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Nokia 6.2: Mittelklasse-Smartphone mit Android One im Test

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Mit dem Nokia 6.2 bringt der finnische Hersteller HMD Global ein Smartphone der unteren Mittelklasse auf den Markt, das dank Teilnahme am Android-One-Programm zuverlässig mit Updates versorgt werden soll. Wir haben den 249 Euro (UVP) teuren Nachfolger des Nokia 6.1 getestet.

Das Nokia 6.2 steckt in einem soliden Kunststoffgehäuse und wird über ein 6,3-Zoll-Display gesteuert

Nokia, einstiger Marktführer unter den Handy-Herstellern, ist wieder zurück. Unter dem altbekannten Markennamen hat der neue Hersteller HMD Global auf dem deutschen Markt eine Position unter den Top 5 erkämpft. Das liegt unter anderem an der guten Verarbeitungsqualität der Nokia-Smartphones. Das Nokia 6.2 bildet hier keine Ausnahme. Es steckt in einem soliden Kunststoffgehäuse und ist vorn mit Gorilla Glass 3 beschichtet. Die Wertigkeit führt allerdings zu einem relativ hohen Gewicht von 180 g bei Abmessungen von 160 x 75 x 8,2 mm.

Die Tasten für Lautstärke und An/Aus sowie die Triple-Hauptkamera stechen aus dem Gehäuse leicht hervor. Der Fingerabdruck-Scanner liegt auf der Rückseite unterhalb des Kamera-Moduls, wird aber trotzdem meist gefunden und funktioniert zuverlässig.

Das Display des Nokia 6.2 bietet eine gute Pixeldichte von 400 ppi, aber auch einen langsamen Helligkeitssensor

Das IPS-Display des Nokia 6.2 bietet eine Full-HD-Plus-Auflösung bei einer Diagonalen von 6,3 Zoll. Die Pixeldichte beträgt glatte 400 ppi, was in dieser Preisklasse ein guter Wert ist. Nur der mitunter etwas langsame Helligkeitssensor ist zu bemängeln.

Leistung und Android

Kritisch zu bewerten ist das Betriebssystem. Das Nokia 6.2 verwendet ab Werk das veraltete Android 9 – immerhin in Reinform mit nur wenigen vorinstallierten, Nokia-eigene Apps. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass HMD Global nach Google einer der ersten Hersteller ist, der seine Android-Smartphones am schnellsten mit Updates versorgt. Das Nokia 6.2 soll noch im ersten Quartal 2020 ein Update auf Android 10 erhalten. Bis zu zwei Jahre lang garantiert HMD Global die Auslieferung von Aktualisierungen des Betriebssystems.

Der Android-One-Schriftzug auf der Rückseite verrät, dass das Nokia 6.2 bevorzugt mit Updates versorgt wird

Angetrieben wird das Nokia 6.2 von einem Qualcomm Snapdragon 636 mit 1,8-GHz-Taktung, der von vier GB RAM unterstützt wird. Was sich nominell gut anhört, sorgt ab und an für eines längeren Warten auf geöffnete Apps. Auch bei den Benchmark-Tests kann das Nokia 6.2 nicht sonderlich glänzen.

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Gegenüber dem Vorgängermodell Nokia 6.1 wuchs die Akkukapazität von 3.000 auf 3.500 mAh. So muss das Nokia 6.2 ungefähr alle 30 Stunden an die Steckdose. Praktischerweise kann man das finnische Smartphone aber über den USB-Typ-C-Anschluss in rund 60 Minuten aufladen. Ebenfalls gewachsen ist der interne Speicher. Während das Nokia 6.1 ausreichende 32 GB bot, sind beim Nokia 6.2 sogar 64 GB verbaut.

Kamera und Ton

Die Dual-Lautsprecher des Nokia 6.2 sorgen für einen ordentlichen Sound. Schön ist auch, dass das Mittelklasse-Smartphone über eine 3,5-mm-Audio-Buchse verfügt, an die man konventionelle Headsets andocken kann. Auch hier ist die Ausgabequalität für diese Preisklasse gut. Allerdings muss man sich die Kopfhörer separat dazukaufen, da keine mitgeliefert werden.

Während das Nokia 6.1 nur auf eine einfache 16-MP-Hauptkamera zurückgreifen konnte, bringt das Nokia 6.2 gleich drei Kameras auf der Rückseite mit. Zwischen der 16-MP-Weitwinkelkamera und der Acht-MP-Ultra-Weitwinkel-Linse kann man über einen Button ganz einfach hin- und herwechseln:

Standardmäßig tritt beim Fotografieren mit dem Nokia 6.2 die 16-MP-Weitwinkelkamera in Akton

Über einen Button im Display kann man kinderleicht zur Ultra-Weitwinkelkamera mit acht MP wechseln

Als drittes Objektiv ist eine Fünf-MP-Kamera für Bokeh-Aufnahmen an Bord. Im Pro-Modus kann man die künstliche Unschärfe kinderleicht einstellen:

Wählt man den Pro-Modus, kann man mit dem Nokia 6.2 gute Bokeh-Bilder schießen

Per Fingertipp wählt man das im Hintergrund befindliche Haus statt der Tasse im Vordergrund und schon stellt sich die Unschärfe um

Wenn man etwas an der Triple-Hauptkamera kritisieren kann, ist es das schwache LED-Blitzlicht:

Nachtaufnahmen des Nokia 6.2 sind zwar bei nahen Objekten relativ detailgetreu, aber das LED-Blitzlicht ist äußerst schwach

Die Frontkamera des Nokia 6.2 löst mit acht MP auf und ist in einer Notch oberhalb des Displays untergebracht. Da sie wie die Triple-Hauptkamera über HDR verfügt, gelingen Selfies auch bei weniger Restlicht. Allerdings ist auch das Display-Fotolicht für Selfies nicht sonderlich hell:

Die Frontkamera des Nokia 6.2 verfügt über HDR und eine gute Restlichtverwertung bei Tagaufnahmen

Anders sieht es bei Selfies in absoluter Dunkelheit aus, da das Display-Fotolicht des Nokia 6.2 schwach ist und die Kamera zu einer gröberen Körnung neigt

Mobilfunk (LTE)

In der Theorie bietet das Nokia 6.2 via LTE bis zu 150 MBit/s im Download. Die Upload-Geschwindigkeit liegt bei 50 MBit/s. Unsere Messungen in der Praxis ergaben bis zu 118 MBit/s im Download und 45 MBit/s im Upload im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone. Das ist im Rahmen der Möglichkeiten ein gutes Ergebnis. Zudem ist beim Nokia 6.2 schnelles WLAN ac an Bord.

In puncto Sprach- und Empfangsqualität muss sich das Nokia 6.2 gegenüber der Konkurrenz in der unteren Mittelklasse nicht verstecken. Sowohl im Vodafone- als auch im Telefónica-Netz zeigt das Smartphone aus Finnland eine tolle Performance.

Fazit und Empfehlung

Nokia hat sich unter der Ägide des neuen Herstellers HMD Global eindrucksvoll zurückgemeldet. Das [[MMID:2595718|Nokia 6.2]] ist ein gelungenes Update des Mittelklasse-Smartphones Nokia 6.1 und diesem vor allem beim internen Speicher überlegen. Auch die Triple-Kamera ist ein deutlicher Schritt nach vorn, wenngleich das LED-Blitzlicht der Hauptkamera und das Display-Fotolicht der Frontkamera nicht sonderlich hell sind.

Beim Nokia 6.2 findet man Nokia-typische Tugenden wie eine gute Sprach- und Empfangsqualität und solide Verarbeitung. Ein Pluspunkt ist das reine Android-Betriebssystem, für das HMD Global mindestens zwei Jahre lang Updates verspricht. Der Schwachpunkt bleibt der Akku: Die Kapazität ist gegenüber dem Vorgängermodell zwar um 500 mAh auf 3.500 mAh gewachsen, aber in der Regel muss das Nokia 6.2 spätestens nach 30 Stunden an die Steckdose. Auch der Prozessor wirkt zuweilen etwas behäbig.