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Nokia X20 im Test: Echte Nachhaltigkeit oder Green-Washing?

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Der finnische Hersteller HMD Global möchte mit seinen beiden neuen Modellen Nokia X20 und Nokia XR20 das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen. Während das Nokia XR20 ein Outdoor-Smartphone ist, liegt das 399 Euro (UVP) teure und etwas wenige robuste Nokia X20 in der normalen Mittelklasse. Wir haben das Smartphone mit 5G, vier Kameras, 6,67-Zoll-Display und Dual-SIM getestet.

Beim neuen Nokia X20 ist Nachhaltigkeit Trumpf

Umweltbewusstsein ist laut HMD Global Trumpf: Die dem Nokia X20 beiliegende Schutzhülle ist aus einem kompostierbaren Material gefertigt. Ein USB-C-Netzteil fehlt bewusst um Elektroschrott zu vermeiden. Dank dreijähriger Android-Upgrade- Sicherheitsupdate-Garantie soll das Nokia X20 lange gute Dienste leisten. Beim Kauf gibt es zudem die Möglichkeit 50 Bäume zu spenden.

All die genannten Maßnahmen sind durchaus löblich. Dennoch: Wirklich nachhaltig ist auch das Nokia X20 nicht. So ist der Akku beispielsweise fest verbaut und ohne Spezialkenntinsse und -werkzeug kaum zu austauschbar.

Die von uns getestete blaue Variante des Nokia X20 liegt aufgrund der angerauten Plastikrückseite gut in der Hand. Anders als das Outdoor-Schwestermodell Nokia XR20 ist das 169 x 80 x 9,1 mm große Gehäuse aber weder kratzfest noch wasserdicht. Auch das hohe Gewicht von 220 g fällt sofort negativ auf.

Das LC-Display des Nokia X20 bietet eine stabilen Blickwinkel, aber leider nur sehr matte Farben

Auf der linken Seite des Gehäuses befindet sich der Button für den Google Assistant. Entsperren kann man das Android-Smartphone mittels Fingerabdrucksensor im An/Aus-Knopf oder per Gesichtserkennung. Das Display des Nokia X20 ist ein LCD-Bildschirm mit matten Farben, aber dafür hoher Blickwinkelstabilität. Immerhin beträgt die Pixeldichte 395 ppi, da die Anzeige 2.400 x 1.080 Bildpunkte aufweist.

Leistung und Android

Angetrieben wird das Nokia X20 von einem zwei GHz schnellen Qualcomm Snapdragon 480 5G. Den gleichen Prozessor verbaut HMD Global auch im Nokia XR20. Allerdings hat das Nokia X20 mit acht GB RAM mehr Arbeitsspeicher unter der Haube. Das reicht zwar für eine gute Performance im Alltagsbetrieb, aber in leistungsintensiven 3D-Benchmark schneidet das Mittelklasse-Smartphone nicht so gut ab.

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Der 128 GB große interne Speicher kann mit einer Speicherkarte erweitern. Allerdings muss man sich entscheiden, ob man die microSD oder doch lieber eine zweite Nano-SIM einsteckt, um das Nokia X20 als Dual-SIM-Smartphone zu nutzen.

Als Betriebssystem ist Android 11 installiert und HMD Global sichert drei Jahre lang Android- und Sicherheits-Updates zu. Das ist natürlich ein Kaufargument und nachhaltig dazu. Der Akku misst leider nur 4.470 mAh, kann aber kabellos geladen werden. In unserem Praxistest hält der Energiespeicher rund 32 Stunden durch – das können andere Modelle in dieser Preisklasse besser.

Kamera und Ton

Auf der Rückseite hat das Nokia X20 eine 64-MP-Hauptkamera mit 4K-Video-Funktion, eine Fünf-MP-Ultraweitwinkel-Kamera, eine Zwei-MP-Makrokamera sowie eine Zwei-MP-Tiefenkamera. Die Optik kommt vom deutschen Zulieferer Zeiss.

Das Nokia X20 schießt mit seiner Hauptkamera gerade bei Tage gute Fotos. Dabei werden standardmäßig vier Pixel zu einem zusammengefügt, um mehr Schärfe zu gewinnen:

Die Hauptkamera des Nokia X20 schießt bis auf ein paar kleinere Unschärfen gute Fotos bei Tage

Wählt man den zweifachen Zoom, machen sich indes bald Qualitätsverluste bemerkbar. Im Porträt-Modus schießt das Nokia X20 qualitativ gute Bokeh-Aufnahmen:

Im Porträt-Modus schießt das Nokia X20 schön scharfe Bokeh-Bilder

Dank LED-Blitzlicht kann man mit dem Nokia X20 auch in der Dunkelheit gute Fotos schießen, doch manchmal sind die Bilder ziemlich unscharf. Die Ultraweitwinkel-Linse produziert relativ düstere und ebenfalls nicht wirklich scharfe Bilder.

Ultraweitwinkel-Bilder des Nokia X20 wirken farblich ausgeglichen, aber die Verzerrungen am Bildrand sind sichtbar

Die 32-MP-Frontkamera des Nokia X20 kann Full-HD-Videos drehen und punktet mit scharfen Bildern. Die Farben sind bei Tageslicht relativ gut getroffen und es treten nur minimale Unschärfen auf. Bei Nacht-Selfies hingegen macht sich das schwache Display-Fotolicht negativ bemerkbar.

Die Frontkamera fällt qualitativ gegenüber der Hauptkamera des Nokia X20 ab, aber die Restlichtverwertung ist gut

Der Mono-Lautsprecher des Nokia X20 kann nicht überzeugen. Der Klang ist recht höhenbetont, was vor allem bei maximaler Lautstärke nochmals stärker hervortritt. Eine Audio-Buchse ist zwar an Bord, aber ein Stereo-Headset wird nicht mitgeliefert.

Mobilfunk (5G und LTE)

Nokia X20 verfügt über Bluetooth 5.0, NFC, 5G, LTE und den schnellen WLAN-Standard ac. Im 5G-Netz von Vodafone in Düsseldorf erzielt das Finnen-Smartphone 326 xxx MBit/s im Download und 71 MBit/s im Upload.

Auch im 4G-Netz von Vodafone kann sich die die Leistung des Nokia X20 sehen lassen. Hier stehen 313 MBit/s im Download und 54 MBit/s im Upload zu Buche. Außerdem glänzt das Nokia X20 über eine Nokia-typische sehr gute Sprach- und Empfangsqualität selbst im weniger gut ausgebauten O2-Netz.

Fazit und Empfehlung

Das [[MMID:2732243|Nokia X20]] kostet zur Veröffentlichung 399 Euro (UVP). Das ist ein faires Angebot, da man hierfür ein Mittelklasse-Smartphone mit vergleichsweise guter Ausstattung bekommt. Löblich ist der nachhaltige Ansatz des Nokia X20, wenn er auch an entscheidenden Punkten wie dem festverbauten Akku ins Stocken kommt. Auch die lange Akkulaufzeit und die solide Verarbeitung sprechen für das Nokia X20.

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Die Haupt- und Frontkamera hinterlassen einen guten Eindruck, doch die anderen Objektive sind qualitativ nicht so gut. Der Sound ist recht höhenbetont und auch der Prozessor könnte gern schneller sein. Die Display-Auflösung ist okay, doch die Farben wirken recht matt und auch die Bildwiederholrate ist nicht sonderlich gut.