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Samsung NX300 - 20,3 MP Systemkamera im Test

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Systemkameras sind für Samsung nichts neues, schon vor gut 2 Jahren testeten wir die NX11, damals noch mit eher bescheidenen Ergebnissen im Bereich Bildqualität. Insbesondere der Dynamikumfang lies Anlass zur Kritik. Der neuste Ableger in Form der NX300 ist noch stärker als je zuvor auf die Zusammenarbeit mit Smartphones, Tablets und Co ausgelegt - NFC und WiFi (2,4 und 5 GHz) sind dementsprechend mit dabei. Doch wie sieht es in der Kerndisziplin Fotografie aus?

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Der 20,3-Megapixel-CMOS-Sensor kommt wie gehabt im APS-C Format daher und bietet gegenüber den Systemkameras von Panasonic, Olympus oder Nikon entsprechend mehr Sensoroberfläche - was auf ein gutes Rauschverhalten hoffen lässt. Besonders beim Autofokus will Samsung zudem viel gearbeitet haben, eine gute Entscheidung, denn besonders hier hatte die Samsung NX1000 ihre Defizite.

Design und Verarbeitung

Im Vergleich zur erwähnten Einsteiger-Systemkamera NX1000 kommt die NX300 wesentlich edler daher. Ein Großteil der Front ist mit Kunstleder überzogen (je nach Farbvariante in Weiß, Braun oder Schwarz), die Oberseite ist zwar aus Plastik gefertigt, wirkt aber wie gebürstetes Aluminium. Allgemein fällt auf, dass die NX300 dankbarer Weise erstaunlich resistent gegenüber Fingerabdrücken ist und auch mit schwitzigen Händen noch sicher in der Hand liegt.

Samsung NX 300Zwar ist generell viel Plastik im Spiel, alles in allem wirkt die NX300 jedoch sehr hochwertig und kann mit einer sehr guten Verarbeitungsqualität aufwarten. Alle Teile passen exakt zusammen, die Knöpfe besitzen einen guten Druckpunkt. Lediglich das "Zoom-Rad" auf der Oberseite könnte eine etwas straffere Abstimmung vertragen.Samsung NX 300 Beim Design orientiert man sich an den Vorgängern aus eigenem Hause und scheint langsam eine durchgehende Designphilosophie gefunden zu haben. Bestandskunden wird es freuen, ist doch kaum Umgewöhnungszeit notwendig. Aber auch Einsteiger werden sich schnell zurechtfinden. Insbesondere das Moduswahlrad ist auf das Nötigste beschränkt und nicht mit etlichen Motivprogrammen überladen worden. Auch die Rückseite orientiert sich mit dem Steuerkreuz, Tasten für Menü, Belichtungskorrektur, die Bild/Video-Wiedergabe und das Löschen selbiger an den üblichen Standards.

Das 3,3"-Touch-Display lässt sich um 90° nach oben sowie 45° nach unten anwinkeln, drehbar oder nach außen schwenkbar ist es nicht. Die Bildwiedergabe ist dank AMOLED-Technologie im Bereich Farbreproduktion auf hohem Niveau, die Pen-Tile-Matrix sorgt jedoch leider für eine nur durchschnittliche Bildschärfe und Texturflimmern an feinen Strukturen in der Bildvorschau.

Bildqualität und Autofokus

20,3 Megapixel auf einem CMOS-Sensor im APS-C-Format entsprechen dem aktuellen Stand der Technik (Canon 18 MP, Nikon 24 MP) und auch Samsung scheint mit der hohen Pixeldichte nicht überfordert: Auch bei weniger Umgebungslicht sind die Bilder noch erfreulich rauscharm. Das Bildrauschen sowie der Dynamikumfang sind bis ISO-800 im grünen Bereich, anschließend geht es mit dem Dynamikumfang verhältnismäßig schnell bergab, das Rauschen bleibt bis etwa ISO-3.200 auf einem akzeptablen Niveau.Beispielbilder der Samsung NX300

Wie immer heißt es jedoch "Augen auf beim Objektivkauf" - Das 18-55 mm Kit-Objektiv kann nur bedingt die hohe Bildauflösung des 20,3 MP-Sensors ausreizen. Für unsere Tests haben wir deshalb auf das Samsung 60 mm f/2.8 Macro ED OIS SSA [EX-M60SB] und das Samsung 45 mm f/1.8 i-Function [S45ANB] gesetzt.

Beispielbilder der Samsung NX300Das [[ASIN:B005LVK79C|Samsung 60 mm f/2.8 Macro ED OIS SSA]] ist bereits im mittleren dreistelligen Preisbereich angesiedelt, kann jedoch leider nicht durchweg mit gleichteuren Makro-Objektiven wie beispielsweise dem [[ASIN:B000GPHQWO|Sigma 70 mm f/2.8 EX DG Macro]] mithalten. Das Bildschärfe ist erst ab Blende f/5.6 auf hohem Niveau und das Bokeh zu unruhig um sich beispielsweise auch für Portraitaufnahmen zu eignen. Beispielbilder zum Samsung 60 mm f/2.8 Macro ED OIS SSA finden Sie in unserem Forum.

Das [[ASIN:B00B5XLLK4|Samsung 45 mm f/1.8]] liegt mit immerhin 249 Euro (Ladenpreis, Stand 01.06.2013) gute 150 respektive 70 Euro über den vergleichbaren Objektiven von Canon und Nikon (je 50 mm f/1.8). Hier stellt sich uns die Frage nach dem Warum, denn weder im Bereich Verarbeitung noch Bildqualität kann man sich absetzen. Zwar ist beispielsweise die Bildschärfe ab etwa Blende f/2.5 auf hohem Niveau, Farbfehler (chromatische Aberration) treten aber selbst bei Blende f/5.6 noch massiv auf. Mehr Beispielbilder zum Samsung 45 mm f/1.8 i-Function finden Sie ebenfalls in unserem Forum.

Der Autofokus ist leider, immer noch, ein echter Pferdefuß an der Samsung NX300. Zwar hat man sich im Vergleich zu vorherigen Generationen merklich gebessert, aber selbst bei strahlendem Sonnenschein braucht die Kamera teilweise über eine Sekunde um den Fokus korrekt zu setzen, bei weniger Licht und entsprechend weniger Kontrast im Bild versagt der Autofokus dann teilweise auch einmal komplett.

Videomodus

Einmal mehr stellt sich ein Hersteller selbst ein Bein beim Erfolg seines Produkts. Der Videomodus bietet auf den ersten Blick mit 1080p50/60 einen durchaus nennenswerten Vorteil gegenüber Canon und Nikon, doch hat man sich leider gegen die Integration eines Anschlusses für ein externes Mikrofon entschlossen. Zwar bietet man mit dem [[ASIN:B0083TWHJ2|Samsung EM10]] ein obligatorisches, externes Mikrofon für den Blitzschuh, semiprofessionelle Filmer wird dies aber gewiss nicht ausreichen.Samsung NX 300 Sehr schade, denn besonders die 50 respektive 60 Bilder/s in FullHD-Auflösung bietet sonst beinahe nur Sony im Bereich der APS-C-Kameras. Für die Zukunft bleibt nur die Integration eines entsprechenden Mini-Klinke-Anschlusses zu hoffen.

Fazit und Empfehlung

Samsung macht mit der [[ASIN:B00B5XLHBC|NX300]] vieles besser und auch richtig, so beispielsweise mit dem guten 20,3-Megapixel-Sensor, der sehr guten Verarbeitung als auch Materialwahl oder einen Videomodus mit bis zu 60 Bildern/s in FullHD-Auflösung. Auch eine Lizenz von Adobe Lightroom ist mit im Lieferumfang - sehr gut. Leider leistet man sich auch unnötige Patzer: Der Autofokus ist weiterhin zu träge, insbesondere bei wenig Licht. Auch einen Anschluss für externe Mikrofone von Drittherstellern zu "vergessen" ist leider weniger glücklich und hätte der NX300 gut zu Gesicht gestanden.

Angesichts des hohen Preises und der noch eher mageren Objektivauswahl würden wir derzeit eher zur [[ASIN:B004MKNBJG|Canon EOS 600D]] oder der Nikon D3200 raten, wer es deutlich kompakter mag und im Bereich Video einen Mikrofonanschluss wünscht, sollte auch die Canon EOS M nicht ignorieren, wenn auch hier der Autofokus zuweilen eher träge reagiert.


Kommentare

parisa_2007 am

welche Alternativen gibt es noch? Canon EOS 600D oder auch 60D machen tolle Fotos, aber diese sind zu schwer und für unterwegs unpraktisch.

Welche Systemkamera können Sie empfehlen, die mit Bildqualität glänzen kann?

Matze am

Die Canon EOS 100D wäre hier beispielsweise eine denkbare Alternative.

parisa_2007 am

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Die Canon EOS 100D habe ich mir auch angeschaut, aber sie liegt nicht so gut in der Hand und konnte mich deswegen nicht überzeugen. :(

Ich brauche bei einer Kamera nicht unbedingt viel "Schnickschnack", ich möchte sie auf Reisen mit nehmen und schöne Bilder machen können. Sie soll leicht sein und gute Bildqualität liefern. Momentan benutze ich die Canon Power Shot SX200 IS. Jetz tendiere ich dazu eine Samsung NX300 zu kaufen. Es gibt diese im Angebot für 799 Euro mit zwei Objektiven (18-55 und 50-200). Worauf muss ich bei Objektiven achten? Ist das ein gutes Angebot?

Matze am

Das ist nicht so einfach zu beantworten und lässt sich sicherlich besser im Forum beantworten ;)