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Huawei Ascend P6 - Schlankes Smartphone im Test

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Nach unserem Test des Logitech G930 Gaming-Headsets betreten wir einmal mehr #Neuland und wenden uns heute erstmals einem Smartphone zu: Dem Huawei Ascend P6. Fast ein halbes Jahr ist seit der Vorstellung im Sommer vergangen, so ganz neu ist das Modell somit nicht mehr. Doch in Anbetracht des gesunkenen Preis dürfte es sicherlich nochmal für einige interessant werden, weswegen wir das Smartphone unter die Lupe nehmen wollen.

Huawei Ascend P6Ein mit 1,5 GHz getakteter Quad-Core-Prozessor (Hi-Silicon K3V2), 2 GB Arbeitsspeicher, ein 4,7" großes IPS LC-Display sowie zwei Kameras mit 8 (Rückseite) respektive 5 Megapixeln (Front) Auflösung bilden die Grundlage des Ascend P6. Beim internen Speicher hält man sich mit 8 GB sehr zurück, bietet jedoch die Möglichkeit selbigen per microSDHC-Speicherkarte um bis zu 32 GB zu erweitern. Alles in allem alles andere als ein High-End-Gerät für 2013er Verhältnisse, dennoch haben wir es grundlegend mit einem soliden und dementsprechend interessanten Mittelklasse-Smartphone zu tun.

Design und Verarbeitung

Die für das Ascend P6 wichtigsten Eigenschaften haben wir aber ganz bewusst aus der Einleitung rausgelassen, da hier der größte Fokus sitzt: Mit einem Gewicht von 120 Gramm ist es nicht nur leicht, sondern mit 6,18 Millimetern in der Höhe auch sehr schlank. Wirklich schlank. Leider – oder Gott sei Dank – hat man sich enorm von Apple inspirieren lassen, womit es für Laien wohl auf den ersten Blick im Laden wie ein echtes Schnäppchen wirken könnte.

Huawei Ascend P6Das markanteste Merkmal ist wohl der Aluminiumrahmen, der sich um den Rand des Smartphones zieht. An der rechten Seite finden sich auch die gut erreichbaren Buttons zum Ein-/Ausschalten und Ändern der Lautstärke sowie die beiden Slots für je eine SIM- und microSD-Speicherkarte, die nur mithilfe eines Werkzeugs geöffnet werden können. Die Unterseite ist abgerundet, was erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig wirkt, sich aber als überaus komfortabel herausstellt.

Eben erwähntes Werkzeug findet standardmäßig in der 3,5-mm-Klinke-Buchse Platz, sodass man es auch unterwegs dabei hat – vorausgesetzt man will keine Musik hören. Ob die Buchse dort so geschickt platziert ist wie Huawei behauptet, darüber lässt sich streiten. Gerade in der Hosentasche könnte es, je nach verwendetem Kopfhörer, eng werden.

Leistung

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit haben wir einen neuen Testparcours, speziell auf Smartphones und Tablets abgestimmt, erarbeitet. Bei der Zusammenstellung der Testprogramme wurde auf eine möglichst gute Vergleichbarkeit geachtet, auch über mehrere Plattformen hinweg. Nichts desto trotz ist auch weiterhin ein Vergleich zwischen Geräten mit Apple iOS, Google Android und Windows 8 (Tablet) respektive Windows Phone nicht einfach. In den Gesamtwert fließen folgende drei Themenkomplexe mit jeweils gleicher Gewichtung ein:

  1. Ausstattung: Speicherkapazität, Arbeitsspeicher und Pixeldichte
  2. 3D/Spiele: GFX-Bench 2.7/2.5
  3. Internet: SunSpider (1.0.2) und Rightware BrowserMark 2.0

GFXbench 2.7 T-Rex HDDes Weiteren finden sie im Diagramm auch Werte für Futuremarks aktuellen 3DMark Ice Storm - da dieser jedoch nicht unter Windows Phone verfügbar ist, fließen die entsprechenden Werte nicht in den Mittelwert ein (die Geräte werden im Diagramm nicht angezeigt). Betrugsversuche der Hersteller, wie Beispielsweise die "Optimierungen" von Samsung und HTC am Futuremark 3DMark, werten wir mit 0 Punkten im entsprechenden Test ab.

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Anmerkung: Um eine bessere Übersichtlichkeit zu gewährleisten, werden nur neue Produkte sowie ältere Produkte, auf welche Bezug genommen wird, angezeigt. Eine komplette Übersicht aller getesteten Smartphones und Tablets entnehmen Sie bitte unserer Rangliste.

Das Huawei Ascend P6 kann sich, trotz der eher mittelmäßigen Ausstattung, für ein Smartphone ordentlich in der Gesamtwertung platzieren. Dies dürfte primär den im Vergleich zur restlichen Ausstattung starken Prozessor zu verdanken sein, der zumindest beim Surfen im Internet einen guten Eindruck hinterlässt. Spätestens bei Spielen oder anderweitigen, grafiklastigen Anwendungen merkt man jedoch deutliche Unterschiede zur Oberklasse von HTC oder Samsung.

Multimedia

Das Display kann dank IPS-Panel mit einer sehr hohen Blickwinkelstabilität überzeugen und ist dank der hohen, maximalen Helligkeit auch bei hellem Tageslicht noch problemlos abzulesen. Dem Genuss von Fotos und Videos steht unterwegs damit nicht viel im Wege. Die Bildschärfe ist mit "nur" HD-Ready-Auflösung nicht auf dem Spitzenniveau von aktuellen High-End-Smartphones, schlussendlich wirkt eine Pixeldichte von immerhin 312 ppi (Pixel pro Zoll) trotzdem scharf und nur vereinzelt lassen sich noch einzelne Pixel erkennen.

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Die integrierten Lautsprecher sind, wohl auch aufgrund der geringen Bautiefe des Ascend P6, von eher mäßiger Qualität und liefern ein, von vielen portablen Geräten bekanntes, blechernes Klangbild ab. Ebenfalls weniger optimal ist die Positionierung der rückseitigen Kamera in der linken, oberen Ecke: Passt man beim Fotografieren nicht auf, ist wenigstens ein Finger, wenn nicht gar mehrere, im Bild.

Die Bildqualität der Hauptkamera ist "OK", jedoch in keiner Weise herausragend. Die Frontkamera sollte auch nur für ihren eigentlichen Zweck verwendet werden: Videotelefonie und Selbstportraits - aka Selfies. Käufer die nach einem Smartphone mit guter Kamera suchen, sollten um das Huawei Ascend P6 dementsprechend einen weiten Bogen machen.

Fazit und Empfehlung

Das [[ASIN:B00DGJ6E34|Huawei Ascend P6]] ist zweifelsohne ein interessantes Smartphone, insbesondere da der chinesische Hersteller die Schwerpunkte im Preisbereich bis 300 Euro anders setzt als ein Großteil der Konkurrenz. Der interne Speicher ist minimalistisch, Kamera und Lautsprecher sind ebenfalls nur magerer Durchschnitt. Das Display ist, wie die Verarbeitungsqualität, hingegen ausgezeichnet und die Leistung des Quadcore-SoC dem Preisbereich entsprechend.

Als interessante Alternative aus dem Windows Phone-Lager ist das [[ASIN:B009ZC8ZT2|Nokia Lumia 820]] mit integriertem LTE-Modem, NFC-Chip, weltweiter (offline-)Navigation und OLED-Display zu nennen. Ohne entsprechende Navigation, einem etwas weniger fein auflösendem AMOLED-Display jedoch ebenfalls mit Unterstützung für LTE und NFC bietet Samsung das [[ASIN:B00D8T9QZU|Galaxy S4 mini]] für knapp über 300 Euro an. Wer auf die genannten Extras verzichten und mit einem günstigen Kunststoffgehäuse leben kann, findet mit dem [[ASIN:B00GJG0Q0I|Motorola Moto G]] eine noch wesentlich preiswertere Alternative zum Ascend P6 von Huawei.


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