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Nokia 2: Einsteiger-Smartphone mit Monster-Akku im Test

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Immer mehr namhafte Smartphone-Hersteller ziehen sich aus dem Einsteiger-Segment zurück. In die Lücke, die Samsung, Sony, LG & Co hinterlassen haben, stoßen Newcomer wie HMD Global, das die Markenrechte für Nokia-Handys hält. Nokia 2 heißt das günstigste Smartphone des Herstellers, das sich im ValueTech-Test beweisen muss.

Highlights des Nokia 2 sind der günstige Preis und der riesige Akku

Das Nokia 2 versucht vor allem über den Preis zu punkten. Es kostet laut UVP 119 Euro. Im Online-Handel findet man auch Angebote unter 100 Euro. Für diesen geringen Preis bekommt man ein Einsteiger-Smartphone mit solidem Polycarbonat-Gehäuse. Zwar ist der Wasser- und Staubschutz nur eingeschränkt, aber immerhin erfüllt das Nokia 2 die IP52-Norm, d.h. es gibt Schutz gegen Staub in nicht schädigender Menge, vollständigen Schutz gegen Berührung sowie gegen fallendes Tropfwasser bei bis zu 15 Grad Neigung.

Einen Fingerabdruck-Scanner bietet das Nokia 2 wie die meisten Smartphones dieser Preisklasse nicht. Dafür verstecken sich unter dem Akkudeckel Slots für gleich zwei Nano-SIM-Karten und eine microSD-Karte. Das ist besser als vielen teureren Geräten, wo man sich zwischen zweiter Nano-SIM und microSD entscheiden muss.

Auf der rechten Gehäuseseite des Nokia 2 finden sich eine Lautstärkewippe sowie ein An/Aus-Knopf, die beide leider schlecht definiert sind. Ins Auge fällt, dass das Android-Smartphone mit 9,3 mm besonders dick ist. Dies ist aber dem großen Akku geschuldet.

Leistung

Der Akku des Nokia 2 ist mit Sicherheit das Highlight. Die riesige Kapazität von 4.100 mAh sorgt dafür, dass man das Android-Smartphone in der Praxis meist erst nach 48 Stunden an die Steckdose anschließen muss. Bei sparsamem Einsatz ist sogar ein dritter Tag ohne Nachladen möglich.

Hinter dem Akkudeckel des Nokia 2 verbergen sich Slots für zwei Nano-SIM-Karten und eine microSD-Karte

Angetrieben wird das Nokia 2 von einem Qualcomm-Prozessor. Der Snapdragon 212 läuft auf vier Kernen und ist mit lediglich 1,3 GHz getaktet. Besonders spärlich ist auch der Arbeitsspeicher mit gerade mal einem GB Größe.

In der Praxis entpuppt sich dieses Gespann als außerordentlich lahm. Schon für das Öffnen schlichter Anwendungen wie z.B. der Kamera-App benötigt das Nokia 2 mehrere Sekunden. Datenintensive Spiele wie Dream League Soccer 2018 laufen nur mit vielen Rucklern. Dementsprechend fallen auch die Benchmark-Testergebnisse ziemlich bescheiden aus:

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Der interne Speicher des Nokia 2 kann laut Hersteller mittels microSD-, microSDHC- oder microSDXC-Karten aufgestockt werden. Das ist auch dringend erforderlich, denn das Einsteiger-Smartphone verfügt über gerade mal acht GB ROM, von denen nur 3,5 GB im Werkszustand tatsächlich für den Nutzer zur Verfügung stehen. Gott sei Dank können mittlerweile nicht nur Fotos, Songs und Videos, sondern auch viele Apps auf eine Speicherkarte übertragen werden.

Einen Pluspunkt verdient sich das Nokia 2 hingegen mit dem Betriebssystem. Das Einsteiger-Smartphone läuft zwar auf dem nicht mehr ganz aktuellen Google-Betriebssystem Android 7.1.1, wird aber nach Angaben von HMD Global das Update auf Android 8.0 überspringen und künftig direkt Android 8.1 erhalten. Da Android in Reinform zum Einsatz kommt, dürften noch einige Updates folgen.

Multimedia

In der Theorie kann das Android-Smartphone via LTE mit bis zu 150 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload surfen. In der Praxis erreicht das Nokia 2 im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone bis zu 98 MBit/s im Download und 46 MBit/s im Upload. Außerdem an Bord sind Bluetooth 4.1 und eine empfangsstarke WLAN-Schnittstelle. Ein NFC-Chip fehlt wie so häufig in dieser Preisklasse.

Das Fünf-Zoll-HD-Display reicht für den normalen Betrieb völlig aus, doch beim Spielen sieht man die niedrige Pixeldichte von 294 ppi. Immerhin verfügt das Nokia 2 über einen Helligkeitssensor und sogar einen speziellen Sonnenlicht-Modus. Trotzdem bleibt sein LC-Display bei direkter Sonneneinstrahlung schlecht ablesbar:

Das Display des Nokia 2 ist bei Sonnenlicht schlecht ablesbar

Die Hauptkamera des Nokia 2 löst mit gerade mal maximal acht Megapixeln auf und wird von einem Autofokus und HDR unterstützt. Nichtsdestotrotz bemerkt man Unschärfen im Detail und eine mangelnde Restlichtverwertung bei Aufnahmen im Dunkeln. Bei Tage hat das Nokia 2 hingegen erstaunlich wenige Probleme:

Bei Tage schießt das Nokia 2 erstaunlich gute Fotos

Die zweite Kamera des Nokia 2 hat mit fünf Megapixeln eine nominell niedrige Auflösung und nur einen Fixfokus. Bei den Selfies sind Unschärfen im Detail sowie eine leichte Tendenz zur Überbelichtung zu bemerken:

Bei Selfies des Nokia 2 kann man oft Unschärfen am Bildrand feststellen

Die Sprachqualität des Nokia 2 innerhalb von Gebäuden ist für diese Preisklasse okay, aber Gesprächspartner klingen blechern. Im Outdoor-Bereich hinterlässt das Nokia 2 einen etwas besseren Eindruck. Der Sound der internen Lautsprecher und Headsets ist nicht so toll, aber andererseits muss man dem Nokia 2 zugutehalten, dass trotz des geringen Preises Kopfhörer überhaupt zum Lieferumfang gehören. Diese dienen bei Bedarf auch als Antenne für den UKW-Radioempfang.

Fazit und Empfehlung

Man sollte sich den Kauf des [[ASIN:B0777T9SW7|Nokia 2]] gut überlegen, denn schon für ein paar Euro mehr bekommt das Nokia 3 mit 16 GB internem Speicher und zwei GB RAM. Wer auf den Groschen achten muss, erwirbt schon für rund 100 Euro ein Smartphone mit extrem langer Akkulaufzeit, solider Verarbeitung, reinem Android-Betriebssystem und gleich zwei Nano-SIM-Slots und einem separaten microSD-Kartensteckplatz.

[[YT:HEgX-zyOI7s]]

In puncto Display, Sound und Kameras bietet das Nokia 2 leider die in der Einsteigerklasse übliche Magerkost. Auch der interne Speicher ist mit lediglich acht GB arg klein bemessen. Der größte Minuspunkt des Nokia 2 ist jedoch der extrem langsame Prozessor.


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