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Nokia 3.4: Einsteiger-Smartphone mit Android One und großem Akku im Test

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Das Nokia 3.4 kostet nur 149 Euro (UVP), punktet aber mit einer zweijähriger Update-Garantie. Außerdem bietet es einen großen Akku, Dual-SIM und vier Kameras. Wir haben das finnische Smartphone für den kleinen Geldbeutel getestet.

Das geriffelte Kunststoffgehäuse – erhältlich in den Farben Charcoal, Fjord und Dusk – bewahrt das Nokia 3.4 vor dem Verrutschen auf glatten Oberflächen und steckt kleine Stürze locker weg. Schade ist hingegen, dass kein Wasser- und Staubschutz an Bord ist. Das 161 x 76 x 8,7 mm große und 180 g schwere Android-Smartphone kann gerade noch so mit einer Hand gesteuert werden.

Die geriffelte Struktur der Rückseite des Nokia 3.4 verhindert, dass dieses auf glatten Oberflächen ins Rutschen kommt

Das Display des Nokia 3.4 wird von einem relativ dicken Rahmen eingefasst. Das wirkt fast schon ein bisschen „old school“. Nicht ganz „up to date“ ist auch die Bildschirm-Auflösung von lediglich 1.560 x 720 Pixeln. Bei einer Diagonale von 6,4 Zoll ergibt das eine Pixeldichte von gerade mal 269 ppi. Positiv zu bewerten sind der große Betrachtungswinkel und der flotte Helligkeitssensor der LCD-Anzeige.

Leistung und Android

Mit 32 GB ist der interne Speicher arg klein geraten. Eine microSD-Speicherkarte sollte man sich auf jeden Fall dazukaufen, wobei deren maximales Fassungsvermögen laut Hersteller 512 GB betragen darf.

Der Arbeitsspeicher ist mit drei GB auch nicht riesig, bildet mit dem Qualcomm Snapdragon 460 aber ein funktionierendes Tandem. Die Taktung von bis zu 1,8 GHz reicht für den Normalbetrieb völlig aus und auch beim Zocken weniger anspruchsvoller Spiele kommt es zu keinen Aussetzern. In unseren Tests schlägt sich das Einsteiger-Smartphone respektabel.

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Das Nokia 3.4 läuft zum Start auf dem veralteten Android-10-Betriebssystem, bietet jeoch eine zwei Jahre lange Update-Garantie, weil es an Googles Android-One-Projekt teilnimmt. Auch der Akku des Nokia 3.4 macht eine gute Figur. Der fest verbaute 4.000-mAh-Energiespeicher schafft in der Praxis eine Laufzeit von rund 40 Stunden. Leider dauert das Aufladen über das mitgelieferte Netzteil circa drei Stunden, so dass man das Nokia 3.4 am besten über Nacht auflädt.

Kamera und Ton

Auf der Rückseite des Nokia 3.4 sind gleich drei Knipsen in einem runden Element vereinigt, doch für Foto-Enthusiasten ist das Einsteiger-Smartphone eher weniger geeignet. Am besten funktioniert noch die 13-MP-Hauptkamera, wenngleich man bei Aufnahmen in der Dunkelheit auf ein nur mäßig helles LED-Blitzlicht zurückgreifen kann:

Das Nokia 3.4 hat zwar keinen Bildstabilisator, aber eine ordentliche Restlichtverwertung

Nachtaufnahmen des Nokia 3.4 weisen leichte Unschärfen auf und auch der LED-Blitz könnte gern etwas heller sein

Ultraweitwinkel-Aufnahmen können mit dem Nokia 3.4 mit einer Auflösung von bis zu fünf MP geschossen werden, doch hier erblickt man Unschärfen und Verzerrungen am Bildrand:

Direkt aus der Kamera-App des Nokia 3.4 heraus kann man auf die Ultraweitwinkel-Kamera wechseln

Eine Zwei-MP-Kamera für Tiefeninfos ermöglicht Bokeh-Bilder. Man fotografiert im sogenannten Porträt-Modus, schafft aber nur einen recht künstlich wirkenden Bokeh-Effekt:

Der Bokeh-Effekt kann im Porträt-Modus des Nokia 3.4 erzielt werden

Die Frontkamera des Nokia 3.4 löst mit acht MP auf und hat gerade im Dunklen Probleme, da das Display-Fotolicht die Szenerie nur spärlich ausleuchtet:

Bei Tage hat die Selfie-Kamera des Nokia 3.4 keinerlei Probleme

Auch der Sound gehört nicht zur Kernkompetenz des Nokia 3.4. Der Mono-Lautsprecher des Android-Smartphones klingt zwar recht kräftig, neigt aber zum Scheppern. Ein Stereo-Headset wird nicht mitgeliefert, kann aber immerhin an die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse des Nokia 3.4angedockt werden. Die Ausgabequalität über die Audio-Buchse ist ordentlich.

Mobilfunk (LTE)

Bei einer UVP von nur 149 Euro ist es fast logisch, dass das Nokia 3.4 kein 5G beherrscht, doch leider sind via LTE in der Theorie auch nur Download-Raten von bis zu 150 und Upload-Raten von maximal 50 MBit/s möglich. Beim Praxistest im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone realisiert das Nokia 3.4 denn auch nur 92 MBit/s im Download und 47 MBit/s im Upload – das können andere Smartphones dieser Preisklasse besser.

Trotz des 4.000 mAh großen Akku hält sich die Bautiefe des Nokia 3.4 in Grenzen

Zwar hat HMD Global dem Nokia 3.4 NFC spendiert, doch WLAN ist nur in der langsamen n-Version an Bord. Der Bluetooth-Standard ist auch nur in der älteren Version 4.2 verfügbar.

Nokia-Handys bieten schon fast traditionell eine außerordentlich gute Sprach- und Empfangsqualität. Dies gilt auch für das Nokia 3.4, wie der Test im Vodafone- und O2-Netz zeigt. Selbst in kritischen Empfangssituationen in Gebäuden bleibt das finnische Smartphone auf Empfang. Positiv ist auch, dass Voice over LTE und Voice over Wi-Fi unterstützt werden.

Fazit und Empfehlung

Wer wenig Geld für ein neues Smartphones ausgeben möchte oder kann, sollte auf jeden Fall ein Auge auf das nur 149 Euro (UVP) teure Nokia 3.4 werfen. Für das Einsteiger-Smartphone von HMD Global sprechen nicht nur der Preis, sondern eine zweijährige Update-Garantie, ein robustes Gehäuse, ein großer Akku, ein ausreichend schneller Prozessor sowie eine sehr gute Sprach- und Empfangsqualität.

Das beste Kaufargument für das Nokia 3.4 ist die zweijährige Update-Garantie für das Android-Betriebssystem

Abstriche muss man hingegen beim Display, beim Sound, bei der Konnektivität und vor allem beim Speicher machen. Eine Speicherkarte ist bei nur 32 GB ROM schon fast Pflicht. Schade ist auch, dass das Nokia 3.4 zwar über insgesamt vier Kameras verfügt, aber deren Qualität doch arg zu wünschen übriglässt.