind. Das Mikrofon lässt sich wie beim Vorgänger ausziehen, hält jedoch nicht immer dort wo man es eigentlich gerade haben will. Eine LED am Mikrofon zeigt zudem an, ob selbiges gerade stummgeschaltet ist - angesichts der (notwendigen) Positionierung außerhalb des primären Blickfelds jedoch eher eine Spielerei.Steelseries Siberia Elite: Der Lieferumfang fällt ansehnlich aus Um das SteelSeries Siberia Elite für alle Einsatzgebiete fit zu machen, lassen sich (ganz klassisch) zwei 3,5-mm-Klinkenstecker (Kopfhörer + Mikrofon), nur ein Klinkenstecker für Smartphones und Ultrabooks oder die beiliegende USB-Soundkarte nutzen – ein 2,10 m langes Verlängerungskabel ist auch mit dabei. Der große Vorteil an den gummierten Flachbandkabeln ist, dass sie so gut wie nie verknoten. Perfekt für unterwegs.

Die Nutzung der USB-Soundkarte ermöglicht darüber hinaus alle Leuchteffekte und Software-Features wie Dolby Prologic IIx. Zusätzlich kann sich das Mikrofon an die Sprachlautstärke anpassen, um die Teammitglieder nicht taubzumachen. Schlussendlich sei noch erwähnt, dass die USB-Soundkarte natürlich auch mit jedem anderen Kopfhörer mit Klinkenstecker nutzbar ist.

Wer nun mitgedacht hat, dem dürfte eines auffallen: Ein Gaming-Headset mit passendem Kabel am Handy... Und tatsächlich, das Headset ist auch samt Mikrofon an dem Smartphone nutzbar. Zumindest sollte es das: An unserem Nokia Lumia 925 hat das Siberia Elite anstandslos funktioniert, am HTC One gingen die Symptome hingegen von unkontrollierten Anrufen über das Vorspulen von Liedern bis hin zum Nichtfunktionieren des Mikrofons.

Fazit und Empfehlung

Mit dem SteelSeries Siberia Elite haben wir ein hochmodernes Headset vor uns, welches für ein Gaming-Produkt einen ausgeglichenen Klang bietet und nicht übertrieben basslastig daherkommt. Die Möglichkeit es an Smartphone und PC gleichermaßen nutzen zu können, wird viele freuen - mit dem schicken Design ist es auch in U-Bahn oder Universität genauso gut aufgehoben wie auf einer LAN-Party.Steelseries Siberia Elite: Das Mikrofon ist ausziehbar, jedoch starr Die Kritik an dem Headset hält sich in Grenzen, doch vorhanden ist sie auf jeden Fall. Unserer Meinung nach hätte man das [[ASIN:B00ESQJFS0|Siberia Elite]] doch noch etwas komfortabler und die Ohrpolster weniger wuchtig gestalten können wie ASUS bei dem neuen Cerberus oder wie beim Beyerdynamic DT-770 Pro. Der Fakt, dass es an unserem HTC One praktisch nicht nutzbar ist schränkt den Gebrauch weiter ein, wobei nicht klar ist, ob dieser Fakt dem Headset oder Smartphone zu verdanken ist. Ein interessantes Feature wäre natürlich noch eine kabellose Bluetooth-Variante, doch durch den notwendigen Akku würde wohl alles nur noch mehr anwachsen.

Unser aller letzter Kritikpunkt ist der hohe Kostenpunkt für ein Gaming-Headset. Während das [[ASIN:B002Q8IHDQ|Siberia v2]] nach wie vor für knapp 70 Euro lieferbar ist hat man den Preis mit 185 Euro (Stand 19.02.2014) mehr als verdoppelt. Alternativen wären das erst seit Kurzem lieferbare [[ASIN:B00FEDP968|Roccat Kave XTD 5.1 Headset]] oder das kabellose [[ASIN:B00DILPKEY|Creative Soundblaster EVO Wireless]]. Wer allerdings das nötige Kleingeld besitzt und auf der Suche nach einer Kombination aus Headset und Style-Element ist, der sollte hier definitiv fündig werden.


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