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ZTE Axon 9 Pro mit optimierter Video-Wiedergabe im Test

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Nach den US-Sanktionen versucht der chinesische Hersteller ZTE einen Neustart im Smartphone-Markt und präsentiert mit dem ZTE Axon 9 Pro gleich ein neues Modell in der Oberklasse. Bei einem Preis von nur 649 Euro (UVP) bietet das Android-Smartphone eine optimierte Video-Wiedergabe, ein OLED-Display und einen 4.000-mAh-Akku. Wir haben den Newcomer getestet.

Die Rückseite des ZTE Axon 9 Pro ist leider anfällig für Fingerabdrücke

Das 156,5 x 74,5 x 7,9 m große und 179 g schwere Smartphone wird von und hinten von Gorilla Glass 5 geschützt. Die Rückseite ist anfällig für Fingerabdrücke und gerät auf glatten Flächen leider schnell ins Rutschen. Netterweise hat ZTE aber eine Schutzhülle aus weichem Plastik beigelegt, die das ZTE Axon 9 Pro auch dagegen schützt.

Das 6,2-Zoll-OLED-Display bietet intensive Farben und deckt fast die gesamte Vorderseite des ZTE Axon 9 Pro ab

Zusammengehalten wird das Unibody-Gehäuse von einem Metallrahmen, was dem Androiden Stabilität verleiht. Lautstärkewippe und An/Aus-Schalter liegen auf der rechten Gehäuseseite. Auf der Rückseite sind der gut funktionierende Fingerabdruck-Scanner sowie die leicht herausstehende Dual-Kamera zu finden.

Leistung

Das 6,2 Zoll große OLED-Display deckt dank minimaler Notch einen Großteil der Vorderseite des Smartphones ab. Die Farben wirken OLED-typisch intensiv, doch die Auflösung beträgt nur 2.248 x 1.080 Pixel, wodurch das ZTE Axon 9 Pro auf eine Pixeldichte von lediglich 402 ppi kommt. Das ist deutlich weniger als bei den meisten Oberklassen-Modellen, aber ziemlich genauso viel wie beim von uns bereits getesteten OnePlus 6T.

Das Gehäuse des ZTE Axon 9 Pro ist staub- und wasserdicht nach der IP68-Norm

Andererseits bietet das Smartphone aus China eine optimierte Bildwiedergabe, und das, obwohl ZTE kein TV-Hersteller ist. Um Filme z.B. mit 24 Bildern pro Sekunde flüssiger erscheinen zu lassen, errechnet das ZTE Axon 9 Pro Zwischenbilder und erhöht die Rate auf 60 Bilder pro Sekunde. Das funktioniert selbst bei HDR-Filmen und gerade Sportaufnahmen wirken deutlich flüssiger.

Wie ein paar andere High-End-Smartphones wie z.B. das Sony Xperia XZ3 oder Google Pixel 3 wird das ZTE Axon 9 Pro vom 2,8 GHz schnellen Qualcomm Snapdragon 845 angetrieben. In den Benchmark-Tests kann die CPU voll überzeugen:

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Mit 128 GB großzügig bemessen ist der interne Speicher des ZTE Axon 9. Zudem können laut Hersteller microSDXC-Speicherkarten mit bis zu zwei TB Kapazität einlegt werden. Auch der Arbeitsspeicher ist mit sechs GB üppig bemessen. Veraltet ist indes das Betriebssystem Android 8.1 (Oreo), ein Update auf Android 9.0 (Pie) soll jedoch bereits in Kürze erscheinen.

Der Akku hat eine Kapazität von 4.000 mAh ist und realisiert in der Praxis circa 36 Stunden Laufzeit. Das Laden des leeren Energiespeichers über den USB-Typ-C-Anschluss nimmt ungefähr zwei Stunden in Anspruch. Bei intensiver Nutzung z.B. durch Benchmark-Tests neigt der Akku leider zu einer leichten Erhitzung.

Kamera und Ton

Die Rundumklang-Technologie Dolby Atmos, der schon das ZTE Axon 7 auszeichnete, findet sich auch im ZTE Axon 9 Pro. Besonders schön ist, dass man zwischen verschiedenen Modi z.B. für Filme oder Spiele wählen kann. Das ZTE-Smartphone bietet zudem Stereo-Lautsprecher und gleich drei Mikrofone für Surround-Aufnahmen. Unverständlicherweise fehlt eine Audio-Buchse, aber dafür gehört ein Adapter für Headsets mit Klinkenstecker zum Lieferumfang. Zudem legt ZTE Kopfhörer bei, die direkt an die USB-Buchse des Smartphones angeschlossen werden können.

Auf der Rückseite des ZTE Axon 9 Pro findet sich eine normale Tele-Kamera mit einer maximalen Auflösung von zwölf MP. Hinter der zweiten Linse verbirgt sich ein Weitwinkelobjektiv mit 20 MP Auflösung. Somit kann das Android-Smartphone Bokeh-Aufnahmen erzeugen, wobei die Qualität gerade bei Tage wirklich gut ist:

Die Dual-Kamera des ZTE Axon 9 Pro ermgöglicht den Bokeh-Effekt

Ein simpler Fingertipp genügt und statt der Pflanze im Vordergrund wird das Haus im Hintergrund scharf dargestellt

Aber auch normale Bilder gelingen dem Newcomer aus China. Gerade in puncto Restlichtverwertung zeigt sich das ZTE Axon 9 Pro dank Sony-Bildsensor von seiner angenehmen Seite:

Dank Sony-Bildsensoren glänzt das ZTE Axon 9 Pro durch eine gute Restlichtverwertung

Die zweite Kamera des ZTE Axon 9 Pro löst mit nur fünf Megapixeln auf. Das ist in der Oberklasse ziemlich wenig, aber die Qualität geht in Ordnung:

Die zweite Kamera des ZTE Axon 9 Pro löst nur mit fünf MP auf

Andererseits hat das ZTE Axon 9 Pro ein außergewöhnliches helles Display-Fotolicht an Bord. So stellen auch Selfies in absoluter Dunkelheit keine große Herausforderung dar:

Das Display-Fotolicht des ZTE Axon 9 Pro ist äußerst hell und ermöglicht recht ordentliche Selfies in der Dunkelheit

Mobilfunk (LTE)

In der Theorie bietet das ZTE Axon 9 Pro LTE Kategorie 18, d.h. bis zu 1,2 GBit/s im Download sowie maximal 225 MBit/s im Upload. Unsere Messungen in Düsseldorf im Vodafone-4G-Netz ergaben in der Praxis immerhin bis zu 166 MBit/s im Download und 21 MBit/s im Upload. Außerdem bietet das Smartphone aus China wie viele Oberklassen-Geräte das neueste WLAN ac, Bluetooth 5.0 und NFC.

Die rutschige Rückseite und die fehlende Audio-Buchse sind die einzigen Mängel des ZTE Axon 9 Pro

Die Sprachqualität geht in Ordnung. Beim Empfang sieht es in der Regel auch gut aus. Nur beim Indoor-Empfang im Telefónica-Netz hat das ZTE Axon 9 Pro Probleme. VoLTE und WiFi Calling stehen optional bereit.

Fazit und Empfehlung

Der günstige Preis von 649 Euro (UVP) und seine ausgeprägten Multimedia-Eigenschaften sprechen für das ZTE Axon 9 Pro. Zudem punktet das neue Smartphone aus China mit viel Speicherplatz, langer Akkulaufzeit und einem schnellen Prozessor.

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Der OLED-Bildschirm des ZTE Axon 9 Pro bietet satte Farben, aber die Auflösung ist niedriger als normalerweise in der Oberklasse üblich. Während die Dual-Kamera einen guten Eindruck hinterlässt, löst die Selfie-Kamera mit nur fünf Megapixeln auf.


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