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Sony Xperia XZ3 mit OLED-Bildschirm und Motion-Eye-Kamera im Test

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Sony Mobile hält an seinem Sechs-Monats-Rhythmus fest und hat wieder ein neues Smartphone-Flaggschiff auf den Markt gebracht. Das Sony Xperia XZ3 hat als erstes Sony-Smartphone ein OLED-Display, soll sich aber auch durch seine Motion-Eye-Kamera und seinen satten Sound von der Konkurrenz unterscheiden. Ob diese Mission erfolgreich sein kann, zeigt unser Test.

Nach nur sechs Monaten bringt Sony mit dem Sony Xperia XZ3 ein neues Flaggschiff auf den Markt

Das Unibody-Gehäuse des Sony Xperia XZ3 besteht aus Gorilla Glass 5 sowie aus einem Metallrahmen. Die Rückseite ist nicht mehr so stark gewölbt wie beim Sony Xperia XZ2, doch immer noch zieht sie Fingerabdrücke quasi automatisch an und kommt leicht ins Rutschen. Das Android-Smartphone erfüllt die strenge IP68-Norm und somit weitgehend gegen Wasser und Staub geschützt. Mit Maßen von 158 x 73 x 9,9 mm und einem Gewicht von 195 g ist es nicht so groß und vor allem nicht so schwer wie der Vorgänger.

Die Glasrückseite des Sony Xperia XZ3 ist zwar schick, gerät aber auch leicht ins Rutschen

Die Tasten für Lautstärke und An/Aus stechen leicht aus dem Gehäuse leicht hervor. Darüber hinaus verfügt das Sony Xperia XZ3 über einen eigenen Foto-Auslöser. Der Fingerabdruck-Scanner liegt leider außerhalb des Sichtfelds und ziemlich mittig auf der Rückseite. Dadurch drückt man anfangs öfter versehentlich auf die Linse der Hauptkamera statt auf den Fingerabdruck-Scanner. Wenn man den Bogen heraushat, funktioniert der Scanner aber präzise und schnell.

Das Sony Xperia XZ3 hat ein neues, von Sony selbst entwickeltes Feature namens „Side Sense“, das ein bisschen an HTCs „Edge Sense“ erinnert. Wie bei einigen Smartphones des taiwanesischen Konkurrenten lässt sich ein kleines Menü am Bildrand mit den beliebtesten Apps aufrufen. Das System erkennt über die Software, ob der Nutzer doppelt auf den Bildrand tippt und reagiert dann entsprechend. Die Software ist lernfähig und passt sich den Gewohnheiten des Nutzers an, doch leider ist der Sensor zu sensibel und so wird „Side Sense“ öfter einmal unwillentlich gestartet.

Leistung

Als erstes Sony-Smartphone bietet das Sony Xperia XZ3 einen OLED-Bildschirm mit intensiven und natürlichen Farben. Das sechs Zoll große Display ist im 18:9-Format gehalten und hat eine Auflösung von 2.880 x 1.440 Pixeln. Somit beträgt die Pixeldichte in dieser Preisklasse übliche 537 ppi. Die Helligkeit ist mit 550 cd/m² ebenfalls sehr gut.

Das Sony Xperia XZ2 Premium wurde ja schon von einem Qualcomm Snapdragon 845 angetrieben und dieser Prozessor kommt nun auch beim Sony Xperia XZ3 zum Einsatz. Kombiniert werden acht Kerne mit einer Taktung von 2,8 GHz und vier GB Arbeitsspeicher. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass unser Proband in den Benchmark-Tests sehr gut abschneidet und mit Konkurrenten wie z.B. dem Samsung Galaxy S9 locker mithalten kann:

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Wir bekamen das Sony Xperia XZ3 noch mit dem Google-Betriebssystem Android 8.1 (Oreo) geliefert, doch schon während des Tests wurde ein Update auf das neuere Android 9.0 (Pie) aufgespielt. Auf Android hat Sony seine eigene Benutzeroberfläche aufgesetzt. Außerdem sind ein paar Sony-Anwendungen wie die Xperia-Lounge-App vorinstalliert.

Der Akku hat eine Kapazität von 3.330 mAh. Das erscheint nicht nur nominell wenig, auch in der Praxis kommt das Sony Xperia XZ3 geradeso über den Tag. Das Laden des leeren Energiespeichers über den USB-Typ-C-Anschluss nimmt trotz Schnellladetechnik circa zwei Stunden in Anspruch. Auch kabelloses Laden ist möglich.

Kamera und Ton

Die Stereo-Lautsprecher des Sony Xperia XZ3 bieten einen wunderbar klaren wie kräftigen Sound. Wie schon beim Sony Xperia XZ2 und XZ2 Premium kann der Klang durch die sogenannte dynamische Vibration verstärkt werden, was gerade beim Zocken oder Abspielen von fetten Bässen schön ist. Ein Stereo-Headset gehört natürlich zum Lieferumfang, aber leider bietet das Sony Xperia XZ3 keine 3,5-mm-Audio-Buchse. So müssen die Kopfhörer umständlich über einen mitgelieferten Adapter an die USB-Buchse des Smartphones angeschlossen werden.

Das Sony Xperia XZ3 hat keine Dual-Kamera an Bord, sondern schießt Fotos mit einer 19-MP-Motion-Eye-Linse. Für normale Fotos bietet das Sony Xperia XZ3 einen manuellen und einen automatischen Modus, der bei Sony „überlegene Automatik“ heißt und nicht nur bei Tage schön detailgetreue Aufnahmen macht. Auffällig ist, dass der von Sony selbst produzierte Bildsensor in Kombination mit HDR dem superschnellen Hybrid-Autofokus hervorragend Restlicht verwerten und blitzschnell gestochen scharfe Bilder ohne Blitz schießen kann:

Die Motion-Eye-Kamera des Sony Xperia XZ3 besticht durch eine sehr gute Restlichtverwertung wie bei dieser Innenaufnahme

Videos kann das Oberklassen-Smartphone in 4K-Qualität aufnehmen. Auch Zeitlupen mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde sind möglich. Unter Android 9 liegt Google Lens so, dass die Augmented-Reality-Funktion schon beim Erfassen eines Objekts mit der Kamera startet. So können ziemlich treffsicher weiterführende Infos zu Sehenswürdigkeiten und Produkte im Netz gefunden werden.

Die zweite Kamera des Sony Xperia XZ3 löst mit maximal 13 MP auf und hat ebenfalls einen Sony Exmor RS Sensor und HDR an Bord. So kann das Oberklassen-Smartphone detailreiche Selfies mit relativ kräftigen Farben aufnehmen:

Die Fronkamera des Sony Xperia XZ3 ist ebenfalls mit HDR und dem Sony-eigenen Bildsensor Exmor RS ausgestattet

Ein leichtes Bildrauschen fällt bei Selfies im Dunkeln auf. Leider hat das Sony Xperia XZ3 kein eigenes Fotolicht für Selfies an Bord:

Leider verfügt die zweite Kamera des Sony Xperia XZ3 nur über ein Display-Fotolicht

Mobilfunk (LTE)

In der Theorie bietet das Sony Xperia XZ3 via LTE bis zu 1,2 GBit/s im Download, was viele Netze in Deutschland de facto noch gar nicht unterstützen, sowie maximal 150 MBit/s im Upload. Unsere Messungen in der Praxis im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone ergaben bis zu 158 MBit/s im Download und 55 MBit/s im Upload. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.

Das Sony Xperia XZ3 erfüllt die strenge Wasser- und Staubschutznorm IP68

Als Dual-SIM-Smartphone kann das Sony Xperia XZ3 zwei Nano-SIM-Karten aufnehmen, die beide LTE-fähig sind. Leider fährt das Smartphone neu hoch, wenn man die SIM-Karte für den Datenempfang wechselt. Alternativ zur zweiten SIM-Karte bietet der Karten-Slot Platz für eine bis zu 400 GB große Speicherkarte. Während die Empfangsqualität im Telefónica-Netz nicht immer gut ist, hat das Oberklassen-Smartphone im Vodafone-Netz überhaupt keine Probleme. VoLTE und WiFi Calling stehen optional bereit.

Fazit und Empfehlung

Das Sony Xperia XZ3 ist in der Oberklasse eine ebenso schön anzusehende wie ernstzunehmende Alternative zu Platzhirschen wie dem Samsung Galaxy S9. Mit 193 g ist es zwar ziemlich schwer, bietet aber eine gute Verarbeitung inklusive Wasser- und Staubschutz nach der strengen IP68-Norm.

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Die Highlights des Oberklasse-Smartphones sind das gut ablesbare, aber gleichzeitig farbintensive OLED-Display sowie die Hauptkamera. Zwar stehen nicht zwei Objektive, sondern eins zur Verfügung, aber das tut der Qualität keinen Abbruch. Superschnelles LTE, ein satter Sound sowie ein quicklebendiger Prozessor sprechen ebenfalls für das Sony Xperia XZ3.

Das Sony-Smartphone hat aber auch Schwächen. So wird zwar ein Stereo-Headset mitgeliefert, kann aber nur mittels Adapter an die USB-Buchse des Smartphones angedockt werden. Trotz des großen und schweren Gehäuses ist der Akku nur 3.330 mAh groß. Der Preis ist mit 799 Euro (UVP) sicherlich hoch, doch Konkurrenten wie das iPhone XS sind deutlich teurer.


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