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'Lenovo Thinkpad Edge E520 im Test' oder 'Wer braucht Ultrabooks?'

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Ultrabooks – Ein Name und zugleich ein Trend. Der PC-Trend des Jahres 2012! Zumindest wenn es nach den Wünschen von Intel geht, sollte es so sein. Der US-Amerikanische Produzent von Halbleiter Bauteilen hat im Rahmen der CeBIT 2012 angekündigt, Ultrabooks mit einer enormen Werbekampagne zu fördern, ähnlich wie Anfang des noch jungen Jahrtausends die Centrino-Plattform.

Ultra klein, ultra leicht, ultra mobil, ultra teuer?

Wie man mit Centrino also einst W-LAN zum Standard in Notebooks machte, will man nun die Revolution hinzu kleineren, leichten und trotzdem schnellen Geräten führen. Klingt alles toll? Ja, aber natürlich gibt es einen kleinen Nachteil: der Preis. Knapp 1.000 EUR muss man aktuell für ein Ultrabook bezahlen – Und das obwohl Intel den Herstellern bereits enorm mit Werbezuschüssen unter die Arme greift.Lenovo U300s Konkurrent AMD darf aus markenrechtlichen Gründen nicht auf den Ultrabook-Zug aufspringen, den Namen hat Intel sich schützen lassen. Wie bei den, mittlerweile in die Bedeutungslosigkeit versunkenen, Netbooks scheint man aber auch kein Interesse daran zu haben. Hat man sich schon bei den kleinen und günstigen Notebook-Derivaten bewusst gegen den Namen „Netbook“ entschieden, um nicht in die gleiche Ecke á la „Zu langsam und nicht Multimedia-tauglich“ gedrängt zu werden, will man dieses Mal wohl auch nicht den Pferdefuß „Zu teuer“ abbekommen und präsentiert stattdessen seine Ultrathin Notebooks. Hier sind knapp 700 bis 800 EUR das anvisierte Ziel – und den Prototyp eines Trinity APU basierten Ultrathin Notebook, den wir in einem Hinterzimmer der CeBIT anschauen durften, stimmt uns zuversichtlich.

Lenovo Thinkpad Edge E520

Doch was hat ´all dies mit den Lenovo Thinkpad Edge E520 zu tun? Wir wollen die Frage klären, ob denn Ultrabooks den Hype wert sind. Deshalb haben wir im Vorfeld der diesjährigen CeBIT bei einigen Notebook-Herstellern angefragt, ob wir denn ein Modell im Rahmen der Berichterstattung testen können? Leider war von keinem Hersteller ein gewünschtes Modell zu bekommen (AMD Quadcore Llano APU), daher muss nun das Thinkpad Edge E520 aus dem Hause Lenovo für den Test herhalten.Lenovo Thinkpad Edge E520

Anstatt sich also ein Ultrabook zu greifen und über die offensichtlichen Vorteile zu berichten, haben wir uns ein normales Notebook genommen und schauen nun, ob wir an irgendeiner Stelle das Verlangen nach Mehr (oder Weniger) haben. Sollten ‚all unsere Bedürfnisse befriedigt sein, gäbe es in unserem Fall auch kein Grund mehr auszugeben (das Lenovo E520 kostet in unserer Konfiguration zwischen 500 und 600 EUR).

Ausstattung des E520

  • 15,6" Display (1366x768), matt
  • Intel Core i3-2350M (2.3 GHz Dualcore)
  • Intel HD 3000 On-Chip Grafik
  • 4GB DDR3-1333MHz RAM
  • 500 GB HDD (7.200 U/min); DVD-Brenner
  • GBit-LAN; WLAN b/g/n; Bluetooth
  • 2 x USB 2.0 + 1 x USB 2.0 (always on); 1 x USB 2.0/eSATA Combo
  • HDMI- und VGA-Anschluss
  • Express Card Slot; 4 in 1 Media Card Reader
  • 6-Zellen Akku (2,2 Ah) + 65 W Netzteil
  • Win7 Professional 64 Bit
  • Gewicht: ca. 2 kg

Alles in allem für das Jahr 2012 also eine wirklich durchschnittliche Ausstattung für ein Notebook und somit auch sehr gut für unseren Test geeignet.

Meinung zum Lenovo Thinkpad Edge E520

Das Lenovo Thinkpad Edge E520 hinterlässt bei uns einen geteilten Eindruck. Auf der einen Seite ist die Verarbeitung leider nicht (mehr) das, was man früher unter dem Namen „IBM Thinkpad“ bekam – zugegeben, der Preis war auch ein Anderer. So sitzt der, relativ klein bemessene, Akku sehr locker und wackelt beim Transport leicht. Seiner Funktion tut dies keinen Abbruch, trotzdem wirkte dies auf uns nicht sonderlich vertrauenserweckend. Auch ist das Tastaturlayout etwas gewöhnungsbedürftig, aber sicherlich als Geschmackssache zu definieren.

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Als direkten Tiefschlag bei der Video- und Fotobearbeitung hat sich das Display herausgestellt: 1366x768 Pixel sind kaum mehr als ein schlechter Scherz, besonders bei 15,6 Zoll Bildschirmdiagonale. Die schon mit bloßem Auge sichtbaren Pixel machen das Nachbearbeiten von Fotos unnötig schwer und auch die Kontrolle von FullHD-Videomaterial gestaltet sich als kompliziert. Ebenfalls neigt das Display zu einer etwas kühlen Farbdarstellung, was später in Bildern mit zu warmen Weißabgleich resultiert.

Durchwachsen war die Akkulaufzeit. Für Vor- und Nacharbeiten im ICE reicht der Akku allemal, sofern man denn keine vier Stunden oder länger fahren möchte/muss. Bearbeiten von Videomaterial oder ähnliche, leistungsfordernde Dinge lassen die Akkulaufzeit hingegen auf teils unter eine Stunde zusammenschrumpfen.

Gefallen hat uns das durchweg leise Betriebsgeräusch, selbst unter Volllast machte das E520 nicht unangenehm auf sich aufmerksam. Um beim Thema Geräusche zu bleiben, auch die Sound-Wiedergabe hat uns positiv überrascht. Für Notebook-Verhältnisse und den Preisbereich von knapp 500 Euro liefert das E520 einen guten Klang, der sich auch für die Bearbeitung von Videos eignet.

Lenovo Thinkpad Edge E520 im TestWomit wir beim Thema Leistung angekommen wären. Mit dem von uns verwendeten Sony Vegas Movie Studio HD Platinum konnten wir unsere CeBIT-Videos zu 100 Prozent flüssig schneiden. Auch das finale Rendern ging für ein Notebook noch recht schnell von statten. Natürlich würden mit mehr Leistung auch die Möglichkeiten wachsen, aktuell reicht es in der Disziplin aber für ein gut.

Und Ultrabooks?

Nun wollen wir natürlich auch noch die Eingangsfrage klären. Nach vier Tagen und damit auch vier Tagen des täglichen „Rucksack-Schleppens“ muss man sagen, weniger ist manchmal eben doch mehr. Auch wenn die Ultrabooks nicht ganz die Leistung des E520 erreichen dürften, ist der Preis im mobilen Alltag zu hoch. Auch wenn gerne gesagt wird, 2 kg sind absolut in Ordnung für den mobilen Einsatz – Sie sind es unserer Meinung nach nicht. Denn man trägt meist eben nicht nur das Notebook mit sich herum und so summiert sich jedes Gramm.

Es bleibt also festzuhalten, dass sich Ultrabooks vor allem für Diejenigen unter uns eignen, die mobil ein gewisses Maß an Rechenleistung benötigen – besonders im Bereich Foto- und Videobearbeitung. Und auch 'all jene, die tagtäglich mit ihrem Note- oder Ultrabook unterwegs sind.

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Wer auf einen Teil der Leistung verzichten kann, fährt mit Sub-Notebooks definitiv günstiger. So bieten beispielsweise das SONY VAIO Y Serie VPC-YB3V1E/S oder das LENOVO IdeaPad S205 (beide auf AMD Bobcat APU Basis) mehr als genug Leistung für mobile Office-Aufgabe und das bei bis zu über acht Stunden Akkulaufzeit. Auch das Abspielen von FullHD-Videomaterial auf einem TV, das Anbinden eines Beamers für Präsentationen und ähnliche Dinge lassen sich damit bewerkstelligen – Für lediglich um die 400 statt 1.000 EUR.


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