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Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL mit Google Assistent und Google Lens im Test

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Mit dem Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL hat Google seine neueste Smartphone-Generation vorgestellt. Ob die beiden High-End-Geräte mit dem neuen Betriebssystem Android 8.0 (Oreo), dem Sprachassistenten Google Assistant und der Augmented-Reality-Funktion Google Lens die Preise ab 799 Euro (Google Pixel 2) bzw. 939 Euro (Google Pixel 2 XL) wert sind, zeigt unser Test.

Qual der Wahl: Das Google Pixel 2 ist deutlich kleiner als das Google Pixel 2 XL

Das kleinere Google Pixel 2 mit Fünf-Zoll-Display ist mit Außenmaßen von 145,7 x 69,7 x 7,8 mm angenehm kompakt und mit 143 g auch schön leicht. Das Google Pixel 2 XL ist mit seinem Sechs-Zoll-Display deutlich größer und sein 18:9-Format auch länglicher. Bei Außenmaßen von 157,9 x 76,7 x 7,9 mm kommt das Google Pixel 2 XL auf immerhin 175 g.

Das zweifarbige Design der Rückseite ist typisch für das Google Pixel 2 und 2 XL

Das Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL sind nach der IP67-Norm geschützt gegen Wasser und Staub. Die zweigeteilte Rückseite besteht aus solide verarbeitetem Alu und Glas, den beiden neuen Pixel-Smartphones einen unverkennbaren Look verleiht. Vorn sehen das von HTC hergestellte Google Pixel 2 und das von LG Electronics gefertigte Google Pixel 2 XL schlichter aus. Die Lautsprecher sind idealerweise ober- und unterhalb der Displays platziert. Der Fingerabdruck-Scanner liegt hingegen außerhalb des Blickfelds auf der Rückseite, reagiert aber äußerst schnell und zuverlässig.

Leistung

Die Akkukapazität der beiden Smartphones ist an sich recht dürftig. Der Akku des Google Pixel 2 XL misst 3.520 mAh, der des Google Pixel 2 gar nur 2.770 mAh. Dank des stromsparenden Always-On-Displays kommt man aber locker über den Tag. Mit dem mitgelieferten USB-Typ-C-Kabel samt Adapter erhält man laut Google innerhalb von 15 Minuten bis zu fünf Stunden weitere Laufzeit.

Das längliche 18.9-Format des Displays des Google Pixel 2 XL eignet sich vor allem zum Betrachten von Filmen

Wie die früheren Nexus- und Pixel-Smartphones müssen auch das Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL ohne Speichererweiterung per microSD-Karte auskommen. Wer sich nicht sicher ist, ob die Version mit 64 GB internem Speicher ausreicht, kann sich für die 128-GB-Variante entscheiden. Allerdings kostet das Google Pixel 2 dann 909 statt 799 Euro und das Google Pixel 2 XL gar 1.049 statt 939 Euro – ganz schön happig.

Da das Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL voller neuer Google-Innovationen sind, verwundert es nicht, dass dementsprechend ein leistungsfähiger Prozessor an Bord ist. Der Qualcomm Snapdragon 835 läuft auf acht Kernen und ist mit 2,45 GHz getaktet. In den Benchmark-Tests erzielen die beiden Geräte sehr gute Werte, die zuweilen sogar das Apple iPhone 7 in den Schatten stellen.

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Das neue Betriebssystem Android 8.0 (Oreo) ist auf dem Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL entsprechend flüssig zu bedienen. Darüber hinaus verspricht Google die beiden Smartphones drei Jahre lang regelmäßig mit Updates zu versorgen. Bleibt bei der aktuellen Frequenz, könnten das Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL somit sogar noch Android 11 erleben.

Die Wetterauskunft ist für Google Assistant eine leichte Aufgabe

Ein weiteres Highlight des Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL ist Google Assistant. Der Sprachassistent reagiert ausschließlich auf die Stimme des Smartphone-Besitzers oder einen sanften Druck auf den Rahmen, wenn man das Smartphone in der Hand umschlungen hält. Google Assistant gibt bereitwillig Auskunft über das Wetter oder eine Sehenswürdigkeit. Außerdem kann man sich zu einer bestimmten Adresse, einem angesagten Restaurant oder schlicht nach Hause navigieren lassen, ohne das Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL anzufassen, da der Sprachassistent durch den Befehl „Okay, Google“ aktiviert wird. Insbesondere beim Fahren im Auto ist das eine praktische und sicherheitsförderliche Funktion.

Multimedia

Künftig soll der Sprachassistent nach Angaben von Google auch Google Lens umfassen. Das ist deutlich praktischer als die Nutzung von Google Lens zum Zeitpunkt dieses Tests. Auf die Augmented-Reality-Funktion kann man mit dem Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL nämlich derzeit nur zugreifen, wenn man z.B. ein bekanntes Gebäude wie das Karlstor in München abfotografiert und dann unter Google Fotos betrachtet:

Google Lens funktioniert momentan nur in Google Fotos und die Datenbank ist noch nicht so umfangreich

Noch ist die Google-Lens-Datenbank sehr übersichtlich. Viele weniger bekannte Bauwerke oder sogar Bilder berühmter Maler wurden bei unserem Test nicht erkannt. Perspektivisch betrachtet wird sich dieser Service aber als durchaus hilfreich erweisen.

Die Hauptkamera des Google Pixel 2 und 2 XL macht auch bei diffusen Lichtverhältnissen detailreiche Bilder

Zurzeit sind Dual-Kameras ja gerade in der Oberklasse angesagt, aber Google macht diesen Trend nicht mit. Sowohl das Google Pixel 2 als auch das Google Pixel 2 XL verfügen über nur eine Hauptkamera mit einer Auflösung von zwölf Megapixeln. Allerdings wurden gegenüber den Vorgängermodellen die Bildsensoren verbessert, so dass vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Resultate erzielt werden. Zudem ist eine lichtstarke f/1.8-Blende statt einer f/2.0-Blende an Bord. Herauszuheben ist auch die Video-Stabilisierung, die quasi wackelfreie 4K-Aufnahmen ermöglicht.

Die Frontkamera von Google Pixel 2 und 2 XL hat ein potentes Display-Fotolicht

Die Acht-Megapixel-Frontkamera des Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL verfügt über ein Display-Fotolicht, das bei Nahaufnahmen im Dunkeln wirksam eingreift. Bei Tage schießen beide Pixel-Smartphones schön detailreiche Selfies.

Eine der großen Besonderheiten des Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL ist der Porträtmodus, für den Google nicht wie viele andere Hersteller auf ein Dual-Kamera-Setup zurückgreift. Stattdessen wird der Bokeh-Effekt mit Hilfe von Maschinenlernen erzeugt.

Bei der Kamera des Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL wird der Unschärfe-Effekt mit nur einem Sensor erzeugt. Hierfür wird jeder Pixel des Sensors in zwei aufgeteilt, so dass bei jeder Aufnahme zwei minimal unterschiedliche Aufnahmen entstehen. Aus diesen berechnet die Software die Tiefe und erzeugt zusammen mit dem ebenfalls in der Kamera untergebrachten Tiefen-Sensor im Nachhinein den Bokeh-Effekt:

Wenn man den Portraitmodus von Google Pixel 2 oder 2 XL nutzt, steht der künstliche Bokeh-Effekt zur Verfügung

Der Bokeh-Effekt wird vom Google Pixel 2 und 2 XL ohne Hilfe einer Dual-Kamera erzielt

Den künstlichen Bokeh-Effekt beherrscht nicht nur die Hauptkamera des Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL, sondern auch die Selfie-Kamera:

Der Portraitmodus des Google Pixel 2 und 2 XL steht auch bei Selfies zur Verfügung

Auch bei Selfies wird der Bokeh-Effekt allein durch eine lernfähige Software erzeugt

Die gesamte Berechnung passiert auf dem verbesserten Bild-Chip des Google Pixel 2 und Google Pixel 2, auf dem unterschiedlich belichtete Aufnahmen für den HDR-Modus zusammengeführt werden. Zudem werden hier noch einmal Berechnungen durchgeführt, um Bewegungsunschärfe zu entfernen. Dafür vergleicht die Software nicht nur die im Abstand von Millisekunden aufgenommenen Bilder, sondern auch die Daten des Smartphone-Gyroskops- und Bewegungssensors.

Das Fünf-Zoll-AMOLED-Display des Google Pixel 2 bietet eine Full-HD-Auflösung und eine Pixeldichte von 441 ppi, was auch beim Spielen völlig ausreicht. Das Sechs-Zoll-POLED-Display des Google Pixel 2 XL hingegen löst mit 2.880 x 1.440 Pixeln auf, was sehr guten 537 ppi entspricht.

Fazit und Empfehlung

Das Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL sind eine ernstzunehmende Alternative zu den aktuellen iPhone-Modellen und bieten sogar einen besseren Prozessor. Es bleibt abzuwarten, wie das iPhone 8 und insbesondere iPhone X in der Praxis abschneiden. Eine Stärke von Google ist der gut funktionierende Sprachassistent Google Assistant, der bald auch Google Lens umfassen wird. Noch ist die Datenbank dieser Augmented-Reality-Funktion aber begrenzt.

Das Google Pixel XL 2 ist mit seinem Sechs-Zoll-Display deutlich größer als das Google Pixel 2 mit seinem Fünf-Zoll-Display

Die beiden Google-Smartphones überzeugen in fast allen Punkten, doch es ist und bleibt schade, dass keine Speichererweiterung per microSD angeboten wird. Wer sich für die 128- statt der 64-GB-Version entscheidet, muss einen happigen Aufpreis zahlen. Die Akkukapazitäten sind nominell niedrig, doch dafür verfügen Google Pixel 2 und Google Pixel 2 XL über eine gute Schnelllade-Funktion und ein Always-On-Display, das Strom spart.


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