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Gigaset GS110: Einsteiger-Smartphone mit Android Go und Wechsel-Akku im Test

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Das Gigaset GS110 kostet nur 119 Euro (UVP), bietet aber Features, die viele andere Smartphones nicht haben. So läuft es auf reinem Android Go in der aktuellen Version 9 (Pie), verfügt über einen manuell tauschbaren Akku und hat einen Speicherkarten­Slot nebst Platz für zwei SIM-Karten. Wir haben das Einsteiger-Smartphone getestet.

Das Gigaset GS110 läuft auf Android Go und bietet ein robustes Polycarbonat-Gehäuse

Das Gigaset GS110 wirkt gegenüber dem Vorgängermodell Gigaset GS100 deutlich moderner im Design. Oberhalb des 6,1-Zoll-Displays findet sich eine Wassertropfen-Notch, von Gigaset selbst „V-Notch“ genannt. Statt eines klassischen 16:9-Bildschirms weist das Einsteiger-Smartphone ein Display im 19,5:9-Format auf.

Der Bildschirm des Gigaset GS110 hat eine Auflösung von 1.200 x 600 Pixel und somit eine Pixeldichte von 233 ppi. Die Ablesbarkeit auch bei Sonnenlicht ist in Ordnung, aber der Helligkeitssensor funktioniert in unserem Test ein wenig langsam.

Gesteuert wird das Gigaset GS110 über ein 6,1-Zoll-Display mit einer Auflösung von lediglich 1.200 x 600 Pixeln

Vom Vorgänger geblieben ist die Idee der poppigen Wechselschalen. Wer möchte, kann sein Gigaset GS110 in den Farben British Racing Green, Azure Blue und Titanium Grey einkleiden. Außerdem kann man den Akkudeckel im Gegensatz zur großen Mehrzahl der Smartphones problemlos mit dem Fingernagel entfernen und benötigt keine Spange, um z.B. an den Akku, die SIM-Karten oder die Speicherkarte zu gelangen.

Leistung und Android

Auf dem Gigaset GS110 ist unverändertes Android 9 (Pie) in der Go-Edition vorinstalliert. Bei Android Go handelt es sich um eine abgespeckte Variante des Android-Betriebssystems, die bei Smartphones mit besonders langsamem Prozessor und wenig Speicherplatz zum Einsatz kommt.

Dies ist auch beim Gigaset GS110 der Fall. Der Spreadtrum SC9863A hat zwar acht Rechenkerne, ist aber mit lediglich 1,6 GHz getaktet und wird von einem gerade mal ein GB großen Arbeitsspeicher unterstützt. Entsprechend bescheiden sind die Benchmark-Testergebnisse:

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Der interne Speicher des Gigaset GS110 fasst nur 16 GB, wodurch man nach der Installation der wichtigsten Apps schnell an seine Grenzen stößt. Allerdings kann man Speicherkarten von bis zu 256 GB einlegen – und das Gigaset GS110 trotzdem als Dual-SIM-Smartphone nutzen, da Gigaset keinen Hybrid-Slot verbaut hat.

Das Gigaset GS110 bietet hinten einfache Acht-MP-Kamera, während die Fünf-MP-Frontkamera in eine V-Notch eingebettet ist

Wie der Vorgänger Gigaset GS100 bietet das Gigaset GS110 die Möglichkeit den Akku manuell zu tauschen. Gerade in Zeiten, wo über Umweltverschmutzung durch Elektronikartikel diskutiert wird, ist das natürlich ein Verkaufsargument.

Der 3.000 mAh starke Energiespeicher soll laut Hersteller fünf Stunden Sprechzeit oder zehn Stunden Video-Wiedergabe ermöglichen. In der Praxis hält das Einsteiger-Smartphone circa 30 Stunden mit einer Akkuladung durch.

Kamera und Ton

Fotos schießt das Einsteiger-Smartphone mit einer einfachen Acht-MP-Hauptkamera. Bei Tage fabriziert das Gigaset GS110 noch recht brauchbare Aufnahme, doch bei Innenaufnahmen bemerkt man überhöhte Kontraste. Das LED-Blitzlicht ist hingegen angenehm hell:

Das Gigaset GS110 schießt bei Tage recht gute Fotos

Bei Innenaufnahmen des Gigaset GS110 kommt schon mal zu überhöhten Kontrasten

Der LED-Blitz der Hauptkamera des Gigaset GS110 ist kräftig

Selfies werden von einer Fünf-MP-Frontkamera aufgenommen. Leider ist dies nur bei Tage möglich, weil das Gigaset GS110 noch nicht einmal ein Display-Fotolicht besitzt:

Bei Tage fabriziert die Frontkamera des Gigaset GS110 recht ordentliche Bilder, aber für Selfies im Dunklen gibt es leider kein Display-Fotolicht

Der Mono-Lautsprecher des Gigaset GS115 klingt schon ziemlich blechern, wenn man die Lautstärke voll aufdreht. Etwas besser ist da die Ausgangsleistung der 3,5-mm-Audio-Buchse. Stereo-Headsets muss man, wie in dieser Preisklasse üblich, separat kaufen.

Mobilfunk (LTE)

Via LTE surft man mit bis zu 150 MBit/s im Downstream und maximal 50 MBit/s im Upstream. Bei unseren Praxismessungen im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone schafft das Gigaset GS110 bis zu 70 MBit/s im Download und maximal 47 MBit/s im Upload.

Der große Schwachpunkt des Gigaset GS110 ist sein langsamer Prozessor

Via WLAN steht leider nicht der schnelle WLAN-ac-Standard, sondern nur WLAN nach IEEE 802.11b/g/n zur Verfügung. NFC fehlt völlig und bei Bluetooth setzt Gigaset auf das ältere 4.2-Profil. Das ist insgesamt aber typisch für die absolute Einsteigerklasse.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B07SRC8SRC|Gigaset GS110]] ist zwar nur ein Einsteiger-Smartphone, doch dafür hat es einen manuell tauschbaren Akku mit ordentlicher Laufzeit. Zudem bietet es ein robustes Polycarbonat-Gehäuse, ein gute Sprachqualität sowie LTE inklusive Voice over LTE. Der interne Speicher stößt schnell an seine Grenzen, wenngleich man microSD-Karten einlegen kann. Positiv ist aber, dass auch bei eingelegter Speicherkarte zwei SIM-Karten genutzt werden können.

Der größte Schwachpunkt des Gigaset GS110 ist mit Sicherheit der lahme Prozessor. Auch das abgespeckte Android-Go-Betriebssystem kann nicht überzeugen und gerät ab und an schon bei simplen Anwendungen ins Stocken. Die Qualität der Fotoaufnahmen des Gigaset GS110 ist – wie in der Einsteigerklasse üblich – relativ mau. Selfies sind im Dunkeln mangels Display-Fotolicht gar nicht möglich. Das Display ist zwar ausreichend groß und lässt sich auch bei Sonnenlicht gut ablesen, es bietet aber nur eine geringe Auflösung und einen langsamen Helligkeitssensor.