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Kodak P850

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Um eines vorab klarzustellen, für gewöhnlich stehe ich digitalen Bilderrahmen sehr kritisch gegenüber. Besonders aufgrund der meist minderwertigen Panel mit ebenso minderwertiger Hintergrundbeleuchtung und viel zu geringer Auflösung um ein "Pixelfreies" Bild wiederzugeben.
Auf die Handhabung des P850 will ich im Folgenden weniger eingehen, denn diese ist glücklicher Weise praktisch selbsterklärend und gut durchdacht. Alle Messungen erfolgten mit einem Spyder3Elite Colorimeter. 

Helligkeitsverteilung des Kodak P850

Erstaunt war ich beim ersten "Probegucken" des P850. Die Hintergrundbeleuchtung des P850 ist recht gleichmäßig, wenn auch nicht perfekt. Die Luminanz im Zentrum beträgt gute 192 cd/m², in den Ecken etwa 152 cd/m² (ca. -20%) bei 100% Helligkeit. 
Die Helligkeit kann in 10 Stufen geregelt werden, dies entspricht einem Bereich von 50 cd/m² bis zu den erwähnten 192 cd/m². Der Kontrast steigt dabei von akzeptablen 319:1 auf 367:1. Nicht überragend, es gibt aber auch schlechtere Modelle.

Problematischer ist die Farbtemperatur von ca. 9500 Kelvin im Zentrum und 9180 bis 10.000 Kelvin in den Ecken. Dies ergibt ein kühleres Bild und macht beispielsweise aus einem "feuerroten" Sonnenuntergang ein weniger spektakuläres, gelbliches Erlebnis. Doch trotz der großen Differenz (6500 Kelvin sind beispielsweise sRGB Standard) wirken die meisten Bilder sehr natürlich. Besonders Brauntöne (Holz etc.) kommen gut zur Geltung, auch Hauttöne werden natürlich wiedergegeben.

Ebenfalls gut ist die Auflösung von 800x600 Pixeln, nur bei sehr feinen Mustern ist ein Aliasing (Unterabtastung oder Umgangssprachlich "Treppen-Bildung") sichtbar. Als Beispiel wäre hier z.B. Klinker-Mauerwerk aus weiter Entfernung, Grashalme oder Tannennadeln zu nennen.

Ein wirklicher Negativpunk ist für mich, dass das Display verspiegelt wurde und so in hellen Umgebungen teils ungünstig zu betrachten ist. Im Gegenzug erhält man die sehr knackigen, aber nicht zu bunten Farben. Dies dürfte auch dem aSi-TFT-Panel samt LED Hintergrundbeleuchtung zu verdanken sein.
Denn als sehr gut sind die Farbabstufungen zu bezeichnen. Blattgrün wird in all' seinen Facetten wiedergegeben und die Blüten blau/violetter Lilien wirken nie übersättigt. Spätestens hier zeigt sich der Unterschied zwischen Billigprodukt und durchdachter Markenware.
Kodak P850

Fazit: Mich hat der Kodak P850 Bilderrahmen überzeugen können. Mit entsprechenden Bildern versorgt entstehen (meist) sehr natürlich Farben. Die Bedienung des P850 ist gut gelungen und auch die Energiesparfunktion ist nützlich, wenn auch nicht optimal (reagiert auf Umgebungslicht und Geräusche, nicht auf tatsächliche Anwesenheit wie IR-Bewegungssensoren).

Tipp: Deaktivieren sie die Optimierungsfunktionen und stellen Sie das Panel nicht auf 100% Helligkeit, dies ist der Lebensdauer der Hintergrundbeleuchtung für gewöhnlich nicht zuträglich.

 


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