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Sigma [A] 14 mm f/1.8 DG HSM - Sigmas Ultraweitinkel-Monster im Test

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Es ist Sigmas Vollformat-Festbrennweite mit dem (vorerst) größtmöglichen Weitwinkel: Das Sigma 14 mm f/1.8 DG HSM ART. Ist die Brennweite noch, mehr oder wenig, häufig anzutreffen, sprengt die maximale Lichtstärke von f/1.8 alle bisher gekannten Grenzen. Die UVP von "nur" 1.649 Euro kann da fast schon als normal bezeichnet werden. Aber normal ist am Sigma 14 mm ART eigentlich nichts.

Sigma 14 mm f/1.8 DG HSM ART

Auffällig ist vor allem die stark gebogene Frontlinse mitsamt integrierter Streulichtblende. Nachteilhaft in der Praxis ist die Konstruktion, da sie den Einsatz klassischer Schraubfilter unmöglich macht, hingegen aber Vorteile im Bereich Bildqualität zu bieten hat. Mehr dazu später. Wie von Sigmas Art-Serie gewohnt befinden sich am hinteren Ende eine geschützte Fokusskala und der Umschalter von Autofokus auf manuellen Fokus. Auf einen umfassenden Staub- und Spritzwasserschutz muss, trotz des hohen Gewichts von 1.170 g, leider verzichtet werden. Lediglich das Bajonett wurde über eine Gummilippe abgedichtet. Der Lieferumfang fällt mit einem Objektivköcher und dem Frontdeckel klassenüblich aus.

Autofokus (HSM)

Eine hohe Lichtstärke von f/1.8 bedeutet normalerweise Präzisionsarbeit für den Autofokus. In Kombination mit einer Brennweite von nur 14 mm gibt es effektiv jedoch äußerst wenig zu tun – die Fokusskala geht bereits nach der 1-Meter-Markierung auf Unendlich über.

[[YT:LrL4Qn8y9Lw]]

Trotzdem verbaut Sigma einen schnellen, leisen und treffsicheren Ultraschallautofokus, der in der Praxis keinerlei Schwierigkeiten bereitet hat. Korrekturen am Fokus sowie das Aufspielen neuer Firmware-Versionen kann über den optionalen [[ASIN:B00CBQ5YOS|Sigma USB-Dock]] erfolgen.

Bildqualität

Wer primär auf die Bildschärfe Wert legt, hat im Bildzentrum nichts zu beanstanden. Bereits bei komplett geöffneter Blende (f/1.8) erreicht das Sigma 14 m f/1.8 ART eine sehr hohe Detailschärfe und auch der gute Mikrokontrast sorgt für knackige Details.

Sigma 14 mm f/1.8 DG HSM ART + Canon EOS 6D Mark II | f/5.6, 1/400 s, ISO-100

Die stark gekrümmte Frontlinse spielt zudem ihre Vorzüge aus und sorgt für eine sehr geringe Verzeichnung. Dies ist vor allem in der Architekturfotografie wichtig, bei der jede Korrektur einen Beschnitt und damit weniger Weitwinkel bedeutet. Doch auch die Chromatische Aberration (Farbquerfehler) könnte Sigma so gut korrigieren: Das Bild unterhalb zeigt den äußersten Bildrand an einer Canon EOS 6D Mark II in 200-Prozent-Ansicht und weißt auch bei komplett geöffneter Blende (li.) nur minimale Farbsäume auf.

Sigma 14 mm f/1.8 DG HSM ART: Bildschärfe am Bildrand bei f/1,8 (links) und f/5.6 (rechts)

Leider aber auch zu sehen: Die sehr gute Bildschärfe aus dem Bildzentrum rettet Sigma nicht bis zum Bildrand und beweist damit einmal mehr, dass Ultraweitwinkel-Objektive zu den anspruchsvollsten Konstruktionen gehören. Ein Abblenden auf f/4-5.6 schraubt die Auflösung jedoch merklich nach oben und ist für Architektur- und Landschaftsaufnahmen ohnehin üblich.

Sigma 14 mm f/1.8 DG HSM ART + Canon EOS 200D | f/5.6, 1/400 s, ISO-100

Die Vignettierung (Randabschattung) ist an Kameras mit DX- oder APS-C-Bildsensor vollkommen unproblematisch – siehe Bild oberhalb. An einer Vollformat-Kamera verwendet ist bei voll geöffneter Blende hingegen eine Abschattung sichtbar. Ein leichtes Abblenden auf f/2.2-2.8 reduziert den Effekt jedoch bereits merklich.

Fazit und Empfehlung

Es gehört am Bildrand zu den schwächsten Objektiven aus Sigmas ART-Familie, angesichts der extremen Parameter gibt es trotzdem wenig am [[ASIN:B072KTCV4D|Sigma 14 mm f/1.8 DG HSM]] zu bemängeln. Lichtstarke Ultraweitwinkel-Objektive sind alles andere als trivial zu konstruieren, umso erstaunlicher ist es da, dass Sigma abseits der Auflösung praktisch alle anderen Problemzonen umschifft hat.

Sigma 14 mm f/1.8 DG HSM ART + Canon EOS 5Ds R | f/5.6, 3.2 s, ISO-100

Die Verzeichnung ist minimal, chromatische Aberration kaum vorhanden und die Vignettierung für ein lichtstarkes Vollformat-Objektiv klassenüblich. Die hohe Lichtstärke ermöglicht zudem auch ganz neue Einsatzgebiete, in denen die Belichtungszeit nicht beliebig verlängert werden kann. Ein gesonderter Test zu den Fähigkeiten in der Astro-Fotografie folgt in Kürze.


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