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Motorola Moto G6 mit Dual-Kamera und Dual-SIM im Test

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Schon ein halbes Jahr nach dem Start des Motorola Moto G5s bringt Lenovo den Nachfolger auf den Markt. Motorola Moto G5 heißt der Neuling in der unteren Mittelklasse. ValueTech.de hat das 249 Euro (UVP) teure Smartphone mit Dual-Kamera, reinem Android, Fingerabdruck-Scanner und Dual-SIM getestet.

Schon ein halbes Jahr nach dem Motorola Moto G5s kommt das Motorola Moto G6 auf den Markt

Anders als das Motorola Moto X4, das in der oberen Mittelklasse beheimatet ist, ist das Motorola Moto G6 nicht wasser- und staubdicht nach der strengen IP68-Norm. Stattdessen bietet es nur eingeschränkten Schutz gegen Spritzwasser.

Die Dual-Kamera des Motorola Moto G6 lugt aus dem Gehäuse heraus

Das Design ist ansprechend und dank abgerundeter Kanten liegt das Smartphone gut in der Hand. Die Dual-Kamera lugt allerdings deutlich aus der Gehäuserückseite des Motorola Moto G6 heraus. Zudem ist die Oberfläche der Gehäuserückseite extrem anfällig für Fingerabdrücke. Insofern ist es praktisch, dass Lenovo seinem neuen Mittelklasse-Handy eine Schutzhülle aus weichem Plastik spendiert hat.

Das Motorola Moto G6 hat einen dünneren Display-Rahmen als das Motorola Moto G5s und misst 153,8 x 72,3 x 8,3 mm. So ist das 167 Gramm schwere Smartphone in einer Hand nur mit Mühe zu steuern.

Leistung

Der Akku ist eine der Schwachstellen des Motorola Moto G6. Er ist mit 3.000 mAh nicht gerade riesig und hält in der Praxis rund 24 Stunden durch. Allerdings verfügt das Smartphone über einen USB-C-Anschluss und Qualcomms Schnellade-Technologie QuickCharge.

Der Akku des Motorola Moto G6 ist manuell nicht tauschbar und nur 3.000 mAh groß

Einen akzeptablen Eindruck hinterlässt hingegen der Octa-Core-Prozessor des Motorola Moto G6. Der Qualcomm Snapdragon 450 ist mit 1,8 GHz getaktet und wird von drei GB RAM unterstützt. Somit schneidet das Motorola Moto G6 bei den Benchmark-Tests im Vergleich zu seiner Preisklasse recht ordentlich ab:

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Das Motorola Moto G6 läuft auf einem reinen Android-Betriebssystem in der Version 8.0.0 (Oreo). Da Anpassungen an eine herstellereigene Benutzeroberfläche nicht nötig sind, dürften mit Sicherheit einige Updates folgen.

Zusätzlich zu Android hat Lenovo die sogenannte Moto-App auf dem Motorola Moto G6 vorinstalliert. Hier kann man bestimmen, auf welche Gesten das Smartphone reagiert, um z.B. die Taschenlampe zu starten. Außerdem kann man den Fingerabdruck-Scanner für verschiedene Funktionen freischalten. Die Beta-Version einer Moto-Sprachsteuerung ist ebenfalls an Bord.

Kamera und Ton

Anders als beim Vorgänger kommt im Motorola Moto G6 eine Dual-Kamera zum Einsatz. Die zweite Optik ermöglicht es Aufnahmen mit Bokeh-Effekten erstellen zu können. Die Auflösung der Hauptkamera liegt bei zwölf statt 16 MP beim Motorola Moto G5s, doch dafür ist sie mit einer Blendenzahl von f/1.8 lichtstärker als die Knipse des Vorgängermodells. Die Stärke des Bokeh-Effekts kann über einen On-Screen-Schieber reguliert werden, wenn man statt des automatischen Kamera-Modus den manuellen wählt:

Mit der zweiten Hauptkamera des Motorola Moto G6 kann man Bokeh-Aufnahmen erstellen

Allerdings kann die Tiefenschärfe der Bilder nicht nachträglich verändert werden. Stattdessen muss man ein zweites Foto aus ähnlicher Position mit anderer Blende schießen:

Ändert man die Blendeneinstellung, wird statt des Vordergrunds der Hintergrund scharf dargestellt

Abgesehen von dieser netten Spielerei macht das Motorola Moto G6 auch bei ganz normalen Tagaufnahmen eine gute Figur:

Tagaufnahmen gelingen mit dem Motorola Moto G6 schon im Automatik-Modus recht gut

Die Frontkamera löst mit maximal acht Megapixeln auf und verfügt dankenswerterweise über ein Fotolicht. Insofern sind Selfies auch im Dunklen kein Problem:

Dank Fotolicht schießt das Motorola Moto G6 auch Selfies im Dunkeln

Stereo-Headsets gehörten bei Motorola-Smartphones leider nie zum Lieferumfang, so auch nicht beim Motorola Moto G6. Andererseits ist der Klang der integrierten Lautsprecher angenehm kräftig. Die Klang-Technologie Dolby Mobile kann optional zugeschaltet werden.

Nicht ganz so gut gefallen hat uns das Display. Zwar ist es mit einer Diagonalen von 5,7 Zoll und einer Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixeln dafür geeignet Filme im 18:9-Format darzustellen, doch es nicht sonderlich leuchtstark und vibriert wie der Bildschirm des Motorola Moto G5s ein wenig nach.

Mobilfunk (LTE)

Ein echter Pluspunkt des Motorola Moto G6 ist seine Flexibilität. Es kann zwei Nano-SIM-Karten aufnehmen und so als Dual-SIM-Smartphone fungieren. Zusätzlich kann eine microSDHC- oder microSDXC-Karte als Speichererweiterung eingesteckt werden.

Auf jeweils einer von bis zu zwei SIM-Karten kann das Motorola Moto G6 via LTE im Internet surfen. Leider sind schon in der Theorie nur bis zu 150 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload möglich. Die Praxisergebnisse im Düsseldorfer Vodafone-Netz gehen in Ordnung: Bis zu 101 MBit/s im Download und 40 MBit/s im Upload wurden von uns gemessen.

Fazit und Empfehlung

Mit dem [[ASIN:B07BXWZ8ZG|Motorola Moto G6]] hat Lenovo ein Mittelklasse-Smartphone herausgebracht, das schon vieles mitbringt, was auch Oberklassen-Smartphones nicht besser können. So bietet das Motorola Moto G6 zwei wirklich gute Kameras, Dual-SIM mit LTE-auf beiden Karten sowie ein solides und schön anzusehendes Gehäuse mit Spritzwasserschutz. Mit einer UVP von 249 Euro ist es zudem schon zum Marktstart nur etwas teurer als z.B. ein Nokia 6.1 oder Honor 7X.

Zwar ist die CPU des Motorola Moto G6 für diese Preisklasse ausreichend schnell, doch auch deutlich langsamer als die von Oberklassen-Smartphones. Das Display könnte gern etwas leuchtstärker sein und sollte nicht nachvibrieren. Der Akku des Motorola Moto G6 muss in der Praxis alle 24 Stunden aufgeladen werden, was aber dank QuickCharge-Technologie schnell geschehen ist.


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