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beyerdynamic Amiron Wireless (Copper Edition) - HD-Audio mit und ohne Kabel

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Beyerdynamic gehört zu den heimlichen Champions der Deutschen Wirtschaft. Wenn man auch nie die Massenbekanntheit von "hippen" Marken wie Beats by Dre erreicht hat, findet man die Audio-Produkte "Made in Germany" weltweit – vom Konferenzraum, über den Videoschnitt-Arbeitsplatz im YouTube-Multi-Channel-Netzwerk bis zum Wohnzimmer eines Musikliebhabers.

beyerdynamic Amiron Wireless: Copper Edition

Insbesondere der DT-770 Pro gehört zu einem der beliebtesten Over-Ear-Kopfhörern im professionellen Umfeld, was auch dem vergleichsweise geringen Preis von knapp 120 Euro geschuldet sein dürfte. Der Amiron Wireless schlägt, mit einem Preis von bis zu 799 Euro in der Copper-Edition, jedoch ein deutlich größeres Loch in den Geldbeutel, ist aber auch beyerdynamics "Kabellos-Flaggschiff".

Design und Verarbeitung

Der beyerdynamic Amiron Wireless ist ein klassischer Over-Ear-Koipfhörer in geschlossener Bauweise und bringt recht durchschnittliche 400 Gramm auf die Waage. Das Kopfband ist circa 1,5 cm dick gepolstert, bei der Copper-Edition befinden sich auf Oberseite zusätzlich zwei kupferfarbene Akzentstreifen. Die Größe lässt sich auf jeder Seite in zehn Stufen um je gut 4,5 cm verlängern.

Angenehm fiel im Test insbesondere der gut gewählte Anpressdruck auf: Stark genug, um Umgebungsgeräusche in Kombination mit der dicken Ohrpolsterung passiv gut abzuschirmen, und zugleich nicht zu stark, sodass der Tragekomfort nach mehreren Stunden leiden würde. An heißen Tagen kommt man auch in den Amiron Wireless ins Schwitzen, unangenehm warm wird es jedoch eher nicht.

beyerdynamic Amiron Wireless

Ein weiteres Highlight für Technikfreunde: Der Kopfhörer verfügt über einen modernen USB-C-Anschluss, der deutlich langlebiger als micro-USB daherkommt und auch in immer mehr Smartphones zum Einsatz kommt. Unterwegs genügt so ein Netzteil für mehrere Geräte, auch wenn die Akkulaufzeit des Amiron Wireless problemlos die 25-Stunden-Marke knackt.

Gesteuert wird der Kopfhörer über ein Touch-Panel, das unsichtbar auf der rechten Seite untergebracht wurde. Eine Art Doppelklick startet respektive pausiert so das aktuelle Lied, ein leichter Wisch nach oben und unten reguliert die Lautstärke (stufenlos) und seitlich kann zum letzten respektive nächsten Lied gespult werden.

Klang und MIY-App

Der Amiron Wireless ist zwar kein absolut neutral abgestimmter Studio-Kopfhörer, was insbesondere am etwas zu starken, aber dennoch präzisen Bass sowie der allgemein etwas warmen Klangfarbe zu erkennen ist. Dennoch gibt es keine echte Kritik im Sinne spitzer Höhen oder eines dumpf vor sich hin wummernden Bass.

Der Ton gelangt wahlweise per (wechselbarem) Klinke-Kabel oder via Bluetooth zum Kopfhörer. In letzterem Fall wird gleich eine ganze Bandbreite an hochauflösenden Audio-Codecs unterstützt, genauer: aptX, aptX LL (Low Latency), aptX HD und AAC. Während das normale aptX und AAC in vielen Geräten unterstützt werden, findet sich das moderne aptX HD vor allem in Premium-Smartphones.

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Über die MIY-App (Android, iOS) lassen sich zudem Anpassungen am Klang vornehmen, die über die integrierte MOSAYC Klang-Personalisierung an den Nutzer angepasst werden. Der Effekt ist folglich bei jedem Menschen anders und schwankte in unserem Test, je nach Person, zwischen "es klingt deutlich besser" und "Ich bevorzuge den Standard-Klang".

Über die App lässt sich ferner die Empfindlichkeit des Touch-Pads einstellen, was insbesondere bei Regen hilfreich sein kann, wenn man die Kopfhörer einmal unter der Kapuze tragen will. Auch Ansagen (Ladezustand, Verbindungsaufbau, etc.) sowie die Leuchtstärke der kleinen Lade-LED lassen sich regulieren.

Fazit und Empfehlung

Die [[ASIN:B079P4348N|beyerdynamic Amiron Wireless]] ließen sich mit vielen Adjektiven beschreiben, günstig gehört leider nicht dazu. Schon die "normale" Version in Silber/Grau schlägt mit über 500 Euro zu Buche, die [[ASIN:B07VVC1KH3|Copper Edition]] gar mit einer UVP von 799 Euro.

Von der Verpackung über die Verarbeitung bis hin zur Klangqualität und Unterstützung moderner Audio-Codecs gibt es folglich auch nichts zu kritisieren. Der hohe Preis hat, in Kombination mit der teureren Fertigung in Deutschland, also durchaus eine gewisse Rechtfertigung. Andererseits wäre im gehobenen Preisbereich eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC) durchaus angebracht.