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Antec Eleven Hundred: Bullig und schlicht?

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Auf der Suche nach einem passenden Gehäuse für die eigenen PC-Bauteile gab es vor Jahren eigentlich nur die Auswahl zwischen mehr oder weniger unschönen, grauen Kisten. Die Zeiten haben sich glücklicher Weise geändert – und das dürfte Firmen wie Antec zu verdanken sein. Der aus Kalifornien stammende Hersteller kann durchaus als Mitbegründer für den Trend „Weg vom Einheitsgrau!“ angesehen werden. Im heutigen Artikel schauen wir uns das Eleven Hundred, welches sich vornehmlich an Spieler richtet, etwas genauer an.

Bitte, tu mir nichts!

Antec Eleven Hundred - PC-Geh?use im TestDiesen Eindruck kann man nach dem Auspacken des Antec Eleven Hundred durchaus schnell bekommen. Besonders die Front des Gehäuses wirkt recht bullig, man möge fast sagen ein wenig aggressiv. Da, wie bereits eingangs erwähnt, PC-Spieler zur Zielgruppe des Eleven Hundred gehören, kein Nachteil sondern dem Klientel mehr als recht.

Und zugleich wirkt das Design auf seine Weise schon fast wieder schlicht. Keine verspielten Details, sondern pragmatisch und funktional – so ist das Gehäuse Antec-typisch schon außen gestaltet. Als wenig praktisch erwiesen sich leider die fest verbauten Staubfilter. Auch die Montage von Lüftern in der Front ist erst nach einer teilweisen Demontage der Front-Blende möglich. Hier bieten die Gehäuse der hauseigenen Performance One-Serie definitiv mehr Komfort.

Auf die inneren Werte kommt es an

Besonders für Bastler, aber auch für Spieler, ist das Innere eines PC-Gehäuses oft von größerem Interesse. Denn nicht selten werden einmal einzelne Bauteile gewechselt und der neue PC soll auch nicht unnötig durch eine hohe Lautstärke auffallen und die eingebauten Bauteile trotzdem gut kühlen.

[[VTTV:Antec Eleven Hundred]]

Denn einbauen lässt sich in das Antec Eleven Hundred so ziemlich alles. Angefangen von mini-ITX-, über µATX- und ATX- bis hin zu XL-ATX Mainboards bietet das Gehäuse Platz für so ziemlich jeden aktuell gebräuchlichen Formfaktor im Bereich Hauptplatinen. Auch hohe Lüfter in Tower-Bauweise bereiten dem Eleven Hundred kein Problem, ebenso wenig wie die Bestückung mit bis zu vier High-End Grafikkarten á la AMD Radeon HD7970 oder Nvidia GTX 680.

Die Abwärme aus dem Gehäuse zu bekommen ist ebenso wenig ein Problem – zumindest für Bastler. Von Haus aus ist das Eleven Hundred mit zwei Lüftern bestückt - einen normalen 120 mm Modell auf der Rückseite sowie einen, optional blau beleuchtbaren, 200 mm Lüfter auf der Oberseite des Gehäuses.Antec Eleven Hundred - PC-Geh?use im Test

Besonders war und ist bei Antec der Innenraum in jener Hinsicht, dass man sich sehr viele Ideen bezüglich der praktischen Handhabbarkeit und Funktionalität macht und so des Öfteren neue Wege beschreitet. Als Beispiele wären hier zum Beispiel unten verbaute Netzteile oder die Kabelverlegung hinter dem Mainboard-Schlitten zu nennen.

Das Netzteil auf der Unterseite anzubringen hat vor allem thermische Gründe. Früher an der Oberseite angebracht, bekam das Netzteil die Abwärme der verbauten Hardware ab, dies hatte unnötig laute und zugleich ineffizientere Netzteile zur Folge. Zudem kann die eh schon aufsteigende Luft mit hilfe eines großen Lüfter auf der Oberseite effizienter abgeführt werden. Um das Netzteil noch weiter zu isolieren, ermöglicht das Eleven Hundred eine „umgedrehte“ Einbauweise des Netzteils. So kann das Netzteil die Luft, geschützt durch einen leicht zu reinigenden Staubfilter, direkt durch eine Aussparung im Gehäuseboden ansaugen. Bei Teppichböden ist hiervon jedoch abzuraten.

Das von uns verwendete Antec High Current Gamer 750 Watt Netzteil hatte keine Probleme mit der etwas anderen Einbauweise und agierte auch bei hoher Belastung (ca. 500 Watt) nahezu lautlos.

Antec Eleven Hundred - PC-Geh?use im TestBereits angeschnitten hatten wir auch die Möglichkeit, die Kabel hinter den Mainboard-Schlitten zu verlegen. Dazu sind zwischen dem Schlitten und der Seitenverkleidung etwa drei cm Platz – genug um auch dicke Stromkabel zu verlegen.

Das Ergebnis ist ein sehr aufgeräumtes Inneres, auch wenn es einmal etwas mehr Komponenten werden. Dies kommt sowohl der Ästhetik zugute, als auch einem ungestörten Luftstrom durch das Antec Eleven Hundred.

Luftstrom ist dabei ein gutes Stichwort: Wir haben dem Gehäuse noch zwei weitere Lüfter in der Seitenwand spendiert (zwei von insgesamt neun belegbaren Plätzen) und so für etwas mehr Frischluft bei den Stromhungrigen Komponenten zu sorgen. Auf kleinster Stufe eingestellt absolut ausreichend um die Abwärme im Schach zu halten und zugleich auch bei hoher Belastung leise zu agieren.

Fazit und Empfehlung

Antec Eleven Hundred - PC-Geh?use im TestWirklich viel zu meckern gibt es am Antec Eleven Hundred nicht. Dem ein oder anderen mag das Gehäuse vielleicht nicht gefallen, aber das ist Geschmackssache. Etwas enttäuscht hat uns die umständliche Gehäuse-Front. Dies gilt sowohl für den Einbau von Lüftern, die Reinigung der Staubfilter als auch das Entfernen der Frontblenden um ein optisches Laufwerk einbauen zu können.

Äußerst gelungen sind Antec die üppige Lüfter-Bestückungsmöglichkeiten. Diese sorgen für eine geringe Lautstärke bei guter Wärmeabfuhr, auch wenn zumindest ein verbauter Frontlüfter nicht geschadet hätte. Positiv anzumerken sind zudem die zwei verbauten Front-USB 3.0 Buchsen. Zeitgemäß, aber leider immer noch nicht überall Standard.

Kombiniert wird ‚all dies mit einem LAN-Party tauglichen Gewicht von unter sieben kg und einer für Antec typischen, sauberen Verarbeitung. Keine scharfen Kanten im Inneren, alles sauber geschliffen, abgerundet und lackiert – keine klappernden, dünnen Bleche, sondern sauber zugeschnittene und gut bemessene Materialien.

Wem 100 Euro für das Antec Eleven Hundred zu viel sind, muss sich anderweitig und vor allem qualitativ weiter unten umsehen. Antec bietet hier ein durchaus faires Paket aus Preis und Leistung.


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