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Günstiges Standard-Zoom-Objektiv im Test: Tamron SP 17-50mm f/2.8 Di II VC

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Das Tamron SP AF 17-50mm f/2.8 XR Di II VC LD Aspherical [IF] kann definitiv mit einem der längsten Namen aufwarten - Doch was steckt dahinter? Wir haben das, mit 379 Euro recht günstige, Objektiv getestet und wollen klären, ob Potential zum Preis/Leistungs-Tipp vorhanden ist. Auf der Habenseite stehen ein optischer Bildstabilisator (VC) sowie eine durchgehend hohe Lichtstärke von Blende f/2.8.

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Die Verarbeitung und Materialwahl ist dem Preis entsprechend nicht auf aller höchstem Niveau: Plastik dominiert das Äußere von Tamrons günstigem Einstieg in die Welt der lichtstarken Standard-Zoom-Objektive. Die Gummierung des Zoom- sowie Fokus-Rings wirkt hochwertig und bietet auch in leichtem Regen - oder allgemein bei Nässe - noch genügend Halt. Ebenfalls aus Plastik und trotz des Preises mit im Lieferumfang ist eine tulpenförmige Gegenlichtblende.

Der manuelle Fokus hat einen sehr kurzen Drehwinkel vom Makro-Modus bis zur Unendlich-Stellung. Beim Fotografieren macht dies eine präzise Einstellung sehr schwer, im Videomodus verhindert es in Kombination mit dem geringen Widerstand des Fokus-Rings ein ruhiges Nachziehen der Schärfe (mehr zum Thema im verlinkten Video).

Autofokus und Bildstabilisator

Der Autofokus ist beim Tamron SP AF 17-50 mm f/2.8 Di II VC als Mikromotor ausgeführt und damit weit ab von dem was Tamron, sowie andere etablierte Hersteller, in ihren höherwertigen Objektiven - in Form von Ultraschall-Motoren - verbauen. Nachteil: Der Mikromotor ist deutlich hörbar und langsamer als moderne Ultraschallfokussierungen. In Sachen Präzision kann man hingegen durchaus mit der Konkurrenz mithalten.Testbild des Tamron 17-50 mm f/2.8 Di II VC an einer Canon EOS 550DDer Bildstabilisator liegt auf dem Niveau der Konkurrenz am Markt, lediglich brandneue Premium-Objektive wie das [[ASIN:B0076FS09A|Canon EF 24-70mm f/4L USM]] bieten hier eine merklich bessere Stabilisierung. Im Videomodus macht der Bildstabilisator im Tamron SP AF 17-50 mm f/2.8 Di II VC eine gute Figur. Auch bei wenig Bewegung neigt der Stabilisator nicht zum "Eiern" sondern stabilisiert nur real vorhandene Bewegungen aus.

Bildqualität

Auch wenn man es angesichts des geringen Preises, für ein lichtstarkes Standard-Zoom-Objektiv wohlbemerkt, zuerst nicht denken mag: Im Bereich der Bildqualität hat Tamron versucht das Optimum aus dem Budget herauszuholen. Lediglich bei Offenblende (f/2.8) und Brennweiten oberhalb von etwa 35 mm merkt man einen deutlichen Abfall der Auflösung sowie des Kontrasts. Ein Abblenden um eine Stufe (f/4.0) bewirkt bereits eine deutliche Zunahme der Bildqualität.

Testbild des Tamron 17-50 mm f/2.8 Di II VC an einer Canon EOS 650DIn so ziemlich allen anderen Disziplinen leistet man sich keinerlei Fehltritte: Das Bokeh (die Schönheit der Unschärfe im Vorder- und Hintergrund) ist angenehm weich und geht sauber über, Farbfehler (chromatische Aberration) ist nur in geringem Ausmaß zu beobachten und mit jedem gängigen RAW-Konverter einfach zu korrigieren. Die Randabschattung (Vignettierung) fällt ebenfalls sehr gering aus und ist generell zu vernachlässigen.

Fazit und Empfehlung

Tamron SP-AF 17-50 mm f/2.8 Di II VCAnfangs standen wir dem [[ASIN:B002OED6ZQ|Tamron SP 17-50mm f/2.8 Di II VC]] skeptisch gegenüber, zugleich aber auch interessiert. Denn im Vergleich zur Konkurrenz, wie beispielsweise dem [[ASIN:B003A6H27K|Sigma 17-50 mm f/2.8 EX DC OS HSM]], legt man die Messlatte beim Preis um gute 35 Prozent, respektive 200 Euro, nach unten.

Der Rotstift ist auch des Öfteren zu spüren, insbesondere beim Autofokus und dem hohen Plastikanteil. Beim "Kerngeschäft Bildqualität" hat man hingegen nichts anbrennen lassen und bietet so schlussendlich ein rundes Gesamtpaket, insbesondere für ambitionierte Einsteiger. Wer häufig in extremeren Wetterlagen unterwegs ist oder das letzte bisschen Bildqualität aus seiner DSLR-Kamera herausholen will, sollte hingegen den die (merklich teurere) Premium-Klasse von Canon, Nikon und Co mit in Betracht ziehen.


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