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Sigma [A] 135 mm F1.8 DG HSM - Erneut nahe an der Perfektion

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Mit einer durchschnittlichen Testnote von 1,1 konnte schon das Sigma 85 mm f/1.4 DG HSM ART in diversen Testberichten überzeugen. Zur CP+ 2017 kündigte Sigma dann die "Erweiterung nach Oben" an, das 135 mm f/1.8 DG HSM ART. Nicht nur äußerlich sind sich beide Objektive sehr ähnlich, auch die exzellente Bildschärfe und das schöne Bokeh konnte Sigma übertragen.

Sigma [A] 135 mm F1.8 DG HSM: Im Lieferumfang befindet sich neben einer Streulichtblende auch ein Objektivköcher.

Auffällig ist abermals der sehr große manuelle Fokusring. Es ist fast egal wo man das Objektiv im Betrieb anfasst: Die Hände landen blind am MF-Ring. Wie von Sigmas Art-Serie gewohnt befinden sich am hinteren Ende zudem eine geschützte Fokusskala und der Umschalter von Autofokus auf manuellen Fokus. Auf einen Staub- und Spritzwasserschutz muss, trotz des hohen Gewichts von 1.130 g, leider verzichtet werden. Der Lieferumfang fällt mit einem Objektivköcher und einer Streulichtblende klassenüblich aus.

Autofokus

Eine hohe Lichtstärke von f/1.8, kombiniert mit einer langen Brennweite von 135 mm bedeutet viel und vor allem Präzisionsarbeit für den Autofokus. Auf Portrait-üblichen Entfernungen liegt die Schärfentiefe bei nur wenigen Zentimetern. Umso erfreuter waren wir, dass unser Testmuster bis auf sehr wenige Ausnahmen (etwa 1-2 Prozent der Bilder) den Fokus immer dort gesetzt hat, wo er sein sollte. Auch die Geschwindigkeit geht mit gut einer halben Sekunde für den kompletten Fokusbereich in Ordnung.

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Sollte der Autofokus doch einmal nicht richtig sitzen, lassen sich über den [[ASIN:B00CBQ5YOS|Sigma USB-Dock]] und die dazugehörige Software, Sigma Optimization Pro, Korrekturen vornehmen sowie optional auch ein Manual Override für den Autofokus eingestellt werden.

Bildqualität

Weiter geht es mit guten Nachrichten im Bereich Bildschärfe: Wie schon das 85 mm F1.4 ART liegt auch die Bildschärfe des Sigma 135 mm F1.8 ART bereits bei Offenblende (f/1.8) auf einem sehr hohen Niveau. Selbst am Vollformat-Bildrand sind zwischen f/1.8 und f/5.6 visuell keine Unterschiede mehr auszumachen. Damit schneidet man noch etwas besser ab als die bereits sehr gute 85-mm-Version.

Testbild Sigma [A] 135 mm F1.8 DG HSM + Canon EOS 5Ds R | f/1.8, 1/320 s, ISO-640

Sowohl offenblendig als auch stark abgeblendet (f/5.6) ist das Bokeh, die Schönheit, Weichheit oder Rundheit der Hintergrundunschärfe, ein nicht zu unterschätzender Einflussfaktor auf die subjektiv empfundene Bildqualität. Dank seiner neun abgerundeten Blendenlamellen glänzt Sigma auch hier mit einer cremig-ruhigen Unschärfe.

Testbild Sigma [A] 135 mm F1.8 DG HSM + Canon EOS 5Ds R | Bokeh bei f/1.8, f/2.8 und f/5.6 (v.l.n.r.)

Die Chromatische Aberration (Farbquerfehler) hat Sigma perfekt korrigiert. Das Bild unterhalb zeigt den äußersten Bildrand an einer Canon EOS 5Ds R (50 Megapixel) in 200-Prozent-Ansicht und weißt keinerlei Farbsäume auf. Mehr (bzw. weniger) geht nicht.

Testbild Sigma [A] 135 mm F1.8 DG HSM + Canon EOS 5Ds R | Bildschärfe am Bildrand bei f/1.8 (links) und f/5.6 (rechts)

Die Vignettierung (Randabschattung) ist an Kameras mit DX- oder APS-C-Bildsensor vollkommen unproblematisch, an einer Vollformat-Kamera verwendet ist hingegen bei voll geöffneter Blende eine deutliche Abschattung sichtbar. Da der Effekt in der Portraitfotografie oft sogar gewünscht und ab Blende f/2.8 bereits wieder fast verschwunden ist, ebenfalls kein echtes Problem im Fotografenalltag.

Fazit und Empfehlung

Wie schon das 85 mm f/1.4 DG HSM überzeugt uns auch das [[ASIN:B06XPTYXS6|Sigma 135 mm f/1.8 DG HSM]] als würdiger Vertreter von Sigmas ART-Familie. Selbst beim Test an einer 50-Megapixel-Vollformatkamera (Canon EOS 5Ds R) lassen sich keine Schwächen ausmachen. Die Bildschärfe ist bereits offenblendig (f/1.8) tadellos, die chromatische Aberration perfekt korrigiert und das Bokeh cremig.

Sigma [A] 135 mm F1.8 DG HSM

Gibt es überhaupt etwas zu kritisieren? Das Gewicht von 1,1 Kilogramm spielt zweifelsohne am oberen Ende der Skala anderer Portrait-Objektive mit ähnlichen Spezifikationen. Manch ein Fotograf mag sich vielleicht auch einen kompletten Staub- und Spritzwasserschutz oder einen optischen Bildstabilisator wünschen. Wirklich problematisch ist erfahrungsgemäß jedoch keiner der genannten Punkte.


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