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Motorola One - Motorolas erstes Android-One-Smartphone im Test

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Android One heißt das neue Google-Projekt, das Smartphones mit reinem Android-Betriebssystem eine lange Versorgung mit Updates verspricht. Insofern ist es nur konsequent, dass das erste Android-One-Smartphone der Lenovo-Tochter auf den Namen Motorola One hört. ValueTech.de hat das 299 Euro (UVP) Gerät der oberen Mittelklasse getestet.

Als erstes Motorola-Smartphone läuft das Motorola One auf Android One

Das Gehäuse des Motorola One ist gegen Spritzwasser geschützt. Nichtsdestrotz legt der Hersteller eine Schutzhülle bei. Die Tasten für Lautstärke und An/Aus stechen leicht hervor. Der Fingerabdruck-Scanner liegt außerhalb des Sichtfelds auf der Rückseite, ist aber weit genug neben der Hauptkamera platziert, so dass man nicht aus Versehen auf diese drückt, wenn man das Smartphone entriegeln möchte.

Auf der Vorderseite fällt die sogenannte Notch auf. Diese Kerbe enthält die Frontkamera und das dazugehörigen LED-Blitzlicht. Die Vorder- und Rückseite des Motorola One besteht aus Gorilla Glass 3. Positiv festzuhalten sind Format und Gewicht. Mit Maßen von 150 x 72 x 8 mm und 162 g liegt das Mittelklasse-Handy gut in der Hand und kann problemlos einhändig bedient werden.

Leistung

Die CPU des Motorola One lässt es im Vergleich zur Konkurrenz in dieser Preisklasse ziemlich gemütlich angehen. Der Qualcomm Snapdragon 625 hat mittlerweile schon zwei Jahre auf dem Buckel. Trotz acht Rechenkernen und eine Taktung von zwei GHz fallen unsere Benchmark-Testergebnisse bescheiden aus:

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Das Motorola One bietet klassenübliche vier GB Arbeitsspeicher und 64 GB internen Speicher. Dateien können zudem bei Bedarf auf eine microSDHC- oder microSDXC-Speicherkarte ausgelagert werden. Positiv: Anders als die meisten Konkurrenzmodelle bietet das Gerät der Lenovo-Tochter einen eigenen Steckplatz für die Speicherkarte und kann parallel zwei SIM-Karten aufnehmen.

Das Highlight dieses Smartphones ist sicherlich das Betriebssystem. Als erstes Motorola-Handy nimmt das Motorola One an Googles Android-One-Projekt teil, das dem Nutzer ein reines Android-Betriebssystem und regelmäßige Updates verspricht. Zum Marktstart läuft das Motorola One erst einmal auf Android 8.1.0 (Oreo), das durch Google-Apps wie Google Assistant und Lens sowie ein paar Motorola-Anwendungen wie die Gestensteuerung Moto Action erweitert wird. Updates auf Android 9.0 (Pie) und dessen Nachfolger sind aber avisiert.

Vom Start weg ist die Schrift- und Bilderkennungs-Software Google Lens an Bord

Der Akku unseres Probanden hat eine Kapazität von 3.000 mAh. Das ist für diese Preisklasse normal. Laut Hersteller muss das Motorola One so circa alle 24 Stunden an die Steckdose. Weiterer Pluspunkt: Über den USB-Typ-C-Anschluss kann man in der Theorie innerhalb von 20 Minuten rund sechs Stunden Akkulaufzeit nachschießen. Auch in der Praxis ist der Energiespeicher extrem schnell aufgeladen.

Kamera und Ton

Der Sound der integrierten Stereo-Lautsprecher ist dank Dolby Mobile wirklich gut. Ein UKW-Radio ist ebenfalls an Bord. Ein Stereo-Headset gehört zwar nicht zum Lieferumfang, doch wenigstens bietet Motorola seinen Kunden eine 3,5-mm-Audio-Buchse an.

Die Dual-Hauptkamera des Motorola One besteht aus einer 13-MP-Linse mit f/2.0-Blende sowie einer Zwei-MP-Monochrom-Optik mit f/2.4-Blende. Diese Kombination liefert bei Tage gute Bilder:

Bei Tage schießt das Motorola One knackig scharfe Bilder

Durch die Dual-Kamera kann man auch den Bokeh-Effekt erzeugen. Das funktioniert aber nur im manuellen Modus richtig gut:

Die Dual-Kamera kann im manuellen Modus Bokeh-Bilder schießen

So kann man direkt hintereinander den Vorder- und Hintergrund scharf stellen

Bei Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen greifen HDR oder das potente LED-Blitzlicht merklich ein. Interessanterweise verfügt auch die zweite Kamera auf der Vorderseite, die mit maximal acht Megapixeln auflöst, über HDR und ein eigenes LED-Blitzlicht an Bord, was Aufnahmen in absoluter Dunkelheit ermöglicht:

Neben HDR verfügt die Frontkamera des Motorola One über ein potentes LED-Blitzlicht

Bei Tage macht das Motorola One natürlich trotzdem eine bessere Figur, weil die Frontkamera das vorhandene Licht gut ausnutzt:

Die Selfie-Kamera des Motorola löst mit acht MP auf

Einen nicht so guten Eindruck hinterlässt das IPS-Panel des Motorola One. Zwar lässt es sich bei Sonnenlicht relativ gut ablesen und auch der Helligkeitssensor arbeitet ordentlich, doch bei einer Diagonalen von 5,9 Zoll löst es mit lediglich 1.520 x 720 Pixeln auf. Somit erreicht das Android-One-Smartphone eine für diese Preisklasse eher unterdurchschnittliche Pixeldichte von 287 ppi. Das merkt man gerade beim Spielen und Betrachten von Videos.

Mobilfunk (LTE)

In der Theorie bietet das Motorola One via LTE bis zu 150 Bit/s im Download und 50 MBit/s im Upload. Unsere Messungen in der Praxis im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone ergaben bis zu 77 MBit/s im Download und 32 MBit/s im Upload. Das ist ein achtbares Ergebnis, aber nicht überragend. Wie in der oberen Mittelklasse üblich sind NFC und WLAN ac an Bord. Bei der Bluetooth-Schnittstelle kommt das etwas ältere 4.2-Profil zum Einsatz.

Als Dual-SIM-Smartphone kann das Motorola One zwei Nano-SIM-Karten aufnehmen, die beide LTE-fähig sind. In puncto Sprach- und Empfangsqualität muss sich das Android-One-Smartphone auch gegenüber teureren Geräten nicht verstecken.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B07GWTT1WH|Motorola One]] ist das erste Android-One-Smartphone aus dem Hause Motorola und füllt die Lücke zwischen der Moto-Z- und Moto-G-Serie des Herstellers. Der absolute Pluspunkt ist das flüssig laufende, reine Android-Betriebssystem, für das Google regelmäßige Updates verspricht.

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Gut sind auch die Kameras, der Sound der integrierten Lautsprecher sowie die Sprach- und Empfangsqualität. Das Motorola One kann zwei SIM-Karten und parallel eine microSD aufnehmen. Gefallen konnte uns auch die Verarbeitungsqualität des Gehäuses, das zumindest gegen Spritzwasser geschützt ist. Darüber hinaus ist eine Schutzhülle im Lieferumfang enthalten.

Nicht so sehr gefallen konnte uns das Display. Es ist zwar 5,9 Zoll groß, hat aber eine ziemlich niedrige Auflösung von 1.520 x 720 Pixeln. Der 3.000-mAh-Akku hält 24 Stunden durch, kann aber extrem schnell aufgeladen werden. Der Prozessor hat mittlerweile zwei Jahre auf dem Buckel und das merkt man.


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