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Gigaset GS4: Smartphone "made in Germany" im Test

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Normalerweise kommen Smartphones meist aus Asien zu uns – nicht so das Gigaset GS4. Das 229 Euro (UVP) teure Android-Smartphone wird im westfälischen Bocholt produziert und ist somit „made in Germany“. Außerdem hat das Gigaset GS4 einen manuell tauschbaren Akku, wird in einer plastikfreien Verpackung geliefert und bietet ein paar Ausstattungs-Features, die man bei der asiatischen Konkurrenz vergeblich sucht.

Das Gigaset GS4 wird in Deutschland produziert und verfolgt einen nachhaltigen Ansatz

Das Gigaset GS4 steckt vorn und hinten unter Glas, während der Rahmen aus Kunststoff besteht. Deshalb bringt das 157 x 75 x 9,8 mm messende Smartphone auch stattliche 206 g auf die Waage. An der Verarbeitungsqualität gibt es nichts zu meckern, doch die glatte Rückseite ist schnell übersät von hässlichen Fingerabdrücken, zumal sich hier auch der gut funktionierende Fingerabdruck-Scanner verbirgt.

Wer das Gigaset GS4 individualisieren will, kann eine Gravur auf der Rückseite bestellen. Für einen moderaten Aufpreis von etwa 15 Euro druckt Gigaset zudem ein Wunschfoto auf die Rückseite – nur unterbrochen vom Fingerabdruck-Scanner, den Kameras und der Beschriftung.

Auf Wunsch kann man auf die Rückseite des Gigaset GS4 ein Bild oder einen Schriftzug gravieren lassen

Der manuell tauschbare Akku ist die absolute Ausnahme. Zudem bietet Gigaset einen Reparatur-Service an Stelle eines Geräteaustauschs an. Das Gehäuse ist aufgrund der Bauart nicht wasserdicht, aber kabelloses Laden ist bis 15 W möglich. Das findet man sonst nur bei High-End-Smartphones.

Wenig High-End ist indes das LC-Display des Gigaset GS4. Die Diagonale beträgt 6,3 Zoll, die Auflösung 2.340 x 1080 Pixel. Das ergibt zwar gute 410 ppi, aber bei Sonnenlicht ist die Anzeige kaum ablesbar. Bei normalem Licht bietet der LCD-Bildschirm nicht das Tiefschwarz und damit die enormen Kontraste eines OLED-Pendants, doch das geht für diese Preisklasse in Ordnung.

Leistung und Android

Einen durchweg positiven Eindruck hinterlässt der Akku des Gigaset GS4. Er ist mit 4.300 mAh ausreichend groß bemessen. Das reicht laut Hersteller für bis zu 25 Stunden Sprechzeit. In der Praxis kommen wir auf etwa anderthalb Tage normaler Nutzung mit einer Akkuladung.

Das Highlight des Gigaset GS4 ist aber, dass der Energiespeicher manuell getauscht werden kann. Das geht zwar nicht so einfach, weil die Tauschprozedur nach den Vorstellungen des Herstellers zum Ende des Akku-Lebenszyklus vorgenommen werden soll, doch es ist möglich – im Gegensatz zu den allermeisten Smartphones aus Asien.

Der Akku des Gigaset GS4 ist manuell tauschbar, doch die Prozedur ist etwas umständlich, weil sie am Ende des Akku-Lebenszyklus durchgeführt werden sollte

Als Betriebssystem kommt beim Gigaset GS4 das mittlerweile veraltete Android 10 zum Einsatz. Updates soll es alle zwei Jahre geben, aber wann der Sprung auf Android 11 erfolgt, ist noch nicht sicher. Das ist insofern schade, als das ein reines Android-Betriebssystem anliegt.

Angetrieben wird das "deutsche Smartphone" von einem Mediatek Helio P70 mit acht Kernen und einer Taktung von bis zu 2,1 GHz. Kombiniert mit nur vier GB Arbeitsspeicher reicht das im Normalbetrieb zwar völlig aus, doch in den Benchmark-Tests liefert das Gigaset GS4 nicht so prickelnde Ergebnisse. Insbesondere Smartphone-Zocker sollten sich also anderweitig umsehen.  

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Klassenüblich ist der 64 GB große interne Speicher des Gigaset GS4. Darüber hinaus verfügt das deutsche Smartphone über zwei Nano-SIM-Kartenschächte und zusätzlich einen Speicherkartenplatz, wodurch der Speicher um bis zu 512 GB vergrößert werden kann.

Kamera und Ton

Auf der Rückseite des Gigaset GS4 finden sich die Hauptkamera mit f/1.8-Blende, die mit 16 MP auflöst, eine Weitwinkel-Linse mit f/2.2-Blende und fünf MP sowie ein Makro-Objektiv mit f/2.4-Blende und 2 MP. Videos werden maximal in Full HD gespeichert. Bei den Testbildern fällt auf, dass die Makro-Linse gegenüber den beiden anderen Knipsen qualitativ nachlässt.

Die Makro-Kamera des Gigaset GS4 hat eine niedrige Auflösung und tendiert zu Unschärfen

Bei guter Beleuchtung sind die Fotos ordentlich, wie man sieht, doch bei schlechter Beleuchtung sieht man die eine oder andere Körnung:

Bei Nachtaufnahmen hat das Gigaset GS4 Probleme mit dem Autofokus, doch andererseits ist das LED-Blitzlicht schön hell

Das Gigaset GS4 hat zwar keine eigene Kamera für Tiefeninformation, kann jedoch Bilder mit Bokeh-Effekt aufnehmen. Zwar fällt der Effekt schwach aus, aber gerade Hintergründe und Übergänge zwischen Hinter- und Vordergrund werden präzise dargestellt:

Der Bokeh-Effekt fällt beim Gigaset GS4 recht schwach aus

Auch bei der Frontkamera mit 16 MP Auflösung gilt, dass das Gigaset GS4 im Dunklen Probleme mit dem Autofokus hat und zu Unschärfen tendiert:

Selfie-Aufnahmen bei Tage sind für das Gigaset GS4 kein Problem

Am unteren Rand des Smartphones findet sich eine Klinkenbuchse, doch Headsets muss man sich selbst dazukaufen. Der Lautsprecher-Klang kann nicht begeistern. Das Gigaset GS4 hört sich etwas blechern und zu leise an.

Mobilfunk (LTE)

Das Gigaset GS4 ist mit WLAN a/b/g/n/ac, Bluetooth 5.0 und NFC ausgestattet. Mobil surft es via LTE im Internet. Im Download liegen theoretisch bis zu 150 Mbit/s an. Im Upload sind es maximal 50 Mbit/s. In der Praxis schafft das Gigaset GS4 im Vodafone-Netz in Düsseldorf 112 Mbit/s im Download und 55 Mbit/s im Upload.

Das Gigaset GS4 kann zwei Nano-SIM-Karten plus eine Speicherkarte aufnehmen

Bei der Sprach- und Empfangsqualität merkt man Gigasets Kompetenz aus dem Bereich der Schnurlostelefone. Weder im Vodafone- noch im O2-Netz gibt es Probleme. Sprach-Technologie wie Voice over LTE und Voice over WiFi sind ebenfalls an Bord – für diese Preisklasse eher ungewöhnlich.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B08LDY6YDZ|Gigaset GS4]] sticht auf jeden Fall aus der Masse heraus. Zum einen kann man es mit einer Gravur verschönern, zum anderen setzt der Hersteller auf Nachhaltigkeit und last but not least ist das Android-Smartphone als eines von ganz wenigen „made in Germany“.

Das Gigaset GS4 überzeugt mit seinem austauschbaren und langlebigen Akku, der guten Sprach- und Empfangsqualität und einer ordentlichen Konnektivität via WLAN und 4G. Die vier Kameras hinterlassen – bis auf die Makro-Kamera – bei Tage einen guten Eindruck für diese Preisklasse. Im Dunklen kann es hingegen zu Körnungen kommen.

Nicht überzeugen kann der Lautsprecher-Sound des Gigaset GS4. Zwar ist eine Audio-Buchse vorhanden, doch Stereo-Headsets werden nicht mitgeliefert. Zu bedauern ist auch das veraltete Android-Betriebssystem, für das es aber ein Update geben soll. Das Display spiegelt stark und lässt sich unter Sonnenlicht schlecht ablesen. Der Prozessor ist klassenüblich nicht der Schnellste.