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Sony Xperia L4 - 199-Euro-Smartphone mit extralangem Display im Test

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Lang ist das neue bevorzugte Format bei Sony: Die Japaner haben mit dem Sony Xperia 1, 5, 10 und 10 Plus schon ein paar Modelle in der Ober- und Mittelklasse mit 21:9-Display platziert. Nun folgt mit dem Sony Xperia L4 ein Gerät mit extralangem Bildschirm, das weniger als 200 Euro kostet. Wir haben den Neuling getestet.

Die Rückseite des Sony Xperia L4 besteht aus robustem Kunststoff

Das Display des Sony Xperia L4 misst in der Diagonalen 6,2 Zoll, basiert aber anders als die Bildschirme der teureren Sony-Smartphones auf der günstigen LCD-Technologie. Das sorgt für nicht ganz so brillante Farben, aber gute Ablesbarkeit.

Die Bildschirmauflösung beträgt leider nur 1.680 x 720 Pixel. Andere Smartphones in dieser Preisklasse bieten hingegen schon Full-HD-Plus-Displays. Im Gegenzug wirkt die Anzeige des Sony Xperia L4 deutlich heller als die der Konkurrenz. Die Bildschirm-Technologie BRAVIA X1 for mobile bleibt leider den teureren Sony-Smartphones vorbehalten.

Der Vorteil des 21:9-Displays-Formats liegt in der Handlichkeit des Gehäuses. Das 159 mm lange, aber nur 71 mm schmale Sony Xperia L4 kann ganz bequem mit einer Hand gesteuert werden. Das 8,7 mm dicke und 178 g schwere Gehäuse besteht aus Kunststoff. Das senkt den Preis auf 199 Euro (UVP) und ist robust.

Auffällig ist beim Sony Xperia L4 das extrem lange Display im 21:9-Format

Eine Besonderheit ist der rechts liegende Fingerabdruck-Scanner. Dieser arbeitet präziser als beispielsweise im Sony Xperia 5 und vom ergonomischen Gesichtspunkt her ist das Sony Xperia L4 somit zumindest für Rechtshänder interessant. Anders als das Sony Xperia 5 verfügt unser Proband über keinen separaten Fotoauslöser.

Leistung und Android

Angetrieben wird das Sony Xperia L4 von einem MediaTek MT6762, der von drei GB RAM unterstützt wird. Der Prozessor sorgt manchmal im Normalbetrieb, aber vor allem beim Spielen für kleine Aussetzer und weist nicht allzu tolle Benchmark-Testergebnisse auf

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Der Akku misst 3.580 mAh. Das hört sich nach wenig an, doch in der Praxis sorgt der Energiespeicher dafür, dass dem Sony Xperia L4 erst nach rund 30 Stunden normaler Betriebszeit die Puste ausgeht. Der interne Speicher misst 64 GB. Das ist für die meisten User völlig ausreichend, zumal die Kapazität per microSDXC-Speicherkarte erweitert werden kann. Alternativ zur microSDXC kann auch eine zweite Nano-SIM-Karte eingelegt werden.

Zum Marktstart läuft das Sony Xperia L4 auf dem nicht mehr ganz so taufrischen Google-Betriebssystem Android 9. Anders als bei früheren Sony-Smartphone ist die Benutzeroberfläche nicht zu ausladend, so dass auch weitere Updates machbar sein sollten.

Eine Besonderheit des Sony Xperia L4 ist der auf der rechten Gehäuseseite liegende Fingerabdruck-Scanner

Kamera und Ton

Anders als beim Sony Xperia 5 ist die Sound-Technologie Dolby Atmos Audio nicht an Bord. Trotzdem ist der Lautsprecher-Sound schön kräftig und klar. Allerdings tendiert das Sony Xperia L4 bei maximaler Lautstärke zum hörbaren Übersteuern.

Zum Lieferumfang gehören Stereo-Headsets, die zwar nicht so klangvoll sind wie die mitgelieferten Kopfhörer der Sony-Oberklasse, aber einen besseren Sound bieten als viele Konkurrenten in der 200-Euro-Klasse. Darüber hinaus verfügt das Sony Xperia L4 über eine Audio-Buchse, was für eine bessere Ausgabe als über USB sorgt.

Das Smartphone verfügt über eine Triple-Kamera, wobei nur zwei Objektive wirklich Bilder schießen. Die dritte Linse mit einer Auflösung von zwei MP ist eine sogenannte Time-of-Flight-Kamera, die Entfernungen misst und so etwa beim Erzeugen von Bokeh-Effekten hilft:

Die Zwei-MP-Time-of-Flight-Kamera assistiert bei der Erzeugung von Bokeh-Fotos

Der Bokeh-Effekt wirkt gerade bei scharfer Darstellung des Hintergrund nicht komplett natürlich, aber das Sony Xperia L4 macht seine Sache besser als andere Smartphones seiner Preisklasse

Fotos schießt das Sony Xperia L4 hauptsächlich mit einer 13-MP-Kamera mit f/2.0-Blende und 76 Grad Abdeckung sowie mit einer Fünf-MP-Linse mit f/2.2-Blende und 117 Grad Abdeckung. Zwischen beiden HDR-fähigen Objektiven kann man praktischerweise direkt aus dem Startmenü der Kamera-App hin- und herschalten:

Die Restlichtverwertung des Sony Xperia L4 bei Innenaufnahmen ist ordentlich, aber nicht so gut wie bei teureren Sony-Smartphones

Aufnahmen der Ultra-Weitwinkel-Kamera des Sony Xperia L4 sind an den Rändern stark verzerrt

Nicht so gut gemeint haben die Japaner es beim LED-Blitzlicht. Dieses ist nicht sonderlich hell und sorgt bei Aufnahmen in der Dunkelheit mitunter für leichte Unschärfen:

Das LED-Blitzlicht des Sony Xperia L4 ist leider nicht sonderlich hell

Nicht nur die Hauptkamera, auch die Frontkamera, die mit acht MP auflöst und über eine f/2.0-Blende verfügt, wird durch ein schwaches Fotolicht unterstützt:

Die Frontkamera des Sony Xperia L4 ist mit einem schwachen Display-Fotolicht ausgestattet

Selfies bei Tage sind für das Sony Xperia L4 kein Problem. Hier zeigt sich wie bei der Hauptkamera eine gute Restlichtverwertung:

Bei Tage fabriziert das Sony Xperia L4 dagegen qualitativ gute Selfies für diese Preisklasse

Mobilfunk (LTE)

In der Theorie realisiert unser Testkandidat via LTE Download-Raten von bis zu 300 MBit/s und Upload-Raten von bis zu 50 MBit/s. Bei unserem Speedtest im Vodafone-4G-Netz in Düsseldorf haben wir gute 104 MBit/s im Download und sogar sehr gutre 55 MBit/s im Upload gemessen, mit denen das Sony Xperia L4 sogar den theoretischen Upload-Höchstwert übertrifft. Eine schnelle WLAN-ac-Schnittstelle gehört leider nicht zur Ausstattung des Sony Xperia L4, aber dafür sind Bluetooth 5.0 und NFC an Bord.

Das Sony Xperia L4 sticht aus der Masse heraus und bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Empfangsqualität ist beim Sony Xperia L4 besonders stark vom Netz abhängig. So gibt es im Telefónica-Netz schon mal schwachen Empfang oder Gesprächsabbrüche, während die Performance im Vodafone-Netz durchgehend gut ist. Die Sprachqualität des 199-Euro-Smartphones ist okay, aber nicht so gut wie bei teureren Geräten des japanischen Herstellers.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B086M1XPXJ|Sony Xperia L4]] ist dank des 21:9-Displays besonders handlich und mit 199 Euro (UVP) ein preislich interessantes Angebot. Einen guten Eindruck hinterlässt es in puncto Verarbeitungsqualität, Konnektivität, Sound, Akkulaufzeit und Kameras, wenn man einmal von den schwachen Ergebnissen bei Nachtaufnahmen absieht. Der Fingerabdruck-Scanner ist ergonomisch günstig platziert und arbeitet besser als im teureren Sony Xperia 5.

Der Prozessor ist eindeutig der Schwachpunkt des Sony Xperia L4. Das LC-Display lässt sich zwar problemlos ablesen und ist auch relativ hell, aber die Auflösung ist schlechter als bei den meisten Modellen dieser Preisklasse. Sony sollte zudem möglichst bald ein Update auf Android 10 nachlegen.