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Honor 9X: Mittelklasse-Smartphone mit Pop-Up-Selfie-Kamera im Test

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Mit dem Honor 9X bringt die Huawei-Marke ein interessantes Smartphone in die Mittelklasse. Das 299 Euro (UVP) teure Android-Gerät nimmt wie das Huawei P smart Z Selfies mit einer herausfahrbaren Pop-Up-Kamera auf und bietet dadurch ein sehr gutes Bildschirm-Oberflächen-Verhältnis von 91 Prozent.

Neben der Pop-Up-Selfie-Kamera ist auch die Rückseite mit der Triple-Kamera ein Merkmal des Honor 9X

Die Pop-Up-Kamera ist äußerst bündig in das Gehäuse des Honor 9X integriert. Überhaupt gefällt das Smartphone aus China durch eine gute Verarbeitungsqualität, zumal die Lautstärkewippe und der An-/Aus-Knopf wohl definiert sind. Zu bemängeln ist allenfalls, dass die glänzende Rückseite schnell von hässlichen Fingerabdrücken übersät ist.

Zwar ist das Honor 9X mit 196 g alles andere als ein Leichtgewicht, aber dies ist dem Pop-Up-Mechanismus der Selfie-Kamera geschuldet. Die Außenmaße von 163,5 x 77,3 x 8,8 mm sind ebenfalls recht groß, aber dafür hat man ja auch ein 6,59 Zoll großes Display zur Verfügung.

Wählt man das Honor 9X in Sapphire Blue, kann man sich über hübsche Lichteffekte auf der Rückseite freuen

Der Bildschirm selbst kommt dank herausfahrbarer Selfie-Kamera ohne störende Notch aus. Die Auflösung beträgt klassenübliche 2.340 x 1.080 Pixel, wodurch sich eine Pixeldichte von 391 ppi ergibt. Die maximale Helligkeit könnte etwas höher sein, aber dafür spiegelt der Bildschirm des Honor 9X verhältnismäßig wenig.

Leistung und Android

Der interne Speicher des Honor 9X misst für diese Preisklasse stattliche 128 GB und kann zudem mit Hilfe einer Speicherkarte um bis zu 512 GB erweitert werden. Alternativ zur microSD, microSDHC oder microSDXC kann man eine zweite Nano-SIM einlegen. Der Prozessor des Mittelklasse-Smartphones ist ein von Huawei selbst hergestellter Kirin 710, der auf eine Taktung von bis zu 2,2 GHz kommt und von vier GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Dementsprechend schafft das Honor 9X im Verhältnis zur Konkurrenz recht anständige Benchmark-Testergebnisse:

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Anfangs läuft das Honor 9X noch auf dem, mittlerweile veralteten, Android 9, soll aber in der ersten Hälfte des Jahres 2020 ein Update auf Android 10 erhalten. Darauf hat die Honor die EMUI-Benutzeroberfläche der Muttergesellschaft Huawei in der Version 9.0 aufgesetzt. Deshalb erscheinen alle installierten Apps auf den Homescreens. Insofern ist es sinnvoll Ordner anzulegen.

Einen guten Eindruck hinterlässt der 4.000-mAh-Akku. Zum einen reicht die Kapazität in unserem Praxistest für eine Laufzeit von rund 36 Stunden. Zum anderen lässt sich der Energiespeicher über das mitgelieferte Ladegerät via USB Typ C schnell aufladen.

Kamera und Ton

Die herausfahrbare Selfie-Kamera ist natürlich der Hingucker des Honor 9X. Noch gibt es ja nicht allzu viele Smartphones, die diese einfache, aber effiziente Lösung nutzen, um möglichst viel Bildschirmoberfläche zu ermöglichen. Der Pop-Up-Mechanismus macht einen soliden Eindruck und funktionierte während des Testzeitraums einwandfrei und zügig.

Die Selfie-Kamera selbst löst mit 16 MP auf und wird von HDR und einem Display-Fotolicht unterstützt. Sowohl bei Tage als auch in der Dunkelheit gelingen so qualitativ gute Aufnahmen:

Die Tag-Selfies des Honor 9X weisen satte Farben und gute Konstrastwerte auf

Das Display-Fotolicht des Honor 9X ist äußerst hell

Auf der Rückseite steckt eine Triple-Kamera, die ein wenig aus dem Gehäuse herausragt und auf Wunsch von künstlicher Intelligenz unterstützt wird. Die Hauptlinse löst mit 48 MP auf und verfügt über eine f/1.8-Blende. Daneben sitzt ein 120-Grad-Weitwinkel-Objektiv mit acht MP und f/2.4-Blende. Per Fingertipp am unteren Bildrand kann man zwischen normalem und Weitwinkel hin- und herschalten:

Normale Tagaufnahmen nimmt die 48-MP-Hauptkamera des Honor 9X auf, gibt sie aber in zwölf MP aus

Daneben liegt eine Weitwinkel-Kamera, die Aufnahmen mit bis zu 120 Grad ermöglicht

Die dritte Kamera des Honor 9X löst mit zwei MP auf und ist für die Tiefenwahrnehmung zuständig. Die Bokeh-Aufnahmen lassen sich kinderleicht im sogenannten Blende-Modus erzeugen:

Dank Autofokus und künstlicher Intelligenz passt sich nicht nur der Bokeh-Effekt, sondern auch die Beleuchtung automatisch an

Dank Autofokus und künstlicher Intelligenz passt sich nicht nur der Bokeh-Effekt, sondern auch die Beleuchtung automatisch an

Auch das LED-Blitzlicht der Hauptkamera kann überzeugen:

Dank eines hellen LED-Blitzlichts und eines gut funktionierenden Autofokus sind auch Nachtaufnahmen kein Problem für das Honor 9X

Der Lautsprecher-Sound ist zwar laut genug, aber gerade Bässe und feine Spitzen werden nicht immer sauber dargestellt. Das Honor 9X verfügt über eine Audio-Buchse, doch die Ausgabequalität könnte besser sein.

Mobilfunk (LTE)

Für das Surfen im Internet ist das Honor 9X bestens aufgestellt. Am Router steht schnelles WLAN ac zur Verfügung. Via LTE stehen in der Theorie bis zu 600 MBit/s im Download und maximal 200 MBit/s im Upload zur Verfügung. Beim Praxistest im Vodafone-4G-Netz in Düsseldorf erreicht das Mittelklasse-Smartphone Maximalwerte von 200 MBit/s im Download und 43 MBit/s im Upload.

Der Lautsprecher-Sound ist nicht die Stärke des Honor 9X, doch dafür ist eine Audio-Buchse an Bord

Im Vodafone-Netz bietet das Honor 9X auch eine gute Empfangsqualität. Im O2-Netz von Telefónica hat es dagegen in Tunneln und Gebäuden ab und an Probleme. Der Wechsel der Daten-SIM-Karte erfolgt relativ schnell und ohne Neustart des Smartphones.

Fazit und Empfehlung

Nach dem Huawei P smart Z ist das [[MMID:2603297|Honor 9X]] das zweite Smartphone der Mittelklasse, das eine ausfahrbare Selfie-Kamera bietet. Was sich nach einem Gimmick anhört, bietet den handfesten Vorteil, dass das Display 91 Prozent der Vorderseite abdeckt. Zudem macht der Pop-Up-Mechanismus einen soliden Eindruck und die Selfie-Qualität kann sich sehen lassen.

Die Bauweise des Honor 9X ermöglicht ein verhältnismäßig großes 6,59-Zoll-Display. Punkten kann das Mittelklasse-Smartphone zudem mit und drei hochauflösenden Kameras auf der Rückseite und einer langen Akkulaufzeit. Auch in Sachen Speicherplatz und Internet-Konnektivität macht das Smartphone aus China eine gute Figur. Bei Empfangsqualität und Sound kann das Honor 9X nicht komplett überzeugen. Zu bemängeln ist zudem, dass die glänzende Rückseite schnell von hässlichen Fingerabdrücken übersät ist.