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Canon EOS 1200D - Die neue Einsteiger-DSLR im Test

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Auch wenn kompakte Systemkameras ohne Spiegel (DSLM) mittlerweile viele Aufsteiger von Kompaktkameras abfangen, so geben sich Canon und Nikon noch nicht geschlagen und brachten zum Jahresanfang neue Produkte in Stellung. Den Anfang machte bereits vor einem Monat die Nikon D3300, heute nun ist die Canon EOS 1200D im Testlabor.Canon EOS 1200D + 18-55 mm IS II Kit-Objektiv [Bildmaterial: Canon]

Design und Verarbeitung

Die wahrscheinlich mit wichtigste Änderung an der Canon EOS 1200D direkt vorab: Die Verarbeitung ist endlich wieder grob im Bereich der dreistelligen Serie angekommen (aktuell Canon EOS 700D und EOS 100D), die Ausflüge in die Welt billigster Materialien wie zuletzt bei der Canon EOS 1100D gesehen ist damit hoffentlich endgültig vorbei.

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An der Bedienung hat sich grundlegend nicht viel im Vergleich zum Vorgänger verändert, lediglich die größeren Tasten auf der Rückseite machen die kompakte 1200D auch mit größeren Händen besser bedienbar. Einsteiger in die DSLR-Welt werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls schnell im bewährten Menü zurechtfinden. Für weitere Anregungen und Tipps zum Umgang mit der Canon EOS 1200D steht ab sofort zudem die Canon EOS Companion-App für Google Android und Apple iOS zur Verfügung.

Serienbild und Autofokus

Weiterhin leider wenig berauschend ist die Serienbildgeschwindigkeit mit gerade einmal drei Bildern in der Sekunde - hier bietet insbesondere die Systemkamera-Konkurrenz mehr fürs Geld. Im JPEG-Modus hält die Kamera, je nach SD-Speicherkarte, immerhin dauerhaft die genannte Geschwindigkeit, im RAW-Modus ist nach gerade einmal sechs Bildern Schluss und selbst mit schnellen Speicherkarten ist anschließend nicht mehr als ein Bild in der Sekunde möglich.Canon EOS 1200D + EF-S 18-55 mm IS II Beispielbild | 43 mm, f/7.1, 1/250s, ISO-100 Das Autofokus-Modul ist ein alter Bekannter und so schon viele Jahre so bei Canon zu finden: Neun Phasen-AF-Felder, in etwa Oval angeordnet, mit einem zentralen Kreuz-AF-Sensor, um auch bei komplizierten Strukturen noch korrekt fokussieren zu können. Damit liegt man weiterhin etwas hinter der dreistelligen Serie aus eigenem Hause (die EOS 650D und EOS 700D haben je neun Kreuz-AF-Sensoren), liegt aber auch ohne Verbesserung zum betagten Vorgänger noch auf dem Niveau der Einsteiger-DSLR-Konkurrenz.

Bildqualität

Nicht nur das Autofokus-Modul, sondern auch der 18-Megapixel-CMOS-Sensor samt DIGIC IV-Bildprozessor sind alte Bekannte für Kenner von Canons DSLR-Reihe: Den ersten Einsatz hatte die Kombination bereits Ende 2009 in der [[ASIN:B002NGNQZA|Canon EOS 7D]] (wenn auch der Bildsensor der EOS 7D minimal anders aufgebaut ist). Die "Resteverwertung" ist dabei weder unglaublich schlecht noch überragend positiv zu bewerten.Canon EOS 1200D + EF-S 18-55 mm IS II Beispielbild | 55 mm, f/7.1, 1/125s, ISO-100 Die Kombination ist bewährt, die Stärken und Schwächen sind bekannt: Bei ausreichend Licht oder alternativ langen Belichtungszeiten mit einem Stativ, lassen sich bei niedrigen Lichtempfindlichkeiten (bis ISO-400) gestochen scharfe Bilder produzieren. Spätestens bei ISO-1.600 werden jedoch verstärkt Farb- und Helligkeitsrauschen bemerkbar und die Detailtreue lässt merklich nach. Für Ausdrucke auf A3-Größe wird es jedoch erst ab ISO-3.200 wirklich kritisch.

Videomodus

Im Vergleich zum Vorgänger hat man die wohl künstliche Limitierung auf HD Ready-Auflösung (1.280 x 720 Pixel) entfernt und bietet nun auch endlich einen Full HD-Videomodus mit bis zu 30 Bildern in der Sekunde. Leider waren das bereits alle positiven Nachrichten im Bereich Video.

[[YT:JUbL8NhZC4E]]

Schnellere Bildwiederholraten (1080p50/60) sucht man genauso vergebens wie die Möglichkeit ein externes Mikrofon zu verwenden und somit die Sprachqualität zu verbessern. Zwar reichen die integrierten Mikrofone für eine ordentliche Sprachaufnahme in Kameranähe aus - Wind ist, wie bei jedem anderen integrierten Mikrofon, aber ein ausgemachter Feind. Hier hat insbesondere Nikon mit der D3300 gezeigt, wie es auch im unteren Preisbereich besser gehen kann.

Fazit und Empfehlung

Canon hat bei der [[ASIN:B00IFCLSE2|EOS 1200D]] insbesondere an der Ausstattung gearbeitet: Die bessere Verarbeitung sowie das etwas größere aber nun wesentlich höher auflösende 3-Zoll-Display auf der Rückseite sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Leider hat man es trotzdem versäumt sich den aktuellen Marktgegebenheiten anzupassen und insbesondere dem Videomodus etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Dafür fällt der Preis inklusive Kit-Objektiv mit derzeit gerade einmal 400 Euro (Stand: 14.04.2014) sehr niedrig aus.Canon EOS 1200D: Rückseite mit verbessertem Display [Bildmaterial: Canon]Die [[ASIN:B00HQCW7TM|Nikon D3300]] reißt, ebenfalls inklusive Kit-Objektiv, mit über 550 Euro ein weitaus größeres Loch ins Portemonnaie - bietet dafür aber auch in beinahe allen Disziplinen mehr. Da eher wenig beachtet aktuell ebenfalls sehr günstig zu haben ist die modernere [[ASIN:B00BYPW04E|Canon EOS 100D]] samt besserem EF-S 18-55 mm f/3.5-5.6 IS STM Kit-Objektiv.


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