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Canon EOS 1100D im Test

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Da ich mittlerweile sehr viel Erfahrung mit Canon Einsteiger-DSLRs sammeln konnte - darunter die 1000D, 450D, 550D und jetzt auch die 1100D - werde ich versuchen eine Entscheidungshilfe für alle noch unentschlossenen und Rat-suchenden zu geben.

Die EOS 1100D

Doch erst einmal zum "Star" dieser Review, der [[ASIN:B004MKNBKU|Canon EOS 1100D]] und damit lang erwarteter Nachfolger der EOS 1000D. Die 1100D kann, wenn auch stark vereinfacht, als abgespeckte EOS 450D mit Elementen der EOS 500D beschrieben werden, zumindest lassen das die meisten Spezifikationen erahnen. Damit geht Canon also einen ähnlichen weg wie bei der 1000D, selbige stellte eine Kombination aus 400D und 450D dar und war ebenfalls an einigen Stellen noch etwas weiter beschnitten.

Hier sehen Sie ein Bild aus der EOS 1100D im RAW-Modus, umgewandelt mit Digital Photo Professionell. Weiter unten finden Sie ein Bild aus der gleichen Perspektive im Video-Modus. Gut erkennbar ist vor allem die höhere Farbtiefe im Foto-Modus (Hell-zu-Dunkel Verlauf bei den Blättern) sowie eine höhere Detailauflösung.

Bildqualitaet der Canon EOS 1100D im Vergleich - Foto-Modus (Av)

Neben der HD-Video Funktion hat auch ein neues Belichtungsmesssystem (iFCL) Einzug gehalten, was meiner Erfahrung nach besser arbeitet als das der 450D, vor allem kommt es wesentlich seltener zu gröberen Fehlbelichtungen. Das 9-Punkt-Autofokus-System dürfte vielen ebenfalls bekannt sein, wird es doch bereits seit der EOS 400D genutzt, zugegeben mit kleineren Änderungen aber wirklich neu war erst das AF-System der EOS 7D.

Der verbaute 12,2 MP-Sensor scheint eine Neuentwicklung zu sein, zumindest hat sich das Rauschverhalten gegenüber der 450D stark verbessert, auch zeichnet der Sensor trotz nominell gleicher Auflösung etwas feiner (bezogen auf den RAW-Modus). Sicherlich ist hier auf einiges dem DIGIC IV-Bildprozessor zuzuschreiben.

Das verbaute 2,7" LC-Display kommt aus der EOS 1000D und löst mit gerade einmal 230.000 Subpixeln auf - kein Vergleich zu den 920.000 bis 1.040.000 Subpixeln der EOS 500D respektive 550D/600D. Hier merkt man dann spätestens das erste Mal den Rotstift, aber auch sonst hat Canon besonders am Äußeren gearbeitet und gespart. Die Gummierung unter dem Auslöser ist weggefallen, genauso wie der separate SD-Slot an der rechten Außenseite - Die SD-Karte wird nun über dem Akku-eingeschoben. Der Akku ähnelt nun auch etwas mehr denen der Kompakt-Baureihe und aufgrund der Bauart scheint auch kein Battery-Grip mehr installierbar zu sein.

EOS 1100D Vs 1000D

Man sollte meinen, einen solchen Vergleich muss der Nachfolger eigentlich für sich entscheiden - ist dem hier auch so?

Pro EOS 1100D:

  • 12,2 MP-Sensor + DIGIC-4 Prozessor
  • Besseres Rauschverhalten bis ISO 1.600
  • Bis ISO 6.400 einstellbar (1000D bis ISO 1.600)
  • HD-Video (720p30/p25)
  • Bessere Belichtungskorrektur (+- 5 EV)
  • mini-HDMI Ausgang
  • SDXC-Support

 

Pro EOS 1000D:

  • höhere Serienbildgeschwindigkeit im RAW-Modus (1,5 vs 1,2 FPS)
  • integrierte Sensor-Reinigung (Ultraschall)
  • Gummierte Oberfläche unter dem Auslöser
  • Bessere Tastenanordnung
  • Seitlicher SD-Slot

Wie man sieht hat sich bei der EOS 1100D viel im Bereich der Bildqualität getan, vor allem die Möglichkeiten des DIGIC-IV Bildprozessors wurden ausgenutzt (High-ISO, HD-Video). Gespart wurde größten teils an der Haptik, kein besonders schlauer Schachzug wenn man den Kunden davon überzeugen möchte bei der Marke zu bleiben. Besonders die gummierte Oberfläche verbessert das Haltevermögen ungemein und kostet sicherlich nicht die Welt.

[[YT:ImSmmFKi2Q0]]

Und warum man die automatische Sensor-Reinigung (Auch EOS integrated Cleaning System) nicht mehr einbaut, bleibt mir persönlich ein Rätsel.

EOS 1100D Vs 500D

Der Vergleich bietet sich an da beide Kameras aktuell für etwa den gleichen Preis über die Ladentheke wandern. Hier sollte, nein muss die 1100D also punkten um eine Existenzberechtigung zu besitzen.

Pro EOS 1100D:

  • Etwas besseres Rauschverhalten
  • SDXC-Support

 

Pro EOS 500D:

  • Bessere Haptik in praktisch allen Bereichen
  • 3"-Display mit 920.000 Subpixeln
  • 15 Megapixel-Sensor aus der EOS 50D
  • High-ISO bis ISO 12.800 (wenn auch mit sehr starkem Bildrauschen)
  • integrierte Sensor-Reinigung (Ultraschall)
  • Höhere Serienbildgeschwindigkeit im RAW- wie JPEG-Modus
  • Größerer Pufferspeicher (9 statt 3 RAW-Bilder)
  • FullHD-Video (nur 20 FPS!)

Alles in allem bleibt die 1100D also kaum mehr als ein besseres Rauschverhalten des 12,2 MP-Sensors und die Unterstützung von SDXC-Speicherkarten. Die EOS 500D hingegen bietet im Gegenzug praktisch in allen anderen Bereichen mehr, sei es bei der nominellen Auflösung, Serienbild-Aufnahmen, FullHD statt HD-Ready, ein höher aufgelöstets Display oder allgemein bessere Ausstattung und Haptik. Wen man hier aktuell vorziehen sollte, muss also wohl kaum mehr erörtert werden.

[[YT:oPF92LxWo84]]

Fazit

Gespart an den falschen stellen und immer noch zu teuer? - So kann man die  [[ASIN:B004MKNBKU|Canon EOS 1100D]] wohl am Besten beschreiben. Die Vorteile gegenüber der 1000D liegen vor allem auf dem Papier, in der Realität sind sie kaum den Aufpreis wert, besonders angesichts der nicht unwichtigen Haptik.

Spätestens bei der EOS 500D wird dann jede Einsparung ad Absurdum geführt. Die 500D bietet mehr von allem, zum gleichen Preis und ist damit eindeutig vorzuziehen. Vielleicht hätte Canon lieber eine etwas beschnittene 500D als Einsteiger-DSLR bringen sollen - meinetwegen auch nur mit HD-Ready, 12.2 Mepgapixeln, ISO 6.400 und 1,5 FPS im RAW-Modus - so bleibt ein fader Beigeschmack.

Alles in allem bleibt die Canon EOS 1100D trotzdem eine gute Kamera die mit den richtigen Objektiven (Ich habe Sie mit einem Sigma 17-70mm DC OS HSM sowie einem Sigma 70mm EX DG Makro getestet) brillante und scharfe Bilder produzieren kann und für Einsteiger so gut geeignet ist - nur der Preis stimmt aktuell eben nicht.

Bildqualitaet der Canon EOS 1100D im Vergleich - Video-Modus (720p30)

Noch ein Wort zum Kit-Objektiv. Das EF-S 18-55 IS II unterscheidet sich vom Vorgänger (ohne "II") nur rein äußerlich. Hier wurden, wie sollte es anders sein, kleine Änderungen zur Kostenreduzierung vorgenommen. Das Objektiv wird dadurch aber weder schlechter noch besser. Im Vergleich zum EF-S 18-55 II (also ohne "IS") ist das jetzige optisch ein eindeutiger Fortschritt, aber auch nicht mehr als eine Einsteiger-Linse.


Kommentare

monkeygun am

canon eos 1100 d f?r 420 euro und canon eos 500d f?r 600 euro
also doch nen "kleiner" unterschied....

blogadmin am

Bitte dabei immer beachten, dass der Artikel nun gute 11 Monate alt ist und zum Erscheinungszeitpunkt besonders die Preise noch etwas anders aussahen ;-)

Philipp am

Hallo,
ich habe auch zwischen der 1000D und 1100D "w