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Wiko View 4 mit Monster-Akku im Test

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Mit dem Wiko View 4 hat der französische Hersteller ein interessantes Smartphone auf den Markt gebracht. Mit seinem riesigen 5.000-mAh-Akku und einer UVP von nur 169 Euro soll das neue Modell in der unteren Mittelklasse wildern. Ob das Wiko View 4 das Zeug zum Eroberer hat, zeigt unser Test.

Die Rückseite des Wiko View 4 besteht aus solidem Kunststoff

Trotz des fest verbauten Monster-Akkus ist das Wiko View 4 kein dicker Klotz. Das 165,7 x 75,8 x 8,9 mm messende Smartphone bringt 180 g auf die Waage, was ebenfalls noch im Rahmen liegt.

Von französischen Autos kennt man ja pfiffige Design-Ideen und so hat sich Wiko Mobile auch für seinen Neuling etwas einfallen lassen. Drei Farbvarianten bietet der französische Hersteller an: Da ist zum einen Blau mit roségoldenen Akzenten und einer schillernden Rückseite, die regenbogenfarbene Lichtreflexe erzeugt. Eine weitere Farbvariante heißt Cosmic Gold und besteht hauptsächlich aus Rosa. Wem das zu abgefahren ist, sollte sich für das dunkel-zurückhaltende Cosmic Green entscheiden.

Die Tasten für Lautstärke und An/Aus stechen leicht hervor. Auf der linken Seite des Wiko View 4 liegt eine Taste, mit der man den Google Assistant startet. Einen Fingerabdruck-Scanner hat das Smartphone der unteren Mittelklasse dagegen nicht.

Wer die beiden anderen Farbvarianten als zu schillernd empfindet, kann das Wiko View 4 im dezenten Cosmic Green bestellen

Die Frontkamera steckt in einer Notch. Der IPS-Bildschirm des Wiko View 4 misst 6,52 Zoll in der Diagonalen und löst mit lediglich 1.600 x 720 Pixeln auf. Dadurch ergibt sich eine klassenübliche Pixeldichte von 269 ppi. Das Panel im 20:9-Format spiegelt nicht allzu stark und wird von einem Helligkeitssensor geregelt, der es eher zu hell einstellt.

Leistung und Android

Das Highlight: Der Akku fasst 5.000 mAh – das reicht in unserem Praxistext für sehr gute 48 Stunden. Anders als die meisten modernen Smartphones verfügt das Wiko View 4 allerdings nicht über eine USB-Typ-C-Buchse, so dass das Laden ungewöhnlich lange dauert. Am besten lässt man es über Nacht an der Steckdose, um sicherzugehen, dass der Akku auch wirklich voll ist.

Als CPU verwendet das Wiko View 4 einen MediaTek Helio A25 mit einer Taktung von 1,8 GHz. Das ist für den Normalbetrieb völlig ausreichend, doch kurze "Denkpausen" bei anfordernden Spielen kommen vor. Dementsprechend fallen unsere Benchmark-Testergebnisse nicht sonderlich gut aus. Das Wiko View 4 bewegt sich im Bereich drei bis vier Jahre alter Mittelklasse-Smartphones, wie beispielsweise der jeweils ersten Generation des Huawei Nova oder Nokia 6.

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Das Wiko View 4 bietet drei GB Arbeitsspeicher und 64 GB internen Speicher. Dateien können zudem bei Bedarf auf eine microSD-Speicherkarte (lt. Wiko maximal 256 GB) ausgelagert werden. Positiv ist, dass man die microSD-, microSDHC- oder microSDXC--Speicherkarte parallel zu zwei Nano-SIM-Karten einstecken kann.

Wiko liefert sein neues Modell mit fast reinem Android-Betriebssystem aus. Zum Marktstart läuft das Wiko View 4 auf dem aktuellen Android 10, das durch ein paar selbstentwickelte Anwendungen wie einen Browser und die Fitness-App Wiko Health erweitert wird. Laut Hersteller wird das Smartphone zwei Jahre regelmäßig mit Sicherheits-Updates versorgt.

Kamera und Ton

Das Wiko View 4 hat drei Kameras auf der Rückseite. Davon ist eine aber nur eine Tiefenschärfe-Kamera mit zwei MP Auflösung, die für das Erzeugen von Bokehs zuständig ist und selbst keine Bilder aufnehmen kann. Die Qualität der Bokeh-Aufnahmen ist für diese Preisklasse gut:

Dank der Zwei-MP-Kamera mit Tiefensensor kann das Wiko View 4 gute Bokeh-Bilder schießen

Wenn man den Fokus auf den Hintergrund des Bildes legt, passt sich auch automatisch die Belichtung an

Die 13-MP-Hauptkamera schießt grundsätzlich scharfe Bilder, unterschlägt aber bei genauerem Hinsehen aber auch einige Details. Auch bei wenig Umgebungslicht und großen Kontrasten ist das Ergebnis dennoch immer noch gut für diese Preisklasse:

Die 13-MP-Hauptkamera des Wiko View 4 besticht durch eine gute Restlichtverwertung

Daneben liegt ein Weitwinkel-Objektiv mit fünf MP Auflösung, das einen Bereich von 114 Grad abdeckt. Weitwinkel-Aufnahmen sind in der Regel ebenfalls okay, weisen aber deutliche Verzerrungen am Bildrand auf:

Die Weitwinkelkamera des Wiko View 4 deckt 114 Grad ab, produziert am Bildrand aber deutliche Verzerrungen

Nimmt man ein Foto in absoluter Dunkelheit auf, wird die Szenerie vor dem Auslösen praktischerweise kurz erhellt. Außerdem ist das LED-Blitzlicht ausreichend kräftig:

Das LED-Blitzlicht der Hauptkamera des Wiko View 4 leuchtet die Dunkelheit gut aus

Gleiches gilt für das Display-Fotolicht, das Selfies im Dunklen erhellt. Leider kommt es trotzdem zu leichten Körnungen und Unschärfen. Auch bei Tage hat die Acht-MP-Frontkamera des Wiko View 4 keinerlei Mühe:

Das Display-Fotolicht für Selfies ist zwar ausreichend hell, aber es sind deutliche Körnungen und Unschärfen festzustellen

Bei Tage kann die Frontkamera des Wiko View 4 unter anderem mit einer guten Restlichtverwertung punkten

Videos dreht das Smartphone maximal mit Full-HD-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde. Das ist selbst für diese Preisklasse etwas wenig. Ebenfalls wenig überzeugend ist der Klang des Wiko View 4. Der kleine Monolautsprecher an der Unterseite des Gehäuses ist nicht gerade laut und höhenlastig. Qualitativ besser ist die Ausgabe der Audio-Buchse, an die konventionelle Headsets mit 3,5-mm-Klinkenstecker angedockt werden können. Die mitgelieferten Kopfhörer klingen leider ein wenig blechern und tendieren zum Scheppern.

Mobilfunk (LTE)

Bluetooth gibt es nur in der veralteten 4.2-Version. NFC ist überhaupt nicht an Bord. In der Theorie bietet das Wiko View 4 via LTE bis zu 150 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload. Unsere Messungen in der Praxis im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone ergaben bis zu 132 MBit/s im Download und 44 MBit/s im Upload – das sind ordentliche Werte für diese Preisklasse. Leider verfügt das Android-Smartphone über kein schnelles WLAN ac.

Die Triple-Kamera auf der Rückseite des Wiko View 4 hinterlässt einen guten Eindruck. Das Display hat leider eine niedrige Auflösung.

Als Dual-SIM-Smartphone kann das Wiko View 4 zwei Nano-SIM-Karten aufnehmen, die beide LTE-fähig sind. In puncto Sprachqualität kann das Android-Smartphone gegenüber der Konkurrenz nicht ganz mithalten. Gesprächspartner kommen manchmal etwas dumpf herüber. Die Empfangsqualität im O2-Netz konnte in Gebäuden ebenfalls besser sein.

Fazit und Empfehlung

Neben dem günstigen Preis von 169 Euro (UVP) ist sicherlich der 5.000-mAh-Akku das Highlight des [[ASIN:B084T98LCH|Wiko View 4]]. Der Marathonläufer unter den Smartphones schafft in der Praxis locker zwei Tage Laufzeit. Ein weiterer Pluspunkt ist das reine Android-Betriebssystem. Zudem verspricht Wiko zwei Jahre lang Sicherheits-Updates.

Die drei Kameras auf der Rückseite schießen für diese Preisklasse gute Bilder. Das Objektiv auf der Vorderseite fällt demgegenüber ein wenig ab. In puncto Konnektivität, Speicherplatz und Variabilität kann das Wiko View 4 überzeugen.

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Der Sound des Wiko View 4 ist nicht erste Sahne, aber wenigstens bietet es eine Audio-Buchse. Das Display bietet eine niedrige Auflösung, kann aber gut abgelesen werden. Der Prozessor kommt im Normalbetrieb gut zurecht, nervt aber beim Spielen mitunter durch die verlangsamte Darstellung von Sequenzen.