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Sony Xperia 5 III: Kompakte Oberklasse im Test

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Das Sony Xperia 5 III ähnelt dem Flaggschiff Sony Xperia 1 III in vielem. Wie der große Bruder verfügt es über einige Funktionen der Sony-Alpha-Kameras, ein wasser- und staubdichtes Gehäuse, eine 5G-Schnittstelle für das mobile Surfen und einen schnellen Snapdragon-888-Prozessor, doch es ist deutlich kompakter. Wir haben den handlichen Ableger der neuen Oberklasse des japanischen Herstellers für euch getestet.

Das Sony Xperia 5 III hat einige Funktion der Alpha-Kameras des japanischen Herstellers übernommen

Das kantige Design des Sony Xperia 5 III stammt im Prinzip noch von der Xperia-Z-Compact-Serie, die die Japaner schon vor einigen Jahren ihren großen Flaggschiffen gern zur Seite stellten. Das nur 157 x 68 x 8,2 mm große Android-Smartphone wiegt 168 g und ist umfassend gegen Wasser (nach IPX5/IPX8) und Staub (nach IP6X) geschützt.

Eine Sony-typische Besonderheiten des Sony Xperia 5 III sind der Karten-Slot, der sich mit dem Fingernagel statt mit einer eigenen Spange öffnen lässt, der separate Fotoauslöser, der im Zusammenhang mit der ultraschnellen Hauptkamera ein echter Gewinn ist, sowie der Fingerabdruck-Scanner, der auf der rechten Gehäuseseite liegt und in den An/Aus-Knopf integriert ist.

Leider ist der Fingerabdruck-Scanner wie beim Vorgängermodell, dem Sony Xperia 5 II, der Schwachpunkt. Er muss mit Gefühl und möglichst trockenem Finger gedrückt werden, damit er das Sony Xperia 5 III auch entriegelt. Auch die USB-Schnittstelle meldet allzu schnell Feuchtigkeit, wenn man das Smartphone einfach nur hochkant hält und mit dem Finger diese Schnittstelle berührt.

Mit seinem schmalen und kantigen Design sticht das Sony Xperia 5 III aus der Masse heraus

Wie alle aktuellen Sony-Smartphones hat das Sony Xperia 5 III ein besonders langes Display im 21:9-Format. Der 6,1-Zoll-OLED-Bildschirm löst mit ausreichenden 2.520 x 1.080 Pixeln auf und gefällt durch satte Farben, scharfe Kontraste und eine anständige Helligkeit. Standardmäßig läuft das Sony Xperia 5 III mit einer Bildwiederholfrequenz von nur 60 Hz, kann aber optional auf 120 Hz gestellt werden.

Leistung und Android

Das Sony Xperia 5 III wird von einem Qualcomm Snapdragon 888 angetrieben, der keine Wünsche offenlässt und 5G-fähig ist. Die 2,84 GHz schnelle CPU wird von immerhin acht GB RAM unterstützt und so begiebt sich das Sony Xperia 5 III in der derzeitige Smartphone-Spitzenklasse. 

Der 128 GB große interne Speicher des Sony Xperia 5 III kann per microSDXC-Speicherkarte einfach aufgestockt werden. Statt der Speicherkarte kann auch eine zweite Nano-SIM.Karte eingelegt werden. Beiden zugleich, zwei SIM- und eine microSD-Speicherkarte, sind nicht möglich.

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Das Sony Xperia 5 III ist zwar kompakter als der große Bruder Sony Xperia 1 III, aber auch unter seiner Haube findet sich ein 4.500-mAh-Akku. Um auf eine anständige Akkulaufzeit wie die von uns gemessenen 38 Stunden zu kommen, sollte man allerdings die Bildfrequenz bei 60 Hz belassen. Im 120-Hz-Modus verkürzt sich die Laufzeit nämlich auf 26 Stunden. Auch die Ladezeit via USB Typ C ist kein Ruhmesblatt. Der Ladevorgang benötigt geschlagene drei Stunden Zeit.

Als Betriebssystem verwendet das Sony Xperia 5 III Android 11. Ein Update auf Android 12 wurde zwar bis dato nicht offiziell bestätigt, gilt aber als sicher. Sonys Benutzeroberfläche bringt ein paar kleine Design-Änderungen sowie zusätzliche Apps wie z.B. das Foto-Programm Photo Pro, das Video-Tool Cinema Pro oder der Musik- und Video-Streaming-Dienst Tidal mit sich.

Kamera und Ton

Der Sound bleibt eine der Kernkompetenzen der Japaner. Egal, ob man Musik und Videos mit 360 Reality Audio, Dolby Atmos oder DSEE Ultimate hört, es ist einfach ein Genuss. Im Gegensatz zu anderen Herstellern ist es für Sony außerdem selbstverständlich, dass Headsets nicht über USB, sondern über eine 3,5-mm-Audio-Buchse angedockt werden, um eine bessere Ausgabequalität zu gewährleisten.

Auch das Fotografieren ist Sonys Stärke. Auf der Rückseite des Sony Xperia 5 III sitzen eine Hauptkamera, eine Ultra-Weitwinkel-Linse und ein Teleobjektiv, die allesamt mit einer Auflösung von zwölf MP aufwarten und vom deutschen Spezialisten Zeiss zugeliefert werden. Anstatt auf eine immer höhere Auflösung legt Sony zudem Wert auf eine professionelle Software, die man von den Alpha-Kameras des Herstellers kennt.

So kann man zwischen dem Basic- und dem Pro-Modus hin- und herschalten, wobei Letzterer eine Automatik oder wahlweise eine manuelle Bedienung ermöglicht. Zudem verfügt das Sony Xperia 5 III über eine Augen-Erkennung nicht nur für Menschen, sondern auch für einige Tiere. Hier kommt ein Autofokus zum Einsatz, der sich bis zu 24-mal pro Sekunde neu ausrichten kann.

Das Ergebnis ist eine durchweg beeindruckende Bildqualität. Selbst die Ultra-Weitwinkel-Kamera des Sony Xperia 5 III produziert kaum Verzerrungen. Außerdem überzeugt die gute Restlichtverwertung der Hauptkamera des Sony Xperia 5 III, was auf den Sony-eigenen Bildsensor Exmor RS for mobile zurückzuführen ist.

Ultraweitwinkel-Aufnahmen des Sony Xperia 5 III weisen fast gar keine Verzerrungen auf

Darüber hinaus ist im Basic-Modus auch ein zweifacher Zoom fast ohne Qualitätsverluste möglich. 

In der Dunkelheit kommt das Sony Xperia 5 III dank seines sehr guten Bildsensors so gut wie immer ohne LED-Blitzlicht aus. Allerdings ist dieses, wenn nötig, schön kräftig.cZusätzlich sammelt ein Time-of-Flight-Sensor Tiefenschärfeinformationen, so dass das Sony Xperia 5 III gute Bokeh-Bilder schießen kann:

Der Bokeh-Effekt ist beim Sony Xperia 5 III nicht sonderlich prägnant

Videos dreht die Hauptkamera des Smartphones mit bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde. Dies gilt übrigens auch für die Frontkamera – ein Unterschied zu vielen Konkurrenten, die hier häufig nur Full-HD bieten. Die Frontkamera des Sony Xperia 5 III löst mit acht MP auf und deckt einen Blickwinkel von 78 Grad ab. Zudem verfügt sie wie die Hauptkamera über den Basic- und Pro-Modus und produziert so gerade bei Tage sehr schöne Bilder. Bei Selfies im Dunklen treten allerdings trotz des hellen Display-Fotolichts leichte Unschärfen auf.

Die Frontkamera des Sony Xperia 5 III hat keine sonderlich hohe Auflösung, aber dafür einen sehr guten Sony-Bildsensor und kann 4K-Videos aufnehmen

Mobilfunk (5G und LTE)

Das Sony Xperia 5 III verfügt über Bluetooth 5.2, NFC, schnelles WLAN ac/ax und natürlich den schnellen Mobilfunkstandard 5G. Mit unserer 5G-Testkarte, die uns freundlicherweise von Vodafone zur Verfügung gestellt wurde, waren wir in Düsseldorf unterwegs. Dabei konnten wir im Stadtzentrum bis zu 195 MBit/s im Download und 59 MBIt/s im Upload messen.

Die drei Kameras auf der Rückseite des Sony Xperia 5 III sind mit Linsen von Zeiss bestückt

Via LTE bietet das Sony Xperia 5 III wie sein großer Bruder in der Theorie bis zu zwei GBit/s im Download und 300 MBit/s im Upload. Unsere Messungen in der Praxis im Düsseldorfer 4G-Netz von Vodafone ergaben bis zu 477 MBit/s im Download und 42 MBit/s im Upload – das sind ebenfalls sehr gute Werte. Abgerundet wird das Bild durch eine gute Sprach- und Empfangsqualität.

Fazit und Empfehlung

Allenfalls den Preis des Sony Xperia 5 III mag man kritisieren. Eine UVP von 999 Euro ist erheblich, zumal gleichwertige Konkurrenten auch schon mal 200 Euro weniger kosten. Bedauerlich sind auch die kurze Akkulaufzeit im 120-Hz-Modus sowie die überlange Ladezeit. Der widerspenstige Fingerabdruck-Scanner und die häufigen Fehlermeldungen zu Flüssigkeit in der USB-Schnittstelle sind ebenfalls ein Ärgernis.

VIDEO

Das Sony Xperia 5 III macht aber summa summarum sehr viel Spaß. Es ist handlich und sticht mit seinem kantigen Design aus der Masse heraus. In fast allen Testdisziplinen schneidet es sehr gut ab. Vor allem in puncto Fotografie und Sound lässt das japanische Smartphone fast keine Wünsche offen.