ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Canon EOS 100D - Mini-DSLR-Kamera im Test

|

Das Design von technischen Geräten ist in den letzten Jahren wechselhaft wie selten zuvor. Mal eckig, mal rund; galten noch vor wenigen Jahren immer kleinere Handys als besonders schick, kann das Touchdisplay heutiger Smartphones kaum groß genug sein und die Klasse der Phablets – ein Schachtelwort aus Phone und Tablet – erlebt langsam ihren großen Durchbruch. Nur Kameras haben sich in all den Jahren kaum dem Auf und Ab angeschlossen.

Canon EOS 100DAnfang 2013 ließ Canon dann die Bombe platzen und präsentierte, neben der wenig neuen EOS 700D, mit der Canon EOS 100D die kleinste DSLR-Kamera der Welt. In allen Dimensionen hat die Mini-DSLR gegenüber der EOS 650D/700D gut einen Zentimeter abgenommen und auch etwa 200 Gramm an Gewicht verloren. Fast alle weiteren Details sind praktisch identisch zu den beiden genannten Kameras, mehr dazu im Artikel zur Canon EOS 700D und 100D.

Design und Verarbeitung

Von nichts kommt nichts, das gilt auch für die Einsparung von Gewicht. Anstatt von Edelstahl bildet Aluminium das Grundgerüst, glasfaserverstärktes Polykarbonat (GFK) wird weiterhin für weite Teile des Gehäuses verwendet. Die Gummierung an der Vorderseite ist vollkommen neu strukturiert worden und bietet auch bei Nässe und kleineren Händen ausreichend Halt. Auch rings um den Auslöser ist nun die Gummierung zu finden und bietet dem Zeigefinger mehr Haftung als das bisherige Design mit glattem Kunststoff.Canon EOS 100D Die Bedienelemente sind sowohl bezüglich der Anordnung als auch von der Materialwahl her zwischen der EOS 1100D und der EOS 700D angesiedelt – Teilweise hat die Verarbeitungsqualität im Vergleich zur EOS 700D etwas gelitten. Dank identischer Menüführung findet man sich als Canon-DSLR-Nutzer sofort zurecht, aber auch Neulingen sollte der Einstieg in das über Jahre optimierte Nutzungskonzept leicht fallen. Auch ein 3-Zoll-Touchdisplay ist wieder mit integriert und reagiert gewohnt empfindlich auf Eingaben vom Benutzer.

Bildqualität

Bis auf wenige Änderungen setzt Canon auf den gleichen Sensor wie schon von der EOS 550D bis 700D, 60D und 7D sowie der EOS M bekannt. Einziges Alleinstellungsmerkmal ist der verbesserte Hybrid CMOS AF II im Bildsensor, mehr dazu jedoch weiter unten. Auch beim Bildprozessor bleibt es beim bekannten DIGIC 5 (ohne Plus).

Dementsprechend gibt es auch keine echten Überraschungen bezüglich der Bildqualität. Rauschverhalten und Dynamikumfang sind bei niedrigen ISO-Werten (bis etwa 800) sehr gut, ab ISO-1.600 lässt sich dann in den RAW-Bildern merkliches Helligkeits- und Farbrauschen ausmachen und der Dynamikumfang nimmt zunehmend ab. ISO-6.400 und höher sind auch weiterhin nur in Extremsituationen zu empfehlen und weit entfernt von der Rauscharmut einer Canon EOS 6D und vergleichbaren Vollformatboliden.Canon EOS 100D Beispielbild Die wirkliche Bildqualität im Sinne einer schönen Freistellung, eines weichen Bokeh oder „knackscharfen“ Bildern hängt weiterhin primär von den richtigen Objektiven und auch dem richtigen Zubehör ab. Besuchen Sie hierzu auch gerne das ValueTech-Community-Forum und erkundigen Sie sich nach passenden Objektiven und Fotozubehör für Ihre Zwecke.

Videomodus und Video-AF

Doch zum Glück integriert Canon mit dem Hybrid CMOS AF II noch eine kleine, technische Neuerung in der EOS 100D und zeigt schon fast selbstironisch bis spöttisch, was man bei der EOS M hätte leisten können: Einen wirklich guten Live-View/Video-Autofokus!

War die EOS M in dieser Hinsicht gleich doppelt bestraft, da sie als kompakte Systemkamera keinen Spiegelkasten und somit auch keine dedizierten AF-Sensoren besitzt, kann die EOS 100D sowohl mit einem bekannt guten Autofokus im Sucherbetrieb (9-Punkt-AF mit zentralem Kreuzsensor) als auch mit einem schnell agierenden Autofokus im Video- und Live-View-Modus punkten. Besonders in Kombinationen mit den neuen Canon STM-Objektiven fokussiert die Kamera sehr sanft nach und auch ohne merklich zu Pumpen. Via Touch-Display lässt sich weiterhin sehr einfach der Fokus setzen.

[[YT:A7fmk5RBM7A]]

Auch sonst kann der Full-HD-Videomodus mit einem scharfen Bild aufwarten und ist in den Standardeinstellungen weder übersättigt noch überschärft, lediglich die Darstellung von feinen Details wie Haaren oder Gräsern lässt, Canon-DSLR-typisch, etwas zu wünschen übrig. Dies gilt sowohl für die zu geringe Detailschärfe und -reproduktion als auch für das leichte Texturflimmern und Moiré an feinen Texturen.

Fazit und Empfehlung

Die [[ASIN:B00BYPW058|Canon EOS 100D]] hat uns bezüglich eines "fairen" Fazits einiges an Kopfzerbrechen bereitet, denn die Mini-DSLR lässt sich kaum richtig in ihrem Umfeld einordnen. Bis auf wenige Änderungen ist sie identisch zur größeren EOS 700D, die geringere Größe verspielt Canon bereits wieder mit dem Kit-Objektiv. Wirklich klein wird die Kamera erst mit dem [[ASIN:B0089SWZDU|Canon EF 40 mm f/2.8 STM]] Pancake-Objektiv.

Für Hobby-Filmer kann der sehr gute Video-AF interessant sein, allerdings dürfte hier die fehlende Möglichkeit das Display zu schwenken und zu drehen vermisst werden. Darüber hinaus wird das geringe Gewicht der Kamera wieder zum Verhängnis, wenn dann größere Objektive montiert werden und der Schwerpunkt weit vorne liegt. Ein Batteriegriff ist darüber hinaus auch nicht vorgesehen.

Wirklich schlau wäre unserer Meinung nach die Entscheidung gewesen, auf die Canon EOS 100D vollends zu verzichten und den besseren Sensor der Canon EOS 700D zu spendieren und schneller einen Nachfolger der EOS M auf den Markt zu bringen. Alternativ wäre es ratsam zumindest ein Kit mit dem oben erwähnten 40 mm STM-Objektiv anzubieten, um den Größenvorteil nicht direkt zu verspielen.


Kommentare