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Tamron SP 15-30 mm F2.8 G2 - Noch etwas besser in der zweiten Generation

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Ein Intermezzo: Viel mehr war das "neue" SP-Design des ersten 15-30 mm von Tamron nicht. Doch die zweite Generation bekommt nicht nur eine schöner anzusehende Hülle, sondern auch Feinschliff an Autofokus und Beschichtungen spendiert. Wie gehabt für DSLR-Kameras von Canon und Nikon. Ob die Änderungen den derzeit noch ordentlichen Aufpreis rechtfertigen können?

Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD G2 | Auch das Design wurde auf den aktuellen Stand gebracht

Das vergleichsweise hohe Gewicht von 1,1 kg fällt in die Spitzenklasse und die Abmessungen von 98 x 145 mm (Durchmesser x Länge) sind nur noch als "bedingt kompakt" zu bezeichnen, beides jedoch unverändert im Vergleich zur ersten Generation. Das hohe Gewicht lässt sich angesichts des wetterfesten Gehäuses und der durchgängig hohen Lichtstärke erklären.

Im Lieferumfang befinden sich, wie von Tamrons SP-Serie gewohnt, die obligatorischen Objektivdeckel sowie ein Objektivköcher. Konstruktionsbedingt ist die Streulichtblende fest integriert. Dank des "umgedrehten Zooms", der bei längeren Brennweiten ins Objektiv hineinfährt, wird zudem die Effektivität der Streulichtblende verbessert.

Eine Neuerung exklusiv für Canon-Nutzer: An der Objektivrückseite befindet sich nun ein Gel-Filter-Einschub, der, je nach Anwendung, teure und große Steckfilter-Systeme ersetzen kann.

Autofokus (USD) und Bildstabilisator (VC)

Der Autofokus ist bei (Ultra-)Weitwinkelobjektiven, aufgrund der physikalisch bedingt größeren Schärfentiefe bei kleinen Brennweiten, generell als unkritisch anzusehen. Nichts desto trotz spart Tamron nicht und integriert einen praktisch lautlosen und sehr schnellen Ultraschall-Motor. Wie nicht anders zu erwarten lässt sich, falls notwendig, auch jederzeit manuell in den Fokus eingreifen.

Über die optional erhältliche [[ASIN:B01C2HH84E|Tap-In Console]] lassen sich, falls vorhanden, Fokusfehler korrigieren, der Fokusbereich und Bildstabilisator einstellen sowie Firmware-Updates selbst aufspielen. Zwingend erforderlich ist die Tap-In Console nicht.

[[YT:nHRTuxfUZaM]]

Ein optischer Bildstabilisator ist bei kurzen Brennweiten nicht zwingend von Nöten, Tamron hat ihn trotzdem integriert und bietet damit einen interessanten Mehrwert: An einer Vollformat-DSLR-Kamera montiert erlaubt der Bildstabilisator im Tamron SP 15-30 mm Belichtungszeiten von bis zu 1/2 Sekunde stabil aus der Hand.

Auch im Videomodus reduziert der Bildstabilisator merklich das leichte Zittern der Hände, welches sich aufgrund des Gewichts (ca. 2 kg mit einer üblichen Vollformat-DSLR) bereits nach kurzer Zeit einstellt. Optimal ist das Ergebnis indes noch nicht (seltene Mikroruckler).

Bildqualität

Tamron hat von Beginn an kommuniziert, dass die Änderungen der Optik in neuen Coatings bestehen (mehr Kontrast am Bildrand, weniger Ghosting), an der optischen Konstruktion selbst wurde indes nicht geschraubt. Folglich bleibt die Grundcharakteristik gleich: Bereits bei komplett geöffneter Blende finden wir im Bildzentrum viele Details wieder, ab etwa Blende f/4-5.6 sogar am Vollformat-Bildrand. Im Detailreichtum kommt man jedoch nicht an die neueste Generation vergleichbarer Festbrennweiten heran.

Testbild Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD G2 + Canon EOS 5Ds R | 15 mm, f/5.6, 1/80 s, ISO-100

Das Bokeh - die "Schönheit des Hintergrunds" - fällt beim Tamron SP 15-30 mm F/2.8 G2 kaum ins Gewicht: Aufgrund der kurzen Brennweite sind sehr nahe Fokusdistanzen für eine nennenswerte Unschärfe im Hintergrund nötig. Auch dürfte sich der Einsatz primär auf Landschafts- oder Architekturaufnahmen beschränken. Sollten doch einmal Portraits oder ähnliche Aufnahmen angesagt sein, erreicht Tamron hier noch gute Resultate.

Testbild Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD G2 + Canon EOS R | 15 mm, f/3.2, 1/30 s, ISO-800

Die Chromatische Aberration (Farbquer- und längsfehler) hat Tamron gut in den Griff bekommen: Lediglich die Kombination aus hochauflösenden Vollformat-Kameras und maximal geöffneter Blende kann zu leichten Farbsäumen am Bildrand führen. 

Testbild Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD G2 + Canon EOS R | 19 mm, f/3.2, 1/40 s, ISO-800

Mit der Vignettierung (Randabschattung) hat auch Tamron zu kämpfen. Besonders kritisch sind beim Tamron SP 15-30 mm die längeren Brennweiten (über 24 mm). Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte mindestens auf Blendenwerte von f/4 setzen, am Vollformat eher f/5.6. Alternativ kann in der Nachbearbeitung natürlich auch auf den RAW-Konverter zurückgegriffen werden.

Die Verzeichnung ist am Vollformat deutlich sichtbar, dank weitgehend unveränderter Optik lassen sich jedoch problemlos die Korrekturprofile des Vorgängers im RAW-Konverter anwenden, sollte das Lieblingsprogramm die 2. Generation noch nicht kennen.

Fazit und Empfehlung

Besitzer einer Vollformat-DSLR-Kamera von Canon oder Nikon sollten das [[ASIN:B07GZ4Y2SG|Tamron SP 15-30mm F2.8 G2]] auf jeden Fall in Betracht ziehen. Zwar erreicht die Bildschärfe nicht ganz das Niveau moderner Festbrennweiten, doch abseits von Ausdrucken im A3-Format (oder größer) oder der 200-Prozent-Ansicht am PC, reicht die Auflösung in der Praxis problemlos aus.

Tamron SP 15-30 mm f/2.8 Di VC USD G2

Das hohe Gewicht sowie die wenig kompakten Abmaße sind hingegen nicht für Jedermann geeignet. Auch die fehlende Option klassische Filter einsetzen zu können schränken die Einsatzmöglichkeiten ein. Die Konkurrenz ist in der Zwischenzeit ebenfalls gewachsen, insbesondere das Sigma 14-24 mm f/2.8 ART – ohne Bildstabilisator, dafür praktisch ohne Verzeichnung.


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