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Sony BRAVIA KDL-40EX715

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Lange habe ich nach einem passenden neuen TV gesucht, nachdem mir mein zweckentfremdeter 24 Zoll FullHD PC-Monitor nun doch zu klein wurde um im Wohnzimmer für "Stimmung" zu sorgen. Erst war ein 32"-Fernseher geplant, allerdings war mir der Größenunterschied von 24" doch etwas zu gering und der Preisunterschied zwischen 32"- und 40"-Geräten doch zu klein um dort zu sparen, zumal das Zimmer groß genug ist um weit genug entfernt zu sitzen.
Auch die Frage ob CCFL- oder LED-Backlight stand lange im Raum, am Ende habe ich dann meiner inneren "Green-IT"-Stimme nachgegeben sowie auch diverse Tests studiert und mich für den Bravia 40EX715 entschieden. Es mag sein das Samsung und Co bei formal gleicher Ausstattung günstiger sind, aber wer schon einmal Probleme mit seinen elektrischen Geräten hatte weiß um den Service-Unterschied, für den man bei Sony eben auch bezahlt.

Aber nun zum EX715 selbst: Der Fernseher ist in meinen Augen recht leicht (zumindest für einen 40 Zoll Fernseher) und war auch allein zusammenbau- sowie aufstellbar. Die Montage des Standfußes ist zwar nicht intuitiv machbar (zumindest wäre meiner Vorgehensweise in einer anderen Reihenfolge gewesen) aber im Nachhinein simpel und zudem gut bebildert. Auch schön: der Rahmen ist recht schmal und es ist keine spiegelnde Glasscheibe vor dem Panel verbaut, ergo ist es auch in weniger optimalen Lichtbedingungen gut möglich das Bild zu erkennen. Und genau um dieses will ich mich im folgenden nochmal speziell beschäftigen.
Zwar sind auch die Anschlüsse und Empfangseigenschaften interessant und wichtig, aber ich denke dazu wurde bereits vieles sehr gut gesagt und deshalb erspare ich mir dies an dieser Stelle.

Ich arbeite viel mit Fotos und für gewöhnlich mit kalibrierten Monitoren, um eine möglichst exakte Vorstellung zu bekommen, wie das gedruckte Bild später aussieht. Dementsprechend war mir besonders die Bildqualität des neuen HDTVs wichtig und so wurde auch der EX715 erst einmal justiert, bevor die erste BluRay an der Reihe war.
Positiv überrascht hat mich vor allem, das Sony praktisch alle üblichen "Optimierungen", die die Hersteller so gerne implementieren, beim Home-Modus standardmäßig deaktiviert hat. Keine überzogenen Farben, "Mega-Kontrast" oder extra scharf - Sehr gut. Auch die restlichen Einstellungen sind für einen TV bereits recht gut gewählt, wenn auch wieder etwas zu "angenehm".

Gemeint ist damit, dass der Weißpunkt zu Warm gewählt wurde. Kein großes Problem, denn es gibt einige "Presets" wie "Warm 1" oder "Neutral" zum herumspielen, mit einem Kolorimeter auch zum einmessen. Ich erwähne es trotzdem, denn viel mehr negatives bleibt kaum zu erwähnen.
Die Einstellung "Warm 1" ist dabei mit am Besten geeignet und erreicht etwa 7000 Kelvin im Zentrum, mit weiteren Feineinstellungen an den RGB-Reglern etwa 6700 Kelvin und somit schon fast die Vorgaben des sRGB-Standards. Genauere angaben erspare ich mir an dieser Stelle, da hier die Serienschwankung zu sehr ins Gewicht fällt, als das es wirklich nützlich wäre. Die Gamma-Einstellungen sind gut und entsprechen etwa der Kurve, die für einen Gamma-Wert von 2.2 zu erwarten ist.
Farben werden allgemein sehr natürlich wiedergegeben, besonders Grüntöne werden gut differenziert. Rot scheint dagegen ein kleines Problem für den EX715 darzustellen, aber auch hier ist die Qualität eigentlich als gut zu betrachten und, wenn überhaupt, als Kritik auf hohem Niveau zu bewerten. Auch Banding ist praktisch nicht vorhanden.

Um ehrlich zu sein hatte ich hier auch keine großen Fehltritte erwartet, denn die Technologie ist nicht neu und Sony verbaut für gewöhnlich auch keine Billig-Panel. Viel interessanter war für mich die Ausleuchtung des EX715 - immerhin reden wir hier von Edge-LEDs und formell den Inbegriff von Inhomogenität. Doch auch hier kann der EX715 punkten, sogar mehr als das. Mit maximal 10-12 Prozent Helligkeitsunterschied an den Rändern (bezogen auf die Bildmitte) ist das Ergebnis als ausgezeichnet zu bewerten, selbst hochwertige PC-Monitore sind hier selten besser. Mehr oder minder typisch für Edge-LEDs gibt es auch keine hellen oder dunklen Flecken (Wolken) auf dem Monitor.
Auch der Kontrast ist gut, besonders der sehr niedrige Schwarzwert hat mich hier beeindruckt. Selbst bei maximaler Hintergrundbeleuchtung liegt der Kontrast noch bei über 1800:1, bei halber Hintergrundbeleuchtung auch bei über 10.000:1. Leider scheint man sich das mit einer etwas schlechteren Durchzeichnung von dunklen Bildbereichen zu erkaufen - im Vergleich zu anderen Fernsehern in der Preisklasse aber immer noch sehr gut, lediglich Plasma-TVs schneiden hier merklich besser ab.
Regeln lässt sich die Hintergrundbeleuchtung in zehn Stufen, was etwa einem Bereich von 60 bis 150 cd/m² entspricht (je nach Einstellung für Gamma, Weißabgleich etc. auch weniger).

Abseits der Bildqualität finde ich auch die Zusammenarbeit mit meinem AV-Receiver (Denon AVR-1610) noch erwähnenswert. Dank HDMI ist es dem EX715 möglich den AV-Receiver mit zu starten und auch die Lautstärke des AV-Receivers kann mit der Sony-Fernbedienung geändert werden. So wird der Griff zu AV-Fernbedienung des öfteren überflüssig.
Da ich einen AV-Receiver samt 5.1 Teufel Soundsystem besitze, habe ich mir die eingebauten Boxen nicht näher angehört. Stereo und 5.1 sind eh nicht zu vergleichen.


Fazit: Der Bravia KDL-40EX715 ist ein guter bis sehr guter FullHD-TV mit Edge-LED Beleuchtung. Die Bildqualität ist für den Preispunkt praktisch ohne wirkliche Beanstandung und die Standardeinstellungen gut gewählt. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Geräten via HDMI funktioniert genauso problemlos wie der Zusammenbau.
Als mein Nachbar, der so freundlich war den Fernseher entgegen zu nehmen, meinte "Viel Spaß damit!" sollte er wohl recht behalten. Sollten Sie noch weiterführende Fragen haben, beantworte ich diese gerne im Kommentarbereich.


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