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TerraMaster D2-310 - externes Festplattengehäuse mit USB-C 3.1 im Test

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Auch wenn es mit Thunderbolt schon länger eine deutlich schnellere Schnittstelle für den PC gibt, so ist USB doch weiterhin der Standard schlechthin. Umso erfreulicher, dass erste Gehäuse für externe Festplatten auf die jüngste und damit schnellste Generation setzen: USB 3.1 Gen 2 mit bis zu 10 Gbit/s im Transfer. Wir testen stellvertretend das TerraMaster D2-310.

TerraMaster D2-310 [Bildmaterial: TerraMaster]

Mit einem Ladenpreis von etwa 160 Euro (Stand: 28.10.2016) und Platz für zwei 3,5"-Festplatten liegt man preislich auf ähnlichem Niveau wie "klassische" Netzwerkspeicher (NAS) mit ebenfalls zwei Laufwerkseinschüben. Das Gehäuse besteht zum Großteil aus Metall und wirkt entsprechend hochwertig, die Front wurde aus Kunststoff gefertigt und weißt am Übergang keine einheitlichen Spaltmaße auf. Ebenfalls aus Kunststoff sind die beiden Festplattenschlitten.

Zusammenbau und Einrichtung

Einbauen lassen sich sowohl gewöhnliche Festplatten im 3,5"-Format als auch Notebook-Festplatten und SSDs im 2,5"-Format. Wobei uns der Einsatz von 2,5"-Modellen angesichts des großen Gehäusevolumens in der Praxis wenig sinnvoll erscheint. Zur Montage liegen alle benötigten Schrauben, inklusive Ersatz, sowie ein Netzteil und zwei USB-Kabel (Typ-C auf Typ-C, Typ-C auf Typ-A) bei.

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Der Einbau selbst gestaltet sich einfach in wenigen Schritten und ist auch von technisch wenig versierten Anwendern zu meistern: Festplattenschlitten aus dem Gehäuse ziehen, Festplatte mit der bedruckten Seite nach unten auf den Tisch legen, Festplattenrahmen auf die Festplatte legen, Schrauben über Kreuz anziehen, den Schlitten in das Gehäuse einsetzen. Fertig.

Auf der Rückseite lässt sich zudem der Betriebsmodus einstellen. Wir empfehlen dabei die Standardeinstellung (SINGLE):

  1. Single: Jede Festplatte wird einzeln im Explorer angezeigt.
  2. JBOD: 2 Festplatten werden zusammengefasst (volle Kapazität, ein Volumen).
  3. RAID 0: 2 Festplatten arbeiten für mehr Geschwindigkeit zusammen (volle Kapazität, ein Volumen). Der Ausfall einer Festplatte zerstört alle Daten.
  4. RAID 1: 2 Festplatten arbeiten für eine höhere Verfügbarkeit zusammen (Kapazität der kleinsten Festplatte, ein Volumen). Der Ausfall einer Festplatte zerstört keine Daten.

Leistungsmessungen und Lautstärke

Die Übertragungsraten des TerraMaster D2-310 müssen sich nicht verstecken. Werden zwei identische Festplatten im RAID 0 betrieben, steht am Ende exakt der doppelte Datendurchsatz zur Verfügung. Im Falle der getesteten [[ASIN:B00HRNYXL0|Western Digital Red WD40EFRX]] immerhin über 300 MB/s lesend wie schreibend. Im RAID 1 wird die gleiche Leistung wie unter JBOD als auch Single erreicht, die potentielle Verdopplung der Lesegeschwindigkeit erreicht der Controller leider nicht.

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HDD: Single/JBOD 157,9 MB/s 158,8 MB/s
HDD: RAID 1 156,3 MB/s 158,6 MB/s
HDD: RAID 0 316,4 MB/s 320,2 MB/s
Toshiba Q300 Pro (SSD) 476,2 MB/s 500,6 MB/s

Beim Einsatz von SSDs liegt das Limit bei etwa 500 MB/s, die sich pro Laufwerk erreichen lassen. Wird auf beide Laufwerke gleichzeitig geschrieben, fällt die Datenrate jedoch auf etwa 220 MB/s ab. Der Controller scheint hier leider seine Grenzen erreicht zu haben. In der Praxis dürfte dieses Szenario jedoch eher selten anzutreffen sein. Zumal sich selbst mehrere Gigabyte große Dateien zur Not hintereinander in wenigen Sekunden kopieren lassen.

TerraMaster D2-310: Das USB-3.1-Festplattengehäuse im Test mit einer SSD

Die Lautstärke wird de facto nur durch die verbauten Festplatten bestimmt, der verbaute Lüfter ist praktisch lautlos im Betrieb. Leider verschwendet TerraMaster viel Platz im Gehäuse, den man wenigstens für Dämmmatten hätten nutzen können. Auch wird bei den Festplattenschlitten auf eine Entkopplung der Laufwerke verzichtet, was Vibrationen auf das Gehäuse überträgt.

Fazit

Rein technisch ist das [[ASIN:B01CS4TNQC|TerraMaster D2-310]] ein sehr schnelles Festplattengehäuse, mit USB-C 3.1 hat man eine topaktuelle Schnittstelle integriert und im Lieferumfang sind alle benötigten Kabel enthalten. Die Verarbeitung ist gut, nur eine Entkopplung der Festplatten und eine Verringerung der Festplatten-Geräuschkulisse durch Dämmmatten wäre unserer Meinung nach wünschenswert gewesen. Auch eine grafische Nutzeroberfläche statt der eher rudimentären Umsetzung des Modus-Rädchens auf der Rückseite hätten wir begrüßt.


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