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Nikon Coolpix L120 - Bridgekamera im Test

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Die Coolpix L120 stellt die aktuellste Generation von Nikon‘s Bridgekameras dar. Im Vergleich zum Vorgänger hat Nikon hauptsächlich den optischen Zoom von 15- auf 21-fach erhöht (25-525 mm entsprechend KB) sowie die Sensorauflösung von 12 auf 14,1 Megapixel (MP) erhöht – angesichts der gleichen Sensorgröße (1/2,3“ IT-CCD) hört sich besonders letzteres zwar wieder eher nach einer üblichen Verschlimmbesserung an – aber schauen wir mal genauer hin.

Zwischen Kompakt- und System-/Spiegelreflexkameras gibt es noch die Klasse der sogenannten Bridge-Kameras, welche im Vergleich zu „gewöhnlichen“ Kompaktmodellen mit größeren Objektiven und teilweise auch etwas größeren Bildsensoren daher kommen, jedoch keinen Objektivwechsel ermöglichen. Je nach Modell gib es auch „echte“, sprich optische Bildstabilisierung, oder wie im Falle der Coolpix L120 wieder einmal lediglich eine Sensorshift-Stabilisierung – weniger wirksam aber immer noch besser als die rein elektronische Variante vieler Kompaktkameras.

Handhabung

Die Handhabung der Coolpix L120 ist Nikon äußert gut gelungen. Dank der gut gummierten Griffflächen sowie der einsteigerfreundlichen Tastenanordnung braucht man für die Grundfunktionen – Fotografieren und Filmen – garantiert kein Handbuch.
Auf der Oberseite befindet sich lediglich der Ein-/Ausschalter, der Auslöser sowie der Zoomregler – alles da wo man es vermutet. Eine weitere Möglichkeit zum Zoomen verbaut Nikon auf der linken Seite des Objektivs – reichlich ungewöhnlich und wird deshalb wohl eher von Wenigen genutzt werden, für Linkshänder aber ein nicht zu verachtender Vorteil.

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Auf der Rückseite befindet sich neben den üblichen Knöpfen (Menü, Vorschau, Löschen) und dem Steuerkreuz noch ein extra Knopf für die verschiedenen „Scene“-Modi – also verschiedene Motivprogramme – sowie ein extra Knopf zum Starten von Filmaufnahmen. Die Menüstruktur ist etwas undurchsichtig, weniger versierte Nutzer werden hier mindestens anfangs das handbuch benötigen.
Einen Großteil der Kamerarückseite belegt aber das hochauflösende Display der Coolpix L120, welches bereits auf dem Fotoapparat eine adäquate Einschätzung der Bildqualität und Bildschärfe erlaubt.

Auch sonst ist die Verarbeitung der Kamera als äußert hochwertig anzusehen. Lediglich die Abdeckung des Batteriefachs, betrieben wird die L120 übrigens mit handelsüblichen AA-Batterien oder Akkus, wirkt nicht sonderlich stabil und muss mit etwas Kraft verschlossen werden.

Bildqualität

An der Bildqualität der Nikon L120 ist prinzipiell nichts auszusetzen, bewegt selbige sich doch auf dem Niveau aktueller Kameras aus dem Preisbereich der L120. Auffällig ist die relativ starke und besonders im Dunklen „grobkörnig“ zu Werke gehende Rauschunterdrückung. Zwar bietet die L120 leider keinen RAW-Modus an, was eine genaue Beurteilung der Bildqualität unmöglich macht, jedoch sehen die Artefakte meiner Meinung nach weniger nach Schwächen an der Optik aus.

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Die Optik selber bietet für den großen Brennweitenbereich von 25 bis 525 mm eine gute Bildqualität, allerdings hapert es wie bei vielen anderen Modellen auch am oberen und unteren Ende der Brennweite. So lässt das Auflösevermögen des Objektivs im Weitwinkel (etwa unter 50 mm) nach, der Tele-Bereich (über 400 mm) hat hingegen mit Chroamtischer Aberration (Farbfehlern) zu kämpfen – besonders bei nahen Fokusdistanzen, also zum Beispiel im Makrobereich.

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Die Bilder sind auf der höchsten Qualitätsstufe etwa 5 bis 6 MB groß, dementsprechend wenig Kompressionsartefakte sind zu erkennen. Lediglich bei sehr feinen Strukturen wie Grashalmen oder ähnlichem fallen minimale Artefakte auf.

Filmmodus

Der HD-Filmmodus kann wie bereits erwähnt über eine extra Taste auf der Rückseite aktiviert werden und unterstützt maximal 1280x720 Pixel Auflösung bei bis zu 30 Bildern pro Sekunde, sprich 720p30 oder auch HD-Ready. Die Datenrate beträgt dabei etwa 8 bis 9 Mbit/s, aufgrund der einfachen Kompressionsalgorithmen sind hier viele Kompressionsartefakte zu erkennen und auch feine Strukturen neigen relativ stark zum Flimmern.

Das eingebaute Stereomikrofon erzeugt einen relativ guten Klang, zumindest ist das Endergebnis weit weniger Dumpf oder gar Blechern als das vieler Kompaktkameras. Wie jedoch bei praktisch allen integrierten Mikrofonen werden Windgeräusche sehr laut aufgezeichnet.

Mit größeren Abstrichen kommt der Autofokus beim Filmen daher, dieser arbeitet sehr langsam und braucht gerne mal mehrere Sekunden bis er wirklich in Aktion tritt. Der Vorteil daran: der Autofokus „pumpt“ weniger. Das heißt wenn er denn einmal sitzt erfolgt keine ständige Nachjustierung und wenn dann nur sehr langsam.

Fazit

Kurz kann man die Nikon Coolpix L120 wohl als „Easy-to-use Super-Zoom“-Kamera mit kleinen Abstrichen bezeichnen. Das Bedienkonzept ist gelungen und einsteigerfreundlich, die Menüführung könnte besser sein – Die Fotoqualität ist weder schlecht noch überragend und der 720p-Videomodus krankt noch an ein paar Kinderkrankheiten. Alles in allem ein gutes Gesamtkonzept mit ein paar verbesserungswürdigen Details. Mittlerweile ist auch der Nachfolger [[ASIN:B0071L3JIG|Nikon Coolpix L810]] verfügbar.


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