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Xiaomi Poco F4 GT: Gaming-Smartphone zum Schnäppchenpreis im Test

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Der Markt der günstigen Gaming-Smartphones boomt. Xiaomi hat das erkannt und will mit dem Xiaomi Poco F4 GT mitmischen. Zu Preisen ab 599,90 Euro (UVP) bekommt man ein 120-Hz-IPS-Display, ein 120-W-Ladegerät, einen Drei-GHz-Prozessor von Qualcomm und reichlich Arbeits- und internen Speicher – Grund genug für einen ausführlichen Test.

Das Xiaomi Poco F4 GT ist in drei Farben erhältlich

Die Rückseite des 162,5 x 76,7 x 8,5 mm großen und 210 g schweren Xiaomi Poco F4 GT ist recht eigentümlich gestaltet. Hier dominieren Pfeile, die auf die Kunststoffrückseite aufgedruckt sind. Auch das Kameramodul ist von zwei Pfeilen aus Polycarbonat umgeben. Ebenfalls eine Eigenart ist der rechts liegende Alert-Slider, mit dem man Klingeltöne laut, leise oder auf Vibration stellen kann. Weiter unten auf derselben Gehäuseseite liegt der Fingerabdruck-Scanner, der im An/Aus-Knopf integriert ist. Einen Wasser- oder Staubschutz hat unser Proband leider nicht.

Eine Spezialität des Xiaomi Poco F4 GT ist die Magnet-Technik der zusätzlichen Tasten am Gehäuserand. Werden diese sogenannten Pop-up-Tasten durch Schiebe-Regler aktiviert, bewirkt die Magnet-Technik einen Hub. Die Touch-Tasten sollen die virtuellen Buttons in Games – zumindest teilweise – ersetzen, können aber auch zur Aktivierung der Taschenlampe oder Kamera genutzt werden.

Der Bildschirm des Xiaomi Poco F4 GT misst 6,67 Zoll und hat eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz

Für Gamer ist indes das Display deutlich wichtiger. Der Bildschirm des Xiaomi Poco F4 GT misst 6,67 Zoll und ermöglicht dank AMOLED-Technik satte Farben und scharfe Kontraste. Darüber hinaus kann die Bildwiederholrate der mit 2.400 × 1.080 Pixeln auflösenden Anzeige auf bis zu 120 Hz hochgeschraubt werden und sie hat eine vergleichsweise hohe Helligkeit von 800 nits zu bieten. Wer möchte, kann den Bildschirm per Gesichtserkennung entriegeln.

Leistung und Android

Neben dem Display ist natürlich der Prozessor das entscheidende Kaufkriterium für ein Gaming-Smartphone und hier geht Xiaomi in die Vollen. Der Qualcomm Snapdragon 8 Gen 1 ist mit drei GHz getaktet und in der uns vorliegenden 700 Euro (UVP) kostenden Top-Version mit zwölf GB Arbeitsspeicher ausgestattet. Das bieten nur wenige andere Android-Smartphones in dieser Preisklasse, beispielsweise das Motorola Edge 30 Pro. Leider tendiert das Xiaomi Poco F4 GT bei manchen Benchmark-Tests zur übermäßigen Erhitzung, was eine SPitzenplatzierung verhindert. Dennoch sehen die Testergebnisse insgesamt gut aus:

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Der interne Speicher des Gaming-Smartphones ist in der Top-Version mit 256 GB großzügig bemessen, kann aber leider nicht per microSD-Karte erweitert werden. Wer 100 Euro weniger (UVP) zahlen möchte, muss sich mit 128 GB Speicherplatz begnügen. In dieser Basisversion hat aber auch der Arbeitsspeicher nur acht GB Kapazität.

Umso schöner ist es da, dass man das Xiaomi Poco F4 GT in beiden Versionen mit Hilfe eines 120-Watt-Netzteils in rund 25 Minuten aufladen kann. Der Akku selbst ist mit 4.700 mAh ein wenig knausrig bemessen und hält im Praxistest rund 36 Stunden durch.

Als Betriebssystem kommt Android 12 zum Einsatz, auf das Xiaomi seine eigene Benutzerfläche MIUI in der Version 13.0.4 gelegt hat. Das trägt dazu bei, dass das Gaming-Smartphone ein etwas merkwürdiges Drop-Down-Menü hat. Streicht man links versetzt von oben nach unten über das Display, werden Benachrichtigungen angezeigt. Macht man das Gleiche weiter rechts, bekommt man diverse Schnittstellen angezeigt. Leider funktioniert das nicht immer so präzise.

Kamera und Ton

Für einen kräftigen Stereo-Sound sorgen die Vierfach-Lautsprecher mit Dolby-Atmos-Unterstützung. Außerdem sind gleich an drei Außenseiten Mikrofone angebracht. Damit hat man eine stets klare Sprachübertragung. Eine Audio-Buchse hat das Xiaomi Poco F4 GT dagegen leider nicht, so dass man beim Laden eigentlich nur Bluetooth 5.2 nutzen kann. Ein Headset fehlt leider im Lieferumfang.

Dafür ist das Gaming-Smartphone aus China in Sachen Fotografie erstaunlich gut ausgestattet. Vor allem die mit einem Sony-IMX686-Bildsensor ausgestattete Hauptkamera hinterlässt einen guten Eindruck. Sie kann 4K-Videos drehen und löst mit bis zu 64 MP auf:

Dank Sony-IMX686-Bildsensor schießt die Hauptkamera des Xiaomi Poco F4 GT gerade bei Tage brillante Bilder

Das helle LED-Blitzlicht greift bei Aufnahmen im Dunklen kraftvoll ein. Auch den Bokeh-Effekt bekommt das Xiaomi Poco F4 GT dank einer Zwei-MP-Tiefenkamera gut hin:

Das Xiaomi Poco F4 GT unterscheidet beim Bokeh-Bild fein säuberlich zwischen scharf dargestelltem Vordergrund und unscharfem Hintergrund

Da kann die Ultraweitwinkel-Kamera nicht mithalten. Zum einen bietet sie eine verhältnismäßig geringe Auflösung von acht MP, zum anderen zeigen ihre Bilder deutliche Verzerrungen:

Die Verzerrungen in diesem Ultraweitwinkel-Bild des Xiaomi Poco F4 GT sind teils schon in der Bildmitte zu sehen

Die Frontkamera des Xiaomi Poco F4 GT verfügt ebenfalls über einen Sony-Bildsensor, nur dass hier ein IMX596 zum Einsatz kommt. Sie kann Full-HD-Videos drehen und löst mit 20 MP auf. Das Display-Fotolicht leuchtet die Szenerie bei Nacht-Selfies gut aus.

Bei Selfiies des Xiaomi Poco F4 GT fällt die natürliche Farbwiedergabe der Hautpartien auf

Mobilfunk (5G und LTE)

Für das schnelle Surfen am Router hat das Xiaomi Poco F4 GT selbstverständlich WLAN ac und ax an Bord. Will man mal unterwegs zocken, steht 5G zur Verfügung – und das ist auch ziemlich schnell. Beim Praxistest im Vodafone-Netz in Düsseldorf erreicht das Smartphone aus China 317 MBit/s im Download und 116 MBit/s im Upload. Auch die Download- und Upload-Raten im 4G-Netz von Vodafone können sich sehen lassen. 274 MBit/s bzw. 46 MBit/s messen wir hier.

Eine kühle Umgebung tut dem Xiaomi Poco F4 GT gut, wenn der Prozessor sich mal wieder überhitzt

Für Gamer vielleicht nicht ganz so wichtig ist die Sprach- und Empfangsqualität und in der Tat hat das Xiaomi Poco M4 Pro in dieser Disziplin so seine Schwächen. Gerade beim Indoor-Empfang im nicht so ausgebauten O2-Netz wirken die Stimmen der Gesprächspartner manchmal dumpf. Zu Abbrüchen kommt es aber nie.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B09W2X1R4G|Poco F4 GT]] setzt Xiaomi in der Basisversion mit einer UVP von 599,99 Euro an – ein faires Angebot. Da man jedoch den 128 GB großen Speicherplatz nicht per microSD erweitern kann, würden wir zum 100 Euro teureren und von uns getesteten Topmodell raten, das 256 GB internen Speicher sowie satte zwölf GB Arbeitsspeicher bietet. Das ist für Gamer ebenso wichtig wie der hochauflösende 120-Hz-Bildschirm, der knackige Qualcomm-Prozessor und der kräftige Vierfach-Lautsprecher. Bis auf die Ultraweitwinkel-Kamera verfügt das Xiaomi Poco F4 GT auch über ein gutes Kamerasystem.

Das Gaming-Smartphone aus China hat aber auch ein paar kleinere Mängel. Da wäre die unterdurchschnittliche Sprach- und Empfangsqualität ebenso zu nennen wie der fehlende Wasser- oder Staubschutz. Dass das Android-Smartphone keine Audio-Buchse hat, ist schade, aber via Bluetooth ist der Sound ganz okay.