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Google Pixel 3 - Referenz-Smartphone mit Android 9 im Test

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Die Nachfolger des Pixel 2 und Pixel 2 XL heißen Pixel 3 und Pixel 3 XL. Wie immer sollen die Referenz-Smartphones von Google zeigen, was mit dem neuesten Android-Betriebssystem möglich ist. ValueTech.de hat das kleinere Pixel 3 mit Android 9 (Pie) getestet, das seit kurzem für 849 Euro (UVP) in den Regalen steht.

Anders als das Pixel 3 XL hat das Pixel 3 vorn keine Notch

Selten genug sind High-End-Smartphones kompakt und leicht. Das Pixel 3 ist ein Vertreter dieser raren Spezies, denn es misst 145,6 x 68,2 x 7,9 mm und wiegt 148 g, während das Pixel 3 XL 158 x 76,7 x 7,9 mm und 184 g aufweist. Die beiden Schwestermodelle unterscheiden sich aber nicht nur in puncto Größe, sondern auch im Design. Während das Pixel 3 XL eine Aussparung für die Dual-Selfie-Kamera hat, steckt diese beim Pixel 3 im durchgehenden schwarzen Balken über dem Display.

Das Pixel 3 hat ein 5,5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixeln

Das Pixel 3 hat ein 5,5-Zoll-Display mit einer Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixeln, während das Pixel 3 XL auf 6,3 Zoll und 2.960 x 1.440 Pixel kommt. Auffällig ist beim von uns getesteten Pixel 3 die hohe Helligkeit des Displays. Der Helligkeitssensor stellt den Bildschirm leider meist etwas zu hell ein, so dass man ab und zu manuell nachjustieren muss. Beide Smartphones sind staub- und wasserdicht. Der Fingerabdruck-Scanner ist wie gehabt auf der Rückseite des Gehäuses untergebracht und funktioniert beim Pixel 3 schnell und zuverlässig.

Leistung

Der fest verbaute Akku kann kabellos aufgeladen werden, was bei den Vorgängern nicht möglich war und beim Pixel 3 auch erstaunlich schnell funktioniert. Die Kapazität liegt bei lediglich 2.915 mAh, wodurch das Pixel 3 in der Praxis alle 24 Stunden aufgeladen werden muss.

Das Pixel 3 gibt es mit 64 oder 128 GB internen Speicher, aber leider Gottes ohne Speicherkarten-Slot. Normalerweise sollte die 64-GB-Variante für 849 Euro (UVP) ausreichen, zumal der Kunde von Google unbegrenzten Cloud-Speicher für seine Fotos und Videos erhält. Für die Top-Version mit 128 GB Speicher sind 100 Euro mehr fällig.

Als Oberklassen-Smartphone wird das Pixel 3 natürlich von einem leistungsfähigen Prozessor angetrieben. Der Qualcomm Snapdragon 845 wird zwar nur von vier GB RAM unterstützt, bringt seine Taktung von 2,5 GHz aber eindrucksvoll auf die Straße. Den subjektiven Eindruck, dass Befehle quasi in Echtzeit umgesetzt werden, bestätigen auch die sehr guten Benchmark-Testergebnisse:

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Das stärkste Verkaufsargument für Pixel-Smartphones war bis jetzt die Update-Garantie für das reine Android-Betriebssystem. So ist beim Pixel 3 vom Start weg Android 9 (Pie) in Reinform vorinstalliert und Android 10 und selbst Android 11 sollten drin sein. Zudem erhält das Google-Smartphone Sicherheits-Updates immer zuerst.

Am auffälligsten an Android 9 ist wohl, dass es keinen Button mehr für die aktiven Apps gibt. Stattdessen gleitet der Finger vom zentralen Button aus nach oben. Daneben hat Google vor allem der Kamera des Pixel 3 ein paar interessante Software-Updates spendiert.

Der AR-Service Google Lens funktioniert unter Android 9 auch beim Erfassen des Objekts mit der Kamera

Google Lens funktioniert – anders als bei früheren Android-Versionen – auch beim Erfassen eines Objekts und nicht erst im fertigen Foto. Die Funktion Top Shot sorgt dafür, dass beim Auslösen mehrere Fotos gemacht werden, und schlägt dann das beste vor. Eine Super Resolution genannte neue Zoom-Technik kombiniert mehrere Bilder und soll so die üblichen Schwächen eines Digital-Zooms ausgleichen. Neu ist auch die Funktion Night Sight. Wer damit Bilder in extrem dunkler Umgebung macht, bekommt auch ohne Blitz bessere Beleuchtungsergebnisse.

Kamera und Ton

Aber auch ohne diese netten Gimmicks kann die Hauptkamera des Pixel 3 voll überzeugen. Zwar hat das Gerät von Google im Gegensatz zu den meisten Oberklassen-Smartphones keine zwei Linsen, sondern nur einen einzelnen 12,2-MP-Sensor an Bord, aber dafür eine sehr gute Ausstattung mit f/1.8-Blende, Autofokus mit Dual-Pixel-Phasenerkennung, optischer und elektronischer Bildstabilisierung, Spektral- und Flickersensor und einem Sichtfeld von 76 Grad. 4K-Videos werden mit 30 und Full-HD-Videos mit 120 Bildern pro Sekunde gedreht. Das Resultat sind außergewöhnlich scharfe und farbenfrohe Bilder vor allem bei Tage:

Tagaufnahmen des Pixel 3 bestechen durch Schärfe und detailgetreue Farben

Die Dual-Selfie-Kamera besteht aus einer Acht-MP-Linse für den Tele-Bereich sowie aus einer Kamera mit gleicher Auflösung und mit 107-Grad-Weitwinkel-Sensor, um mehr Menschen oder mehr Umgebung ablichten zu können. Dank guter Restlichtverwertung haben Indoor-Aufnahmen eine sehr gute Qualität:

Für Selfie steht ein normales Tele-Objektiv zur Verfügung

Alternativ sind Selfies mit Weitwinkel bis zu 107 Grad möglich

Videos können maximal in Full-HD-Qualität und 30 Bilder pro Sekunde gedreht werden. Schade ist, dass das Pixel 3 kein LED-Blitzlicht, sondern nur ein Display-Fotolicht für Selfies an Bord an. Dieses ist jedoch ziemlich kräftig, wie diese Testaufnahme zeigt:

Zwar verfügt das Pixel 3 nur über ein Display-Fotolicht für Selfies, aber dieses ist ausreichend stark

Mobilfunk (LTE)

Die Sprach- und Empfangsqualität des Pixel 3 ist vielleicht nicht ganz so gut wie z.B. die des Sony Xperia XZ2 Premium, aber trotzdem auf einem hohen Niveau angesiedelt. Zudem verfügt das Google-Smartphone über zwei Stereo-Front-Lautsprecher und drei Mikrofone. Eine Audio-Buchse ist nicht an Bord, aber dafür liefert Google einen Adapter für die USB-Typ-C-Buchse mit. Ein Stereo-Headset mit USB-Anschluss liegt ebenfalls bei. Sowohl die integrierten Lautsprecher als auch die serienmäßigen Kopfhörer überzeugen in puncto Lautstärke und Klangfülle.

Der Akku ist fest im Gehäuse des Pixel 3 verbaut und nur 2.915 mAh klein

WLAN a/b/g/n/ac, Bluetooth 5.0, GPS, Glonass, NFC und LTE Kategorie 16 komplettieren die Ausstattung des Pixel 3. Via LTE ist unser Testgerät auch in der Praxis sehr flott unterwegs. Bei unseren Tests im Vodafone-4G-Netz in Düsseldorf erreicht es 238 MBit/s im Download und 24 MBit/s im Upload.

Fazit und Empfehlung

Das Pixel 3 kann als Referenz-Smartphone für Android 9 voll überzeugen. Das neue Betriebssystem zeigt in der Verbindung mit einem ultraschnellen Prozessor und allerlei Software-Gimmicks, was in der Oberklasse möglich ist. Das Hauptverkaufsargument dürfte aber die Update-Garantie bleiben. Darüber hinaus hat das Pixel 3 die derzeit wohl beste Kamera am Markt, wenngleich es sich nur um eine Mono- und keine Dual-Hauptkamera handelt. Auch Sound und Empfangseigenschaften sind hervorragend.

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Trotz der insgesamt positiven Bilanz sind uns ein paar negative Punkte aufgefallen: Wie schon die Vorgängermodelle muss das Pixel-Smartphone ohne microSD-Karten-Slot auskommen. Außerdem fehlt eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Der größte Schwachpunkt ist der Akku. Zwar lässt er sich blitzschnell aufladen, erscheint aber im Vergleich zur Konkurrenz unterdimensioniert. Wer mehr Akkulaufzeit wünscht, sollte zum größeren Pixel 3 XL greifen.


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