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Motorola One Vision mit Android One und 21:9-Display im Test

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Motorola hat den Nachfolger des Motorola One auf den Markt gebracht. Das Motorola One Vision läuft ebenso auf Android One, aber im Unterschied zum Vorgänger ist die Selfie-Kamera nicht in einer Notch oberhalb des Bildschirms, sondern in einem Loch direkt im Display untergebracht. Wir haben das 299 Euro (UVP) teure Mittelklasse-Smartphone getestet.

Das Motorola One Vision hat ein 21:9-Display mit Selfie-Kamera-Loch

Die IPS-Anzeige des Motorola One Vision misst 6,3 Zoll in der Diagonalen und löst mit 2.520 x 1.080 Pixeln auf. Das entspricht einer Pixeldichte von 432 ppi. Außerdem ist der Bildschirm im 21:9-Format gehalten. So kann das Motorola One Vision Filme im Original-Bildformat abspielen. Die Farben wirken intensiv und die Kontraste scharf. Allenfalls bei schnellen Bewegungen beim Spielen wirkt der Bildschirm etwas träge.

Dank der verhältnismäßig geringen Breite liegt es aber auch besser in der Hand als Smartphones mit konventionellem 16:9-Format. Bei Außenmaßen von 160,1 x 71,2 x 8,7 mm bringt das Smartphone recht stattliche 181 g auf die Waage. Das Gehäuse ist gegen Spritzwasser geschützt und erfüllt den IP52-Standard.

Auf der Rückseite des Motorola One Vision finden sich der Fingerabdruck-Scanner, eine 48- und eine Fünf-MP-Kamera

Der Fingerabdruck-Scanner auf der Rückseite des Motorola One Vision ist gut zu erreichen und funktioniert problemlos. Netterweise hat die Lenovo-Tochter ihrem neuesten Modell eine Hülle aus weichem Plastik spendiert, die gegen kleinere Stürze und hässliche Fingerabdrücke schützt.

Leistung und Android

Neben den guten Kameras und dem großen Display dürfte das Betriebssystem das hauptsächliche Verkaufsargument für das Motorola One Vision sein. Wie das Motorola One nimmt das neue Modell der Lenovo-Tochterfirma am Android-One-Projekt von Google teil, d.h. es läuft auf unverändertem Stock Android und wird drei Jahre mit Android- und Sicherheits-Updates versorgt.

Unter der Haube des Motorola One Vision werkeln ein Samsung-Prozessor und künstliche Intelligenz

Zum Start kommt das aktuelle Android 9 (Pie) zum Einsatz. Dank der Update-Garantie wird das Motorola One Vision aber auf jeden Fall Android 11 und gegebenenfalls sogar Android 12 erleben. Praktisch sind auch ein paar Motorola-eigene Features. So kann man die Option „Cleveres Display“ wählen, damit der Bildschirm aktiv bleibt, während man darauf blickt. Daneben bietet das Motorola One Vision die sogenannten „Moto Actions“, also die Steuerung per Gesten, um z.B. die Kamera schnell zu aktivieren.

Angetrieben wird das Motorola One Vision von einem Exynos 9609 aus dem Hause Samsung. Dieser Octa-Core-Prozessor verfügt über eine Taktung von bis zu 2,2 GHz und wird von vier GB Arbeitsspeicher unterstützt. In den Benchmark-Tests schneidet das Smartphone für diese Preisklasse recht gut ab:

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Der fest eingebaute Akku hat eine Kapazität von 3.500 mAh. Das sind zwar 500 mAh mehr als beim Vorgänger Motorola One, aber trotzdem muss das Motorola One Vision nach circa 24 Stunden an die Steckdose. Allerdings kann man das Smartphone mit dem mitgelieferten Steckdosen-Adapter extrem schnell laden.

Kamera und Ton

Neben dem 21:9-Display ist die Fotografie der Schwerpunkt des Motorola One Vision. Die Hauptkamera besteht aus zwei Linsen mit 48 und fünf MP Auflösung. Im manuellen Modus kann man so per Finger-Tipp ganz einfach Bokeh-Bilder erzeugen:

Im manuellen Modus kann man mit dem Motorola One Vision Bokeh-Bilder erzeugen

Die Dual-Kamera verfügt zudem über künstliche Intelligenz und eine Quad-Pixel-Technologie, die gerade bei schlechten Lichtverhältnissen für optimale Bilder sorgen soll. Wie diese Innenaufnahme zeigt, klappt das in der Praxis ziemlich gut:

Das Motorola One Vision hat eine gute Restlichtverwertung

Da das Motorola One Vision vier Pixel zu einem zusammenrechnet, haben die Aufnahmen der Hauptkamera eine Auflösung von völlig ausreichenden zwölf MP. Der Vorteil diese Vorgehensweise ist zudem, dass Bildrauschen fast gar nicht festzustellen ist, wie diese Nachtaufnahme zeigt:

Bei Nachtaufnahmen des Motorola One Vision ist fast gar kein Bildrauschen feststellbar

Die Frontkamera des Motorola One Vision löst mit 25 MP auf. Aufgrund ihrer Unterbringung in einem Loch ermöglicht sie innerhalb des Displays ein Bildschirm-Oberflächen-Verhältnis von über 90 Prozent. Das Loch ist für unseren Geschmack etwas zu groß geraten, die Selfies können sich hingegen sehen lassen:

Die Selfie-Kamera arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie die Hauptkamera und rechnet vier Pixel zu einem Pixel zusammen

Für Selfies im Dunklen steht dem Motorola One Vision nur ein Display-Fotolicht zur Verfügung. Es ist aber so hell, dass Fotos fast wie mit einem LED-Blitzlicht geschossen wirken:

Das Display-Fotolicht für Selfies ist schön hell

Leider hat das Motorola One Vision nur einen relativ matt klingenden Mono-Lautsprecher an Bord. Immerhin geht der Klang der mitgelieferten Stereo-Headsets in Ordnung und die Sound-Technologie Dolby Mobile kann man optional hinzuschalten.

Mobilfunk (LTE)

Der interne Speicher misst 128 GB und kann per microSD-, microSDHC- oder microSDXC-Speicherkarte erweitert werden. Alternativ zur Speicherkarte kann man eine zweite Nano-SIM einlegen. Das dann Dual-SIM-fähige Smartphone zeigt sowohl im Vodafone- als auch im Telefónica-Netz einen guten Empfang.

Der Akku ist leider ein Schwachpunkt des Motorola One Vision

Selbstredend sind Bluetooth 5.0, NFC, GPS und USB Typ C an Bord. Im Internet surft das Motorola One Vision über schnelles WLAN ac oder LTE mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 600 und Upload-Raten von bis zu 100 MBit/s. In der Praxis schafft das Android-Smartphone im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone 181 MBit/s im Download und 55 MBit/s im Upload.

Fazit und Empfehlung

Das [[MMID:2559438|Motorola One Vision]] bietet viel Smartphone fürs Geld. Für 299 Euro (UVP) bekommt man ein gut ablesbares Display im kinofreundlichen 21:9-Format, hochauflösende Kameras und eine Update-Garantie von drei Jahren. Auch in puncto Prozessor, Konnektivität und Empfangsleistung kann das Android-One-Smartphone überzeugen.

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Zwar hat das Motorola One Vision ordentliche Stereo-Headsets und die Klang-Technologie Dolby Mobile im Lieferumfang, doch der Mono-Lautsprecher klingt matt. Der Akku ist zwar größer als beim Vorgängermodell, doch die Laufzeiten bleiben bescheiden.