ValueTech.de Logo ValueTech
Technik. Einfach. Verstehen.

Nokia 5.3: Mittelklasse-Smartphone mit Android One im Test

|

Neben dem Nokia 8.3, das ziemlich weit oben in der Hierarchie angesiedelt ist, und dem Nokia 1.3, das im absoluten Einsteiger-Segment Käufer finden soll, hat HMD Global ein drittes neues Smarphone auf den Markt gebracht: Das Nokia 5.3 ist mit einer UVP von 209 in der unteren Mittelklasse platziert und wird dank seiner Teilnahme am Android-One-Programm zwei Jahre lang mit Updates versorgt. Wir haben das Gerät mit Quad-Kamera getestet.

Die Pixeldichte des Nokia 5.3 liegt bei nur 270 ppi, aber anders als das Nokia 5.1 hat es gleich vier Kameras auf der Rückseite

„Nanu“, werdet ihr sagen. „Kommt nach Nokia 5.1 nicht Nokia 5.2?“ Doch, eigentlich schon! Aber da HMD Global parallel das Nokia 1.3 und 8.3 vorgestellt hat, sollte wohl auch der Neuling in der Mittelklasse unbedingt eine Drei hinter dem Punkt tragen. Somit folgt das Nokia 5.3 auf das Nokia 5.1, hat aber mit diesen nicht in allen Punkten etwas gemeinsam.

Während das Nokia 5.1 noch in einem Aluminium-Unibody steckte, vermittelt das Nokia 5.3 eine simple Kunststoff-Haptik. Bei Abmessungen von 164,3 x 76,6 x 8,5 mm bringt unser Proband ein Gewicht von 185 g auf die Waage. Die Verarbeitungsqualität ist aber gut und alles hat seinen Platz. Der Fingerabdruck-Scanner liegt unterhalb der Quad-Kamera und ist dort gut zu erfühlen. Auf der linken Gehäuseseite liegt eine Taste, über die der Sprachassistent Google Assistant direkt erreichbar ist. Rechts liegen wie gewohnt Lautstärkewipp und An/Aus-Taste.

Auf der linken Seite des Nokia 5.3 liegt eine Taste, über die der  Google Assistant aufgerufen werden kann

Das IPS-Display des Nokia 5.3 wird von Gorilla Glass 3 geschützt und bietet ein 20:9-Verhältnis bei einer Diagonalen von 6,55 Zoll und einer Auflösung von 1.600 x 720. Die Pixeldichte beträgt somit lediglich 270 ppi, während das Nokia 5.1 noch mit 439 ppi aufwarten konnte. Durch das längliche Format ist aber die Relation des Displays zur Oberfläche deutlich besser, nämlich 95% statt 72%. Das macht sich gerade beim Spielen z.B. von Dream League Soccer positiv bemerkbar, zumal der Bildschirm schnell und geschmeidig auf Druckimpulse reagiert. Nervig ist dagegen der Helligkeitssensor, der den Bildschirm im Automatik-Modus allzu oft zu dunkel einstellt.

Leistung und Android

Positiv zu bewerten ist das Betriebssystem. Das Nokia 5.3 verwendet das Google-Betriebssystem Android in der aktuellen Version 10 und bis auf die Nokia-Service-App MyPhone in Reinform. Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass HMD Global neben Google der Hersteller ist, der seine Android-Smartphones mit am schnellsten mit Updates versorgt, und so dürfte auch das Nokia 5.3 zu den ersten Geräten gehören, die ein Update auf Android 11 erhalten werden. Bis zu zwei Jahre lang garantiert HMD Global die Auslieferung von Aktualisierungen des Betriebssystems.

Gegenüber dem Vorgängermodell verbessert ist der Prozessor. Angetrieben wird das Nokia 5.3 nämlich von einem flotten Qualcomm Snapdragon 665 mit Zwei-GHz-Taktung, der von vier GB RAM unterstützt wird. Deshalb hinterlässt das Mittelklasse-Smartphone bei den Benchmark-Tests auch einen für diese Preisklasse guten Eindruck:

[[CHAR:18_phone|98,107,109,112,125,126§FFF,127]]

Auch die Akkukapazität kann sich mit 4.000 mAh durchaus sehen lassen. So muss das Nokia 5.3 ungefähr alle 30 Stunden an die Steckdose. Zwar kann man das finnische Smartphone aber über seinen USB-Typ-C-Anschluss aufladen, eine Schnelllade-Funktion fehlt allerdings.

Ebenfalls zeitgemäß ist der interne Speicher. Die 64 GB des Nokia 5.3 sollten für die meisten Smartphone-User völlig ausreichend. Darüber hinaus kann man eine microSD-Speicherkarte mit einer Kapazität von 512 GB einstecken – und das zusätzlich zu den zwei Nano-SIM-Karten, die ebenfalls in den Karten-Slot passen.

Kamera und Ton

Die Dual-Lautsprecher des Nokia 5.3 sorgen für einen ordentlichen Sound, wenngleich Bässe auch gern etwas profunder abgespielt werden könnten. Praktisch ist, dass das Mittelklasse-Smartphone über eine 3,5-mm-Audio-Buchse verfügt, an die man konventionelle Headsets andocken kann – mittlerweile leider eine Seltenheit. Die Ausgabequalität über Kopfhörer ist für diese Preisklasse gut. Allerdings muss man sich diese separat dazukaufen, da keine mitgeliefert werden.

Das Highlight des Nokia 5.3 ist sicherlich die kreisförmig angeordnete Quad-Kamera auf seiner Rückseite: Die Hauptkamera löst mit 13 MP auf und verfügt über eine f/1.8-Blende. Daneben liegt ein Tiefensensor mit zwei MP Auflösung. So kann man mit dem Nokia 5.3 ganz passable Bokeh-Bilder fabrizieren:

Bokeh-Bilder kann man per Fingertipp aufs Display des Nokia 5.3 erzeugen

Auch bei Bokeh-Bildern mit Fokus auf den Hintergrund wirkt der vom Nokia 5.3 erzeugte Bokeh-Effekt nicht zu künstlich

Zudem hat das Nokia 5.3 einen Ultra-Weitwinkel-Sensor mit fünf MP und ein Makro-Objektiv mit zwei MP Auflösung, die beide neben der Hauptkamera direkt aus der Kamera-App heraus anwählbar sind:

Ultraweitwinkel-Aufnahmen des Nokia 5.3 weisen wenige Verzerrungen am Bildrand auf

Für eine UVP von nur 209 zeigt das Nokia 5.3 eine gute Restlichtverwertung bei Innenaufnahmen

Gegenüber dem Vorgängermodell verbessert wurde das LED-Blitzlicht. Das Nokia 5.3 gibt dem Fotografen zudem eine erhellte Voransicht, um den Bildausschnitt besser bestimmen zu können:

Das LED-Blitzlicht der Hauptkamera des Nokia 5.3 ist ausreichend hell

Die Frontkamera steckt in einer Tropfen-Notch und schießt Fotos mit acht MP Auflösung. Das ist selbst in dieser Preisklasse schon ein bisschen wenig. Außerdem ist das Display-Fotolicht für Selfies nicht sonderlich hell:

Die Frontkamera des Nokia 5.3 löst mit nur acht MP auf, hat aber eine ordentliche Restlichtverwertung

Das Display-Fotolicht für Selfies ist leider nicht sonderlich kräftig ausgefallen

Mobilfunk (LTE)

In der Theorie bietet das Nokia 5.3 via LTE bis zu 150 MBit/s im Download. Die Upload-Geschwindigkeit liegt bei 75 MBit/s – da bieten andere Smartphones in dieser Preisklasse mehr. Unsere Praxismessungen im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone ergaben bis zu 91 MBit/s im Download und 55 MBit/s im Upload. Das ist im Rahmen der Möglichkeiten ein gutes Ergebnis. Zudem ist beim Nokia 5.3 schnelles WLAN ac und den Drahtlos-Standard NFC an Bord.

Der fest verbaute Akku des Nokia 5.3 hat eine Kapazität von 4.000 mAh

In puncto Sprach- und Empfangsqualität muss sich das Nokia 5.3 gegenüber der Konkurrenz in der unteren Mittelklasse nicht verstecken. Sowohl im Vodafone- als auch im Telefónica-Netz zeigt das Smartphone aus Finnland eine tolle Performance.

Fazit und Empfehlung

Das [[MMID:2642470|Nokia 5.3]] bietet für eine UVP von 209 eine gute Ausstattung. Das Highlight des Smartphones ist die Quad-Kamera auf der Rückseite. Die Frontkamera löst mit nur acht MP auf und verfügt nur über ein schwaches Display-Fotolicht. Ein weiterer Pluspunkt ist auch das reine Android-Betriebssystem, für das HMD Global mindestens zwei Jahre lang Updates verspricht. Beim Nokia 5.3 findet man zudem Nokia-typische Tugenden wie eine gute Sprach- und Empfangsqualität und solide Verarbeitung. Der Akku ist mit 4.000 mAh ausreichend groß bemessen und muss in der Regel spätestens nach 30 Stunden an die Steckdose. Der Prozessor ist immerhin zwei GHz schnell. Auch beim Arbeits- und internen Speicher hat HMD Global nicht gegeizt.

Die Quad-Kamera auf der Rückseite ist einer der Pluspunkte des Nokia 5.3

Das Display bietet eine niedrigere Pixeldichte als beim Vorgänger Nokia 5.1 und wird vom Helligkeitssensor regelmäßig zu dunkel eingestellt, reagiert aber präzise auf Druckimpulse. Zwar bietet das Nokia 5.3 vorbildlicherweise eine Audio-Buchse, aber Stereo-Headsets muss man separat dazukaufen. Der Lautsprecher-Sound ist ordentlich, doch Bässe werden nicht voll genug abgespielt.