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Sigma MC-11 - Objektivadapter für Sony-Kameras mit (Full-)E-Mount im Test

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Sony's DSLM-Kameras erfreuen sich großer Beliebtheit, vor allem die Alpha-7-Serie ist aufgrund des vergleichsweise günstigen Einstiegs in die Welt der Vollformat-Fotografie ein Erfolg. Nach dem Kauf der Kamera folgt jedoch schnell Ernüchterung, wenn denn das erste Objektiv angeschafft werden soll. Nicht selten beträgt der Aufpreis gegenüber vergleichbaren Linsen von Canon und Nikon sowie Drittherstellern wie Sigma und Tamron mehrere hundert Euro. Sigma schafft mit dem MC-11 Adapter nun auch dafür Abhilfe.

Sigma MC-11 Objektivadapter

Zwar ist die Idee eines Objektivadapters nicht neu und auch gibt es bereits selbige zur Adaptierung von Canon- oder Nikon-Objektiven an Sony-DSLM-Kameras, jedoch bisher meist passiv – das heißt ohne Autofokus, Bildstabilisierung, Blendenkontrolle und die Übertragung von EXIF-Daten – oder aktiv nur sehr teuer und abseits von [[ASIN:B00L25PTHG|Metabones]] von keinem bekannten Markenhersteller. Sigma bietet den MC-11 (vorerst) nur für Canon-EF- und Sigma-SA-Objektive an, Pentax- (K-Bajonett) und Nikon-Nutzer (F-Bajonett) gehen demzufolge leer aus.

Updates und Kompatibilität

Der Adapter lässt sich über die Optimization Pro genannte Software jederzeit selbstständig am PC oder Mac aktualisieren. Das dazu benötigte USB-Kabel wird natürlich mitgeliefert. Einmal installiert muss die Software lediglich gestartet und der Adapter mit dem PC verbunden werden. Die Software prüft anschließend automatisch, ob ein Firmware-Update verfügbar ist und informiert den Nutzer.

Sigma MC-11: Die Firmware lässt sich über das mitgelieferte USB-Kabel aktualisieren

Und ein Blick auf mögliche Aktualisierungen lohnt sich: Neben der Unterstützung von neuen Sigma-Objektiven werden zudem Fehler genereller Natur, auch in Zusammenhang mit Dritthersteller-Objektiven, behoben. Das erste Update (1.01) behob unter anderem Probleme bei bildstabilisierten Objektiven sowie ein verspätetes Ausschalten sowie Einfrieren bei einigen Dritthersteller-Objektiven.

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Kompatibilität: Offiziell spricht Sigma nur von der Unterstützung von Sigma-Objektiven aus dem Global-Vision-Programm (neue Objektive ab Mitte 2012 aus deren Serien Art, Contemporary und Sport), sperrt andere Hersteller jedoch nicht aktiv aus. Objektive von Canon, Tamron oder anderen Herstellern lassen sich so prinzipiell verwenden und im Normalfall werden auch alle Funktionen (Autofokus, Bildstabilisator, Blendenkontrolle und EXIF-Daten) unterstützt. Lediglich die Autofokus-Geschwindigkeit ist bei Sigma-Objektiven merklich schneller.

Bildqualität

Beim Sigma MC-11 handelt es sich aus technischer Sicht lediglich um einen Zwischenring, der die Differenz der verschiedenen Auflagemaße ausgleicht und die elektronische Kommunikation "übersetzt". Eine oder mehrere Linsen sind nicht verbaut, demzufolge gibt es nahezu keinerlei Änderungen im Bereich Bildqualität. Angefangen bei der Bildschärfe, bis hinzu chromatischer Aberration, Vignettierung und Co.

Sigma MC-11 Objektivadapter | Beispielbild mit dem Canon EF 100 mm f/2.8L IS USM an der Sony Alpha 7R II

Nahezu? Die einzige Ausnahme sind sehr geringe Brennweite, am Vollformat etwa unter 20 mm. An den Bildrändern kann die Bildschärfe leicht abnehmen. Das Problem liegt dabei weniger im Adapter als vielmehr in der Natur der Sache: Kurze Brennweiten sind deutlich anfälliger für eine Dezentrierung - vor allem durch feinste Unebenheiten vom Bajonett. Bereits eine Abweichung von 5-10 µm kann für eine sichtbare Unschärfe sorgen. Zum Vergleich: Ein künstliches Hüftgelenk wird mit einer Präzision von etwa 10 µm gefertigt.

Fazit und Kaufempfehlung

Sigma hat mit dem [[ASIN:B01C7A3W7S|MC-11 Objektivadapter]] eine vergleichsweise günstige Aktiv-Lösung im Angebot, die die Konkurrenz in einigen Bereichen übertrumpfen kann. Neben dem praktisch reibungslosen Betrieb mit allen Objektivmarken und der guten, wenn auch nicht perfekten Autofokus-Geschwindigkeit, ist dies vor allem die Möglichkeit die Firmware jederzeit selbst aktualisieren zu können.


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