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ZOTAC ZBOX Sphere - Futuristischer Mini-PC fürs Wohnzimmer im Test

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PCs fürs Heimkino (HTPCs) sind genauso wenig eine Neuheit wie die Mini-PC-Serie ZBOX der PCPartner-Marke ZOTAC. Bereits auf der CeBIT 2014 konnten wir einen Prototypen der neuesten Kreation unter die Lupe nehmen: Die ZOTAC ZBOX Sphere OI520. Was in dem sehr modernen Gehäuse steckt und ob man das gleiche Schicksal wie das Google Nexus Q zu erwarten hat, klärt unser Test.

ZOTAC ZBOX Sphere OI520 - Der LED-Ring leuchtet im Betrieb in blau

Design und Verarbeitung

Kunststoff dominiert den 349 Euro günstigen Mini-PC an der Außenseite, dankbarerweise hat man aber zumindest auf den Einsatz einer Hochglanzlackierungen verzichtet. Dementsprechend unempfindlich ist das Gehäuse für Fingerabdrücke und Wischkratzer. Für den geringen Preis kann man gewiss nicht mehr erwarten, eine teurere Deluxe-Version mit gebürstetem und schwarz eloxiertem Aluminium könnten wir uns aber auch sehr gut vorstellen.

ZOTAC ZBOX Sphere OI520Die Rückseite bietet alle Anschlüsse, die man sich für einen aktuellen PC nur wünschen kann: 4x USB 3.0, 2x USB 2.0 und ein Gigabit-Netzwerkanschluss sorgen für den Datenaustausch mit der Außenwelt. Monitore können wahlweise via HDMI oder DisplayPort angeschlossen werden, 4K- und Full HD 3D-Video sind dabei problemlos möglich. Fotos und Videos können über den integrierten SD-Kartenleser schnell wiedergegeben werden. Schöner wäre es jedoch gewesen, den Kartenleser sowie zumindest zwei USB 3.0-Anschlüsse an die Vorderseite zu verlegen.

Ein Headset kann ebenfalls über die beiden 3,5-mm-Klinke-Anschlüsse verbunden werden, wer es lieber kabellos mag, kann aber auch auf Bluetooth 4.0 zurückgreifen. NFC wird leider nicht geboten, dafür verbaut man jedoch einen aktuellen W-LAN-Adapter mit Unterstützung für die Standards 802.11 a/b/g/n/ac im 2,4- sowie 5-GHz-Band. Unter W-LAN ac konnten wir so immerhin reale Transferraten von über 230 Mbit/s erreichen - mehr als ausreichend um sogar Videos in UHD-Auflösung flüssig zu streamen.

Hardware und Einrichtung

Im Inneren werkelt ein Prozessor, der eigentlich für Ultrabooks gedacht ist: Intel Core i5-4200U heißt der äußerst sparsame und mit 1,6 GHz getaktete Vier-Kern-Prozessor (bis zu 2,6 GHz im Turbo-Modus). Die restliche Hardware kann entweder beliebig gewählt werden (Barebone-Version), oder man greift zur 439 Euro teuren Version mit vorinstallierter 500-GB-Festplatte und 4 GB Arbeitsspeicher (DDR3-1600L). Bei etwas Geschick raten wir zum Selbstbau, da insbesondere eine SSD dem System Flügel verleiht. Die SSD lässt sich auch zusätzlich zu einer 2,5-Zoll-Festplatte in Form einer mSATA-SSD einbauen.

ZOTAC ZBOX Sphere OI520 - Geliefert wird entweder als Barebone oder mit 500-GB-Festplatte und 4 GB RAMEgal ob in der Basisversion oder voll ausgerüstet: [[ASIN:B00FGP2SQ8|Windows]] ist nicht vorinstalliert. Da in dem kompakten Gehäuse kein optisches Laufwerk integriert werden konnte, empfiehlt sich generell die Installation via USB-Stick vorzunehmen. Ein passendes Programm (Windows 8 Setup-Tool) stellt Microsoft zur Verfügung. Nach dem Eintragen der Seriennummer lädt das Programm automatisch die entsprechende Windows-Version herunter. Klicken Sie anschließend auf 'Installationsmedium erstellen' -> 'USB-Speicherstick' und folgen sie den letzten Schritten. Mit einem schnellen USB-Stick geht das Kopieren binnen weniger Minuten vonstatten.

Windows 8.1 lässt sich bequem und vor allem schnell via USB-Stick installierenDer USB-Stick wandert nun in einen USB-Port der ZBOX Sphere. Direkt nach dem Einschalten lässt sich durch Drücken der F8-Taste das Boot-Menü öffnen und der betreffende USB-Stick auswählen. Die folgende Installation ist selbererklärend und, einen schnellen USB-Stick sowie eine flotte SSD vorausgesetzt, in unter 10 Minuten möglich. Im Abschluss müssen Sie nur noch das Nutzerkonto einrichten und die mitgelieferten Treiber (ebenfalls als USB-Stick vorhanden) installieren.

Leistung

Die ZOTAC ZBOX Sphere unterstützt auch W-LAN ac und erreicht real über 230 Mbit/sWer alles richtig gemacht hat, bekommt ein im Alltag erstaunlich flottes System zur Hand: Weniger als acht Sekunden vergehen bei uns vom Drücken des Ein/Aus-Schalters bis zur Passwortabfrage von Windows - UEFI und SSD sei Dank. In wieweit das System auch für den produktiven Einsatz zu gebrauchen ist, hängt nicht zuletzt vom typischen Arbeitsalltag ab. Grundsätzlich sollte man hier die Bereiche 'Inhalte konsumieren' und 'Inhalte kreieren' voneinander trennen.

Für den multimedialen Einsatz ist die ZOTAC ZBOX Sphere wie geschaffen: Videos in Ultra HD-Auflösung brachten das Testsystem nicht aus der Ruhe und auch Full HD-Videos in 3D werden unkompliziert auf den Fernseher wiedergegeben. Der Besuch von aufwendigen Webseiten, Umgang mit klassischer Office-Software und ähnliche "leichte Kost" sind ebenfalls unproblematisch und werden nahezu lautlos gelöst. Bei allen Anforderungen, die weit darüber hinausgehen, mögen sich nun die Geister scheiden.

Fazit und Empfehlung

Wer die (RAW-)Bilder aus dem letzten Urlaub bearbeiten und anschließend in eine Foto-Show stecken will (und dabei noch ein paar Videoaufnahmen mit einarbeitet) kann darüber nachdenken mit der [[ASIN:B00KHIW1LQ|ZOTAC ZBOX Sphere]] seinen bisherigen PC zu ersetzen. Wer jedoch häufiger rechenintensive Programme ausführt oder grafisch anspruchsvolle Spiele spielt, wird weiterhin beim größeren PC bleiben müssen, im Falle von Spielen auch mit dedizierter Grafikkarte.

[[YT:qbpQZMnECwk]]

90 Prozent der alltäglichen Aufgaben erledigt die ZBOX Sphere hervorragend. Ob ein Kauf in Betracht kommt hängt nur davon ab wie oft sehr rechenintensive Arbeiten anstehen und welche Einschnitte man in Kauf nehmen möchte. Verbessern kann man indes nicht viel, aber einige Feinheiten würden wir gern bei einem Nachfolger verbessert sehen: Mindestens 2x USB 3.0 sowie der Kartenleser an der Front, ein verbessertes Kühlkonzept, welches die Lüftergeschwindigkeit behutsamer ändert sowie als nette Spielerei die Möglichkeit die Farbe der LED-Beleuchtung zu ändern.


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