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Portable M.2-SSD im Eigenbau: Orico SSD-Gehäuse mit USB 3.1 Gen 2 im Test

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SSDs beschleunigen nicht nur das Laden von Windows, Programmen und Spielen auf PCs und Notebooks, dank ihrer robusten Bauweise und hohen Geschwindigkeit eignen sie sich auch ideal als mobiler Speicher, der noch dazu mit enorm hoher Leistung aufwarten kann und jeden klassischen USB-Stick wie ein Kinderspielzeug aussehen lässt. Wir haben uns am Selbstbau probiert.

Orico NVMe-SSD-Gehäuse: Im Lieferumfang sind alle benötigten Schrauben doppelt vorhanden

Das Gehäuse stammt von Orico und hat keinen echten Produktnamen: PCM2-C3 lautet die Produktnummer, "Aluminium M.2 NVMe SSD-Gehäuse" die wenig handliche Bezeichnung auf Amazon. Damit wäre aber auch schon das Wesentliche erwähnt: Das Gehäuse bietet Platz für eine SSD im M.2-Formfaktor (bis zu 2280), setzt eine PCI-Express/NVMe-SSD voraus und wird extern via USB-C 3.1 Gen 2 (10 Gbit/s) mit dem PC oder Notebook verbunden.

Im Lieferumfang sind alle benötigten Schrauben gleich doppelt vorhanden, dazu gesellt sich ein kleiner Kreuz-Schraubendreher zur Montage und je ein USB-C-Kabel mit USB-A- und USB-C-Anschluss am zweiten Ende.

Orico NVMe-SSD-Gehäuse zusammen mit einer montierten M.2-SSD von Western Digital

Der Einbau ist genauso schnell beschrieben und durchgeführt: Gehäuse aufschieben, Hauptplatine herausheben, M.2 SSD einschieben, mit der größeren Schraube fixieren, Platine wieder in das Gehäuse, Deckel 'drauf und mit einer kleineren Schraube fixieren. Fertig.

Benchmark und Temperaturen

Im Gehäuse sind bereits je zwei Wärmeleit-Pads auf der Ober- und Unterseite vormontiert. Diese sorgen nicht nur für eine effektive Wärmeabfuhr, sondern stabilisieren und dämpfen auch die M.2-SSD im kleinen Gehäuse. Die Temperaturen auf der Oberseite steigen selbst bei intensiver Nutzung über mehrere Stunden selten auf über 45 °C.

Der Hersteller verspricht Übertragungsraten von bis zu 950 MB/s, wir konnten in Kombination mit der Western Digital Blue SN500 sogar 964 MB/s beim Kopieren großer Dateien im Windows Explorer erreichen. Schreibend waren immer noch bis zu 930 MB/s möglich. Zu beachten gilt jedoch, dass die zu erreichende Geschwindigkeit stark vom PC oder Notebook abhängt.

Orico NVMe-SSD-Gehäuse: Wir testen das Gehäuse mit der Western Digital Blue SN500

"Echtes" USB 3.1, korrekt auch USB 3.1 Gen 2 genannt, ist dabei nur die offensichtliche Hürde. Ferner muss auch UASP durch den USB-Treiber unterstützt werden. UASP steht für USB Attached SCSI Protocoll und wurde bereits mit USB 3.0 eingeführt, ist jedoch weiterhin keine Pflichtkomponente für Treiber-Entwickler. Vor allem USB-3.1-Controller der ersten Generation, wie der häufig in Steckkarten eingesetzt ASMedia ASM1142, haben mit dem "USB-Turbo" so ihre Schwierigkeiten. Ohne UASP wird die SSD natürlich weiterhin erkannt, erreicht aber nur etwas über 600 MB/s als maximale Transfergeschwindigkeit.

Egal ob mit oder ohne UASP: Das Betriebssystem kann den TRIM-Befehl an die verbaute M.2-SSD schicken und damit ein "Aufräummanöver" anstoßen, dass die Leistungsfähigkeit der SSD wiederherstellt. Moderne Betriebssysteme wie Windows 10 erledigen dies ab Werk automatisch im Hintergrund.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B07R4MLSX2|Orico M.2-SSD-Gehäuse]] ist ab 40 Euro im Handel erhältlich. Die Ausstattung mit allen benötigten Schrauben in doppelter Ausführung, zwei USB-Kabeln und einer bebilderten Anleitung lässt keinen Grund zur Klage. Gleiches gilt für die hohe Verarbeitungsqualität und gute Wärmeabfuhr durch das Aluminium-Gehäuse.


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